• Charlie Kirk ist tot: Der rechte Influencer wurde auf einem Campus in Utah angeschossen und starb wenig später
  • Das FBI und andere Sicherheitsbehörden fahndeten nach dem Schützen – auch mit Bildern und Video-Sequenzen
  • Am Donnerstag wurde die Tatwaffe gefunden
  • Am Freitag wurde der Attentäter gefasst

Der bekannte Trump-Anhänger und rechtskonservative Podcaster Charlie Kirk wurde während einer Rede am Campus der Utah Valley Universität erschossen. Am Mittwochmittag (Ortszeit) saß er als Gastredner unter einem Zelt, als plötzlich ein Schuss fiel. In Videos, die in sozialen Netzwerken kursieren, sind die chaotischen Szenen zu sehen: Menschen geraten in Panik, werfen sich auf den Boden und fliehen. Kurz darauf meldet US-Präsident Donald Trump auf „Truth Social“, dass Kirk gestorben sei.

Am Freitagmorgen verkündete der US-Präsident Donald Trump nun, dass der bislang flüchtige Täter von den Behörden festgenommen worden sein soll. „Mit hoher Wahrscheinlichkeit haben wir ihn in Gewahrsam genommen“, sagte Trump in einem Interview mit „Fox News“.

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Attentäter festgenommen – etwa 400 Kilometer vom Tatort entfernt

„Guten morgen, wir haben ihn!“. Mit diesen Worten begrüßte Utahs Gouverneur Spencer Cox am Freitagmorgen Journalisten bei einer Pressekonferenz in Orem, wo der rechtsgerichtete Aktivist zuvor ermordet worden war. Das amerikanische Bundeskriminalamt FBI hatte den Attentäter am Donnerstagabend in der Stadt St. George in der Nähe des Zion Nationalparks festgenommen. Die Verhaftung erfolgte etwa 400 Kilometer südwestlich von dem Campus der Utah Valley University. Dort hatte der Schütze Mittwoch am frühen Nachmittag vom Dach eines 180 Meter entfernten Gebäudes eine Kugel abgefeuert und den einflussreichen Aktivisten niedergestreckt.

Zuvor hatte die Polizei zwei andere Tatverdächtige verhaftet, die sich aber als unschuldig herausstellten und wenige Stunden später auf freien Fuß gesetzt wurden. In den darauffolgenden eineinhalb Tagen verliefen die Ermittlungen schleppend. Zwar hatte das FBI relativ scharfe Videoaufzeichnungen des Schützen, der nach dem Attentat von einem Universitätsgebäude springt, über einen Parkplatz geht, die Straße überquert und dann in einem Wald verschwindet. Der mutmaßliche Täter trug aber Jeans, ein schwarzes Hemd, eine Baseballkappe und eine Sonnenbrille. Obwohl bei der Polizei hunderte von Tipps und Vermutungen eingingen, reichten weder diese noch die Bilder aus, um den Schützen identifizieren zu können.

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Tyler über den Aktivisten: Kirk „ist voller Hass und er verbreitet Hass“

Der Durchbruch kam in der Nacht zum Freitag, sagte Cox. Offenbar hatte Robinsons Vater seinen Sohn erkannt und ihn mit der Frage konfrontiert, ob er Kirk erschossen hatte. Tyler soll das Attentat gestanden haben. Daraufhin rief der Vater einen Freund an, der die Polizei kontaktierte und das FBI einschaltete. Zwischenzeitlich hatten die Ermittlungen wichtige Einzelheiten ans Tageslicht gebracht. So hatte ein Familienmitglied berichtet, dass Tyler in jüngster Zeit „politisch engagierter war“. 

Wenige Tage vor dem Anschlag soll er beim Abendessen erwähnt haben, dass „Charlie Kirk die Utah Valley University besuchen wird“. Dann habe sich der 22-Jährige über den erzkonservativen Anhänger von US-Präsident Donald Trump beschwert. Kirk „ist voller Hass und er verbreitet Hass“, soll Tyler geschimpft haben. Auch waren die Behörden in den Besitz eines Online-Dialogs zwischen Robinson und einem Mitbewohner gelangt, der Robinson schwer belasten könnte. 

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In dem Austausch sagte nämlich eine Person mit dem Benutzername „Tyler“, dass er „ein Gewehr zurückholen muss“. Dieses habe er in ein Handtuch gewickelt in einem Busch versteckt. Tatsächlich hatte die Polizei das Gewehr in Gestrüpp bei dem Uni-Campus gefunden, und zwar in einem dunklen Handtuch. In dem Gewehr fanden die Ermittler drei Kugeln mit gravierten Inschriften. Auf einer abgefeuerten Patronenhülse standen die Buchstaben „OWO“ gefolgt von der Frage: „Was ist dies?“. Auf drei Hülsen, die unbenutzt waren, waren die Worte graviert: „Hey, Du Faschist, fang dies mal!“

Bei der gefundenen Waffe handelte es sich um ein hochpräzises, sogenanntes „high-powered bolt-action rifle“ – ein leistungsstarkes Repetiergewehr, wie es auch bei der Jagd oder von Scharfschützen verwendet wird.

Trump verkündet Festnahme von Kirk-Attentäter: „Hoffe, er bekommt die Todesstrafe“

Über die Festnahme hatte Trump selbst die Öffentlichkeit unterrichtet. In einer Frühstückssendung des Senders FOX News hatte Trump schon vor der Pressekonferenz gesagt, dass „wir sehr sicher sind, ihn zu haben.“ Trump fügte hinzu: „Ich hoffe, dass der Täter schuldig gesprochen wird und die Todesstrafe bekommt“.

Im Staat Utah werden verurteilte Straftäter in besonders schweren Fällen noch hingerichtet, gelegentlich unter Einsatz eines Erschießungskommandos. Die Ermordung Kirks ist für den Präsidenten höchst persönlich. Er betrachtete den 31-Jährigen, dessen immenser Einfluss auf junge Wähler maßgeblich zu seinem Wahlsieg beitrug, als engen persönlichen Freund.

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„American Comeback“-Tour von Kirk: Studenten wollten Auftritt an Utah Valley University stoppen

Der Auftritt von Kirk an der Utah Valley University, der den Auftakt seiner geplanten „American Comeback“-Tour mit insgesamt 15 Stationen darstellte, war umstritten. Nach der Ankündigung hatten einige Studenten eine Online-Petition gestartet, um die Rede des neurechten „Trump Flüsterers“, der mit schockierenden Aussagen über Minderheiten von sich Reden machte, zu verhindern. Dennoch habe die Campus-Polizei im Vorfeld der Veranstaltung keinerlei konkrete Gefahr wahrgenommen, sagte der Polizeichef der Universität, Jeff Long, laut dem US-Medium. „Man bereitet sich auf solche Dinge vor und man denkt, man hat sie unter Kontrolle. Aber diese Dinge passieren leider“, räumte Long auf einer Pressekonferenz ein.

Eine US-Flagge hängt auf einem Parkplatz auf Halbmast. Im Vordergrund sind Pick-up-Trucks und mehrere Polizeibeamte zu sehen.
Der Campus der Utah Valley University in Orem.© Getty Images via AFP | GEORGE FREY

US-Präsident ordnete kurz noch am Mittwochabend an, dass die US-Flaggen nach dem tödlichen Schuss auf den zweifachen Familienvater Kirk auf Halbmast gesetzt werden sollen. „Er wurde von allen geliebt und bewundert, besonders von mir, und jetzt ist er nicht mehr bei uns“, erklärte Trump auf Truth Social.