Kriminalität

Statistik: NRW ist so sicher wie seit 30 Jahren nicht mehr

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) – hier bei der Vorstellung der neuen Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit des Landes – konnte bei der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik gute Nachrichten verkünden.

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) – hier bei der Vorstellung der neuen Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit des Landes – konnte bei der Vorstellung der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik gute Nachrichten verkünden.

Foto: Ina Fassbender/dpa

Düsseldorf.   Der Rückgang der Kriminalität in NRW hält an: Die Statistik, die Innenminister Reul vorstellte, verzeichnet den niedrigsten Stand seit 1991.

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Nordrhein-Westfalen ist so sicher wie seit fast 30 Jahren nicht mehr. Das geht aus der Kriminalitätsstatistik 2018 hervor. Die Zahl der Straftaten sank im Vergleich zu 2017 um knapp 7 Prozent und liegt nun bei knapp 1,3 Millionen Straftaten. Das ist der niedrigste Stand seit 1991. Zugleich ist die Aufklärungsquote der Polizei so hoch wie noch nie: Mehr als die Hälfte aller Straftaten (53,7 Prozent) galten als aufgeklärt.

Die Bilanz sei „ein richtiger Hammer“, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) und lobte die „hochprofessionelle Arbeit“ der rund 42.000 Polizisten im Land. Zwar zahle sich auch die „Null Toleranz-Linie“ der neuen Landesregierung mit mehr Polizei-Präsenz, ausgeweiteten Befugnissen und besserer Ausrüstung aus. Allerdings gehöre er „zur Abteilung Realisten“, so Reul: Externe Faktoren wie etwa die Schließung der Balkan-Route hätten dazu geführt, dass NRW von reisenden Banden nicht mehr so häufig heimgesucht werde. Bundesweit ist die Kriminalität rückläufig.

Weniger Einbrüche, mehr Morde und Mordversuche

So ging die Zahl der Wohnungseinbrüche von 39.057 Fällen um fast ein Viertel auf 29.904 Fälle zurück. Weniger Einbrüche gab es zuletzt 1981. Noch vor wenigen Jahren beklagte NRW mehr als 60.000 Einbrüche. „Das ist eine sensationelle Zahl“, jubelte Reul. Auch die Zahl der Diebstähle (- 9 Prozent), Taschendiebstähle (- 17 Prozent) und Gewaltkriminalität (- 4 Prozent) ist rückläufig.

Getrübt wird die Statistik durch einen Anstieg bei Morden und Mordversuchen von 113 auf 140. Da es sich in den allermeisten Fällen um Beziehungstaten handelt, die in der Regel aufgeklärt werden, kann Landeskriminaldirektor Dieter Schürmann aus dem Plus von rund 24 Prozent keine generelle Verrohung herauslesen.

Hohe Dunkelziffer im Bereich Sexualstraftaten

Sorgen bereitet Innenminister Reul die Zunahme um 9,2 Prozent bei den Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung auf 14.076 Fälle. Darunter befinden sich auch 2422 Fälle (plus 85) von Kindesmissbrauch und 1412 Fälle (plus 162) von Kinderpornografie. Da es die Polizei hier zu 30 bis 40 Prozent mit Wiederholungstätern zu tun hat, gelingt die Ermittlung von Pädophilen immer häufiger. Allerdings sagt Reul: „Die Dunkelziffer liegt viel höher.“

Ein Problemfeld bleibt die Ausländerkriminalität: Ein Drittel aller Tatverdächtigen in NRW waren Nichtdeutsche, obwohl ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung nur 12,8 Prozent beträgt. Tendenz: steigend. Bei der gesondert erfassten Gruppe der Asylbewerber, die 2015 mit der Flüchtlingswelle gekommen sind, hat die Zahl der Tatverdächtigen indes leicht abgenommen.

Hintergründe zu Städten in der Region

Weitere Deliktarten im Überblick:

  • Bei der Gewaltkriminalität weist die Statistik 45.300 Fälle im Jahr 2018 aus – knapp 4 Prozent weniger als im Vorjahr. Weniger Fälle habe es zuletzt im Jahr 2001 gegeben, so das Innenministerium.
  • Die Straßenkriminalität sank um 8,5 Prozent, die der Taschendiebstähle um 17,3 Prozent, die der Diebstähle im Allgemeinen um 9 Prozent.

  • Einen leichten Anstieg gab es bei der Zahl der Rauschgift-Delikte: 67.797 Fälle zählte die Polizei in NRW im vergangenen Jahr – 2,2 Prozent mehr als im Jahr 2017.

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