Bei einem Treffen des Koalitionsausschusses in der Villa Borsig soll es vor rund zehn Tagen zu einem heftigen Streit zwischen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und seinem Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) gekommen sein. Das berichtet der „Spiegel“ und bezieht sich auf die Aussagen mehrerer Teilnehmer.
Dem Nachrichtenmagazin zufolge ist es zu einem verbalen Schlagabtausch zwischen den Politikern gekommen. Grundlegend dafür sollen Absprachen im Vorfeld des Gipfels gewesen sein. Das Treffen fand am 12. April in der Villa Borsig am Tegeler See in Berlin statt. Nach mehreren Stunden, in denen erfolglos über die Reform-Agenda gesprochen worden sei, so berichtet der „Spiegel“, habe der Kanzler Klingbeil angegangen.
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Merz und Klingbeil sollen bei Treffen heftig gestritten haben – Merz „explodierte“ offenbar
Laut Eingeweihten sei der Kanzler „laut geworden“, schreibt das Magazin. „Regelrecht aus der Haut gefahren“ sei Merz, heißt es in dem Artikel. Andere berichteten demnach von dem Treffen, dass die Härte des Streits zur Tragweite der Verhandlungen gepasst habe. „Merz habe eben eine emotionale Seite. Und auch Klingbeil sei nicht auf den Mund gefallen. Ein Wort habe das andere gegeben“, so gibt der „Spiegel“ wieder, was Teilnehmer des Treffens davon erzählten.
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Genaue Worte sind nicht bekannt. Auch über den Inhalt des Streits gibt es unterschiedliche Angaben von denjenigen, die dabei gewesen sind: Unklar ist, ob es um die Übergewinnsteuer für Mineralölkonzerne oder den Bundeshaushalt ging. Der Schlagabtausch soll sich im Wesentlichen um Absprachen vor dem Koalitionsgipfel gedreht haben. Merz und Klingbeil hatten diese offenbar unterschiedlich in Erinnerung. „Die Sache schaukelte sich hoch. Dann explodierte Merz“, heißt es vom „Spiegel“.
Streit im Koalitionsausschuss zwischen Merz und Klingbeil ließ Söder offenbar kalt
Die Verhandlungen seien daraufhin unterbrochen worden. Kanzler und Vizekanzler seien in ein Gespräch unter vier Augen übergegangen. Später liefen die Verhandlungen weiter. Bei Themen wie der Steuerreform, Gesundheit und dem Bundeshaushalt hätten sich jedoch die Differenzen der Koalitionspartner gezeigt. Laut Angaben Beteiligter im „Spiegel“ war der Ton daraufhin sachlich, aber angespannt. „Allen sei bewusst gewesen, was auf dem Spiel steht“, berichtet das Nachrichtenmagazin.
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Nur einen soll die schlechte Stimmung weitgehend kaltgelassen haben: den bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU). Laut Teilnehmern des Koalitionsausschusses waren ihm zwei Punkte wichtig: ein Tankrabatt und die Lockerung des EU-Verbrennerverbots, für die sich die Bundesregierung starkmachen soll. Nachdem ihm beides zugesichert worden sei, habe er sich noch während der laufenden Verhandlungen eine Pizza mit Schinken und Salami bestellen lassen, schreibt der „Spiegel“, und fing allein an zu essen.
Am Ende des Wochenendes in der Villa Borsig soll das entstandene Papier zu geplanten Reformen zu viele Forderungen der Union und zu wenige Ansinnen der SPD enthalten haben, heißt es. „Dunkle Wolken“ hingen über dem Regierungsbündnis, sagten Koalitionäre dem „Spiegel“. Dass es schwierig wird, sich aus dem Streit herauszuarbeiten, zeigte sich auch in den vergangenen Tagen, nachdem Merz gesagt hatte, die Rente könne künftig „allenfalls eine Basisabsicherung“ sein. Die Kritik der SPD folgte prompt.






![Friedrich Merz (CDU) und Bärbel Bas (SPD) im Juni im Bundeskanzleramt. Pressekonferenz [press conference] nach der ?bergabe des Berichts der Altersicherungskommission zur Rentenreform in Berlin](https://img.sparknews.funkemedien.de/413277497/413277497_1790592399_v16_9_1200.jpeg)


