Das Ruhrgebiet soll zu einer Musterregion für grüne Infrastruktur in Europa werden. Der Regionalverband Ruhr (RVR) plant dafür, die so genannte Freiraumentwicklung künftig auf eine qualitativ völlig neuen Stufe zu stellen. Nach ersten Schätzungen des Verbandes sollen in den nächsten 15 bis 20 Jahren rund eine halbe Milliarde Euro in die Ertüchtigung von Wäldern, Parks, Grünzügen, Radwegen und Wasserflächen im Revier fließen, überwiegend in Form von Fördergeldern.

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Der RVR will seine weitläufigen Flächen zudem besser als bisher vernetzen. RVR-Verantwortliche sprechen bereits von einer „grünen Dekade“, die das Ruhrgebiet nach dem Ende des Bergbau prägen werde.

Regionalverband will mehr Freiraum schaffen

„Wir sind schon jetzt die grünste Industrieregion Europas. Doch das Image des Ruhrgebiets hinkt noch immer weit hinter den tatsächlichen Gegebenheiten her“, sagte RVR-Umweltdezernentin Nina Frense der WAZ. In München gebe es beispielsweise den berühmten Englischen Garten. Frense: „Aber wir hier im Revier haben viel spektakulärerer Grünflächen.“

Die Umwelt-Dezernentin des RVR Nina Frense (2.v.r.) mit ihrem Team Sabine Auer, Horst Fischer und Stefan Kutschera (v.l.).
Die Umwelt-Dezernentin des RVR Nina Frense (2.v.r.) mit ihrem Team Sabine Auer, Horst Fischer und Stefan Kutschera (v.l.).© Kai Kitschenberg/FUNKE Foto Services

Dem RVR geht es nun darum, die Qualität der Flächen noch weiter zu verbessern. Anders als früher soll es dabei künftig nicht mehr nur um Bestandspflege gehen, sondern um eine aktive Freiraum-Planung. Frense: „Wir wollen Städte zum bedürfnisgerechten Wohnen, für gute Arbeit und wohnortnahe Erholung qualifizieren.“

Grüne Infrastruktur sei für die Entwicklung des Ruhrgebiets genauso unverzichtbar wie die „graue“ Infrastruktur der Straßen und Abwasserkanäle. Frense betonte die Bedeutung der Grünzüge im Ruhrgebiet auch zur Bewältigung des Klimawandels. Sie dienten nicht nur als Erholungsräume für die Menschen, sondern auch als Frischluftschneisen für die aufgeheizten Innenstädte.

Gartenausstellung soll grüner Höhepunkt werden

Höhepunkt der „Grünen Infrastruktur Metropole Ruhr“ ist die Internationale Gartenausstellung IGA, die 2027 im Revier stattfinden wird. Allein für dieses Vorzeigeprojekt steht ein Finanzrahmen im dreistelligen Millionenbereich im Raum. Die Breitenwirkung wird als hoch eingeschätzt: Konservativ gerechnete Besucherprognosen gehen von etwa 2,6 Millionen IGA-Besuchern aus.

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In den Blickpunkt rückt der RVR auch sein Halden-Projekt. Zu den 35 ehemaligen Bergehalden im RVR-Besitz sollen noch in diesem Jahr weitere 23 Halden kommen. Die Verkaufsverhandlungen mit der RAG stünden kurz vor dem Abschluss, heißt es. Für knapp 30 Millionen Euro will der RVR bis 2022 zudem seine fünf Revierparks aufmöbeln.

RVR ist der größte kommunale Waldbesitzer

Mit 18.000 Hektar Grund und Boden ist der Regionalverband größter Grundbesitzer des Ruhrgebiets. Die Fläche entspricht dem Stadtgebiet von Oberhausen und Bottrop zusammen. Dreiviertel des Gebiets sind Wälder. Damit ist der RVR größter kommunaler Waldbesitzer in Deutschland.