Das, was vor wenigen Tagen auf einer Militärmesse im ukrainischen Lwiw vorgestellt wurde, sieht aus, wie ein gigantischer Torpedo. Die Unterwasserdrohne TLK-1000 des ukrainischen Herstellers Toloka ist bis zu zwölf Meter lang und kann bis zu fünf Tonnen Sprengstoff transportieren.

Die Unterwasserdrohnen von Toloka sind die neuesten Militärinnovationen aus der Ukraine, mit denen das von Russland angegriffene Land versucht, unabhängiger von westlichen Waffenlieferungen zu werden.

Dabei soll es verschiedene Ausführungen geben: TLK-1000 ist die größte Variante, es gibt aber auch kleinere Drohnen vom Typ TLK-400 mit einer Sprengladung bis zu 500 Kilogramm und TLK-15 mit einer Sprengmasse von bis zu 50 Kilogramm. Anders als bisherige Modelle können die Drohnen dabei vollständig unter Wasser agieren, lediglich eine kleine Antenne mit Kameras und Kommunikationstechnik lugt hervor.

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Greift die Ukraine mit den neuen Drohnen die Krim-Brücke an?

Doch wofür sind fernsteuerbaren Torpedos gedacht? In einem Interview verweist Hersteller Toloka auf Beobachtungs- und Kamikaze-Missionen gegen gegnerische Ziele. Eins davon drängt sich dabei regelrecht auf: die Kertsch-Brücke, die Russland mit der annektierten Halbinsel Krim verbindet.

Schon mehrmals hat die Ukraine die Brücke, die wichtig für die russische Nachschubversorgung ist, angegriffen. Zuletzt im Juni 2025, als an einem Pfeiler der Brücke über eine Tonne Sprengstoff explodierten und dieser erheblich beschädigt wurde. Schon damals soll der ukrainische Geheimdienst einen Prototyp der Unterwasserdrohnen eingesetzt haben. Zerstört wurde die Brücke dabei allerdings nicht.

Wagt die Ukraine nun mit den Riesenunterwasserdrohnen einen neuen Versuch, die symbolträchtige Brücke zu zerstören? Der österreichische Militärexperte Gustav Gressel will die neue Waffe nicht überbewerten. Wie er dem „Tagesspiegel“ sagte, sei die für Russland wichtige Brücke engmaschig geschützt: „Netzsperren und Unterwassermikrofone erschweren den Einsatz“, sagte er.

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Gefahr für russische Schiffe im Schwarzen Meer

Gressel sieht den Nutzen der neuartigen Drohnen vor allem im Kampf gegen russische Korvetten im Asowschen und Schwarzen Meer. Von diesen würden immer wieder Marschflugkörper gegen ukrainische Städte gestartet. Insbesondere im Hafen liegende Schiffe könnten dabei ein Ziel der Ukrainer sein – fahrende Schiffe dürften für die nur langsam schwimmenden Drohnen nur schwer zu treffen sein.

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Allerdings schränkt Gressel ein: „Russland hat die Sicherungsmaßnahmen um seine Schwarzmeerhäfen in den vergangenen Jahren erhöht. Das jüngste Eindringen ukrainischer Unterwasserdrohnen in russische Häfen ist schon eine Zeit her.“

Doch auch wenn die Rolle der neuen Unterwasserdrohnen nicht überbewertet werden sollte: Mit ihrer öffentlichen Präsentation machte die Ukraine Russland deutlich, welche selbstentwickelte Technik sie inzwischen im Arsenal hat und wozu diese in der Lage ist.