Endlich: In vielen Bundesländern lässt der Druck für junge Eltern nach, wenn sie auf der Suche nach einem Kita-Platz sind. Denn in Metropolen wie Berlin und Hamburg, aber auch in vielen ostdeutschen Gegenden sinkt die Geburtenrate. Anders gesagt: Dort gehen den Kitas die Kinder aus.

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Auch wenn in westdeutschen Städten die Lage nach wie vor angespannt ist: Für die betroffenen Kommunen sollte das eine gute Nachricht sein. Nun können sie den Bildungsauftrag über die reine Versorgung stellen – vorausgesetzt, sie nutzen den Spielraum, um den Betreuungsschlüssel zu verbessern.

Birgitta Stauber
Birgitta Stauber, Textchefin der Zentralredaktion.© FUNKE Foto Services | Reto Klar

Kitas brauchen Fachkräfte. Sie brauchen Frauen und Männer, die erfüllt sind von ihrem Job. Doch in oft viel zu großen Gruppen bleibt kaum Raum, um auf die Bedürfnisse von kleinen Kindern einzugehen. Die Folge: Die individuelle Förderung bleibt auf der Strecke, der Druck, den Kita-Alltag irgendwie zu bewältigen, führt zu Stress bei Kindern wie Erzieherinnen.

Fachkräftemangel verschärft sich durch schlechte Arbeitsbedingungen in Kitas

Diese schlechten Arbeitsbedingungen feuern den Fachkräftemangel an: Laut Deutschem Kinderhilfswerk fehlen in jeder Kita durchschnittlich zwei gut ausgebildete Mitarbeiter. Kein Wunder: Wer will schon dauerhaft körperlich und psychisch am Ende seiner Kraft sein?

Das völlig falsche Signal wäre es also, nun Gruppen zusammenzulegen oder gar Kitas zu schließen. Das Argument, den Kommunen gehen die Elternbeiträge verloren, zieht auch nur bedingt. Denn in immer mehr Kommunen ist die Basisbetreuung bereits beitragsfrei. Wann, wenn nicht jetzt, ist Zeit, Erzieherinnen und Erziehern den Raum zu geben, den sie brauchen für die Bildung der ganz Kleinen? Besser kann eine Investition in die Zukunft kaum sein.