Bereits aufgrund ihrer geringen Größe stellt das Auffinden sogenannter „Gullgubben“ eine besondere Herausforderung in der Archäologie dar. Die nur etwa einen Quadratzentimeter großen Goldfolien gelten als charakteristische Fundobjekte Skandinaviens. In der Region Rogaland gelang es einem Hobbyarchäologen mithilfe eines Metalldetektors, ein entsprechendes Objekt zu entdecken. Das Artefakt wird in die frühe Phase der Wikingerzeit zwischen dem 5. und 7. Jahrhundert datiert.
Sensationeller Goldfund durch Hobby-Archäologen
Der Hobbyarchäologe Kjetil Særheim hatte bereits in der Vergangenheit wiederholt die Umgebung seines Heimathofes in Klepp mit einem Metalldetektor systematisch nach archäologischen Spuren abgesucht. Wie das Archäologische Museum Stavanger berichtet, gelang ihm kürzlich ein außergewöhnlicher Fund. Er entdeckte eine sogenannte Gullgubbe, ein äußerst kleines und zugleich wertvolles Artefakt aus Gold.
Der Entdeckung wird eine erhebliche wissenschaftliche Bedeutung beigemessen. Bereits im Jahr 1897 wurden in derselben Region 16 vergleichbare Objekte gefunden. Der aktuelle Fund ermöglicht nun eine präzisere räumliche Einordnung und eröffnet neue Perspektiven für weiterführende Untersuchungen. Das betreffende Gebiet wird bereits seit einiger Zeit als „Akropolis von Jæren“ bezeichnet.
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Nach Angaben von Sigmund Oehrl, Professor für Archäologie an der Universität Stavanger, befinden sich dort mehrere große Grabhügel mit bemerkenswerten Funden sowie eine ringförmige Hofstruktur. Auf Grundlage dieser Befunde gehen Forscher davon aus, dass sich an diesem Ort Überreste einer großen Halle nachweisen lassen könnten, wie sie für die Wikingerzeit charakteristisch sind. Die zeitliche Einordnung des Fundes erfolgt in den Zeitraum zwischen dem fünften und siebten Jahrhundert und wird damit in die frühe Phase der Wikingerzeit datiert.
Goldmännchen begeistert Archäologen
Insgesamt wurden bislang rund 4000 sogenannte „Gullgubben“ entdeckt, von denen jedoch lediglich etwa 50 aus Norwegen stammen. Vor diesem Hintergrund äußerte sich die Museumsdirektorin Kristin Armstrong Oma besonders erfreut über den jüngsten Fund und betonte, dass es sich um das erste derartige Goldartefakt im Besitz des Museums handele. Zugleich verband sie damit die Hoffnung, das Objekt in naher Zukunft der Öffentlichkeit präsentieren zu können.

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Der Begriff „Gullgubben“ lässt sich mit „Goldmännchen“ übersetzen und bezeichnet ein bis zwei Zentimeter große, kunstvoll gearbeitete Figuren aus dünnem Goldblech. Die frühesten bekannten Exemplare lassen sich bis in das 4. Jahrhundert zurückverfolgen. Charakteristisch ist ihre Verarbeitung zu äußerst feinen und fragilen Plättchen, deren Bergung mit einem erheblichen Risiko der Beschädigung verbunden ist. Auffällig ist zudem, dass diese Objekte keine Perforationen aufweisen und daher vermutlich weder als Schmuck noch als Anhänger dienten.
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Vor diesem Hintergrund gehen Forscher von einer besonderen Funktion aus. Nach Einschätzung von Sigmund Oehrl stammen diese Goldfiguren häufig aus den Machtzentren ihrer Zeit und werden überwiegend in großen Hallen entdeckt. Es wird angenommen, dass sie im Rahmen ritueller Handlungen durch gesellschaftliche Eliten niedergelegt wurden. Ob diese Objekte jemals einer breiteren Bevölkerung zugänglich waren, erscheint hingegen fraglich.
Vom aktuellen Fund erhoffen sich die Wissenschaftler weiterführende Erkenntnisse sowohl hinsichtlich des konkreten Fundortes als auch in Bezug auf die gesellschaftliche Bedeutung dieser Artefakte.








