Nach dem Anschlag auf den rechten US-Aktivisten Charlie Kirk haben die Ermittler eigenen Angaben zufolge mittlerweile die mutmaßliche Tatwaffe sicherstellen können. „Es handelt sich um ein leistungsstarkes Repetiergewehr“, sagte der zuständige FBI-Agent Robert Bohls am Donnerstag in Orem im US-Bundesstaat Utah. Die Waffe wurde laut Bohls in einem Waldstück gefunden, in das der Täter vermutlich geflüchtet war.
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Das FBI unternehme alles, um den Täter zu finden, versicherte Bohls anfänglich. Das Gewehr werde nun ebenso analysiert wie mutmaßliche Fuß- und Handabdrücke des Schützen. Wie ABC News aus Ermittlungskreisen erfahren haben will, soll es sich bei dem Modell um eine ältere, importierte Mauser des Kalibers .30-06 Springfield handeln. Das Gewehr soll zudem in ein Handtuch eingewickelt worden sein.
Repetiergewehre werden bei der Jagd auf Wild eingesetzt oder als Präzisionswaffe von Scharfschützen des Militärs. Sie ermöglichen es, Ziele aus großer Distanz zu treffen. Kirk war nach bisheriger Einschätzung der Ermittler aus einer Entfernung von rund 180 Metern tödlich am Hals verletzt worden.
Mauser-Gewehre: Ein deutscher Jagdwaffen-Klassiker mit langer Militärgeschichte
Die „New York Post“ veröffentlichte eine Aufnahme der Waffe am Fundort. Bei dem mattschwarzen Gewehr mit Flintenabzug könnte es sich um eine Mauser Typ M18 handeln. Sie wiegt etwas mehr als drei Kilogramm, kommt auf eine Gesamtlänge von einem Meter und wird auch als „Volksrepetierer“ bezeichnet.

Diese Waffe ist laut deutschem Hersteller in der Version mit Kunststoffschaft im Neuwert für rund 1000 Euro erhältlich. Wie viel der mutmaßliche Todesschütze für seine Waffe ausgegeben hat, ist derzeit unklar: In den USA, wo Schusswaffen verhältnismäßig einfach zu erwerben sind, könnte er bereits für ein paar Hundert Dollar an die Tatwaffe gelangt sein.
Mauser-Gewehre haben eine lange Historie: Bereits 1871 wurde das Unternehmen von den Brüdern Peter-Paul und Wilhelm Mauser gegründet, sowohl das Modell 71 und 84 gehörten zur Standardausrüstung des preußischen Heeres. Später wurde auch der Klassiker Modell 98 vom Deutschen Heer im Ersten Weltkrieg und später von der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg verwendet. Nach dem Zweiten Weltkrieg konzentrierte sich Mauser auf die Produktion von Jagdwaffen, die bis 1999 in Oberndorf am Neckar und heute in Isny im Allgäu hergestellt werden. Der Militärwaffenbereich wurde mittlerweile von Rheinmetall übernommen.
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Die bei diesem Gewehr verwendete Munition, .30-06 Springfield, war einst die Standardmunition der US-Army und findet auch bei modernen Scharfschützengewehren Verwendung. Die Patronen dieses Kalibers werden auch wegen ihrer „günstigen Einschießentfernung“ bevorzugt von Jägern genutzt. Damit sollen sich Ziele in 175 bis 200 Meter Entfernung sehr gut treffen lassen.
Jagdexperte klärt auf: Wie viel Übung braucht es für einen solchen Schuss?
Im Gespräch mit dieser Redaktion erklärte ein Brandenburger Jagdexperte, der unbekannt bleiben möchte, dass Repetiergewehre dieser Art zum absoluten Standard unter Jagdsportlern gehören. Auch die mutmaßlich verwendete Munition sei im amerikanischen Raum üblich. In Deutschland würden derartige Kaliber unter anderem zum Abschuss von Hochwild- beziehungsweise Schwarzwild (Wildschwein) verwendet.
Allerdings sei die Entfernung, aus der der Schütze Kirk tödlich verwundete, beachtlich. Um in Deutschland einen Jagdschein zu erhalten, würden Treffer auf rund 100 Metern Entfernung abverlangt. 180 Meter hingegen seien noch mal eine andere Größenordnung. „Der mutmaßliche Täter wusste definitiv, was er tat und hat einen solchen Schuss sicherlich nicht zum ersten Mal abgegeben“, so der Experte weiter. Es müsse ein durchaus „geübter Schütze“ gewesen sein, erklärte er – ohne eine genaue Anzahl an Übungsstunden oder Übungsjahren nennen zu wollen. „Der Rückstoß ist schon ordentlich.“
Aufgrund der Nachladeweise der Gewehrart müsse man mit einer Verzögerung von einer bis drei Sekunden rechnen, ehe der nächste Schuss bereit sei. „Da muss man sich schon sicher sein, dass der erste Schuss sitzt.“ Was im Falle des Attentats auf den rechten Podcaster auch der Fall gewesen sein soll.
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Beau Mason von der Polizei von Utah sagte bei der Pressekonferenz mit Blick auf den flüchtigen Schützen, die Ermittler hätten „gute Videobilder von dieser Person“, die offenbar im „Studentenalter“ sei. Die Ermittler hätten den Weg des Verdächtigen seit seiner Ankunft auf dem Campus der Utah Valley University in Orem bis zu dem Ort, von dem er den Schuss abgab und schließlich bis zu einem Viertel außerhalb des Campus nachverfolgen können.
Am Freitagmorgen verkündete US-Präsident Donald Trump dann die Festnahme des Flüchtigen. „Sehr wahrscheinlich haben wir ihn“, erklärte er gegenüber „Fox News“. Laut „CNN“ wurde dies nun auch aus Ermittlungskreisen bestätigt. Man habe einen Verdächtigen in Haft genommen und befrage diesen zur aktuellen Stunde.
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Über das Motiv des Täters ist bisher nichts bekannt. Zwischenzeitlich nahmen die Ermittler zwei Männer in Gewahrsam, ließen sie aber nach Befragungen wieder frei. Keiner der beiden habe Verbindungen zu dem Schusswaffenangriff, erklärten die Behörden. Mittlerweile wurden mehreren Aufnahmen und auch Videomaterial des flüchtigen Schützen veröffentlicht. Kirk war am Mittwoch bei einem Auftritt auf dem Campus der Utah Valley University erschossen worden. Er galt als einer der einflussreichsten rechten Aktivisten und Podcaster und als enger Unterstützer von Präsident Donald Trump.
jcst mit afp






