Das NRW-Innenministerium droht der „Tuning-Szene“ auch an diesem Karfreitag mit einem landesweiten Großeinsatz der Polizei. Auto-Tuner und -Poser verwandeln den Karfreitag traditionell in einen „Car-Friday“, an dem sie ihre zum Teil illegal veränderten Fahrzeuge zeigen und die PS mitunter auch lautstark auf die Straße bringen, um in die Saison zu starten.

Bundesweite Aktion „Rot für Raser, Poser beziehungsweise illegales Tuning“

„Wer glaubt, dass es cool ist, sein Fahrzeug tiefer zu legen, kann das gerne machen, so lange es verkehrssicher ist. Mir ist wichtig, dass jeder, der im Straßenverkehr unterwegs ist, sicher zuhause ankommt. Dafür haben wir klare Regeln, an die sich jeder zu halten hat. Karfreitag ist Kontrolltag, denn Sicherheit hat Vorfahrt“, sagte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) am Mittwoch.

Karfreitag ist Kontrolltag, denn Sicherheit hat Vorfahrt“: NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU).
Karfreitag ist Kontrolltag, denn Sicherheit hat Vorfahrt“: NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU).© dpa | Rolf Vennenbernd

NRW beteilige sich wie schon in den vergangenen Jahren an der bundesweiten Verkehrssicherheitsaktion „Rot für Raser, Poser bzw. illegales Tuning“. Landesweite werde die Polizei insbesondere an bekannten Treffpunkten der Szene präsent sein und kontrollieren.

Fast 3000 Anzeigen wegen Ordnungswidrigkeiten im vergangenen Jahr

Schon seit 2018 nimmt die Polizei die Tuning-Szene an Karfreitagen besonders in den Blick. Sie achtet auf technische Veränderungen und Umbauten an den Fahrzeugen. Bei mobilen Verkehrskontrollen mit Lasermessgerät achten die Einsatzkräfte aber auch auf die Geschwindigkeit, so das Innenministerium.. Vieles laufe über Gespräche mit den Auto-, Motorrad- oder Lkw-Fahrern über die Gefahren des Straßenverkehrs und zu hoher Geschwindigkeit.

Bei der landesweiten Kontrollaktion „Car-Friday“ im vergangenen Jahr schrieb die Polizei dem Innenministerium zufolge 2.943 Ordnungswidrigkeiten-Anzeigen und erhob 4.000 Verwarngelder.

Die Polizei in Essen und Mülheim hat schon eine starke Präsenz auf den städtischen Straßen am Karfreitag angekündigt.

Szene lernt dazu und weicht den Kontrollen manchmal gezielt aus

In Duisburg kontrollierte die Polizei die Tuning- und Poser-Szene im ganzen vergangenen Jahr intensiv bei Szene-Treffen auf Parkplätzen von Schnellrestaurants, großen Einkaufscentern oder Parkhäusern beziehungsweise Parkplätzen insbesondere im Bereich der L1 im Duisburger Norden. In Hamm beendete die Polizei im Mai 2024 ein Tuner-Treffen, bei dem hunderte Fahrzeuge gezählt wurden.

Die Tuning-Szene hat allerdings im vergangenen Jahr angesichts des Kontrolldrucks dazugelernt und sich zum Teil neue Treffpunkte gesucht, die die Polizei bisher nicht auf dem Schirm hatte.