Es waren schöne, entspannende Urlaubstage, die Ismet Kilic mit seiner Frau, den beiden Kindern und einer befreundeten Familie in Kroatien verbracht hatte. Die Urlaubsidylle findet ein jähes Ende an einem Grenzübergang vierzig Kilometer entfernt von der slowenischen Kleinstadt Koper. Kilic wird aus heiterem Himmel von seiner Vergangenheit eingeholt und verhaftet. Gegen ihn läge ein türkischer Haftbefehl heißt es. Jetzt sitzt der Duisburger seit zehn Tagen in Untersuchungshaft, und seine Familie und Freunde versuchen verzweifelt, ihn dort herauszuholen.
Rückblende: In den neunziger Jahren arbeitet Ismet Kilic als staatlicher Veterinär in Ankara. Für Beamte gibt es damals in der Türkei keine Gewerkschaft. Kilic und einige Mitstreiter gründen eine, setzen sich für Menschenrechte ein. Dem Staat ist das politische Engagement des Kurden ein Dorn im Auge. Immer wieder wird Kilic festgenommen. Schließlich wirft ihm die Justiz vor, Mitglied der linksextremistischen Organisation Dev-Sol zu sein, was laut Kilic Unfug ist. Terrorunterstützung ist auch in der heutigen Türkei ein beliebter Vorwurf, um Kritiker mundtot zu machen und wegsperren zu können.


