Das schwer erdbebengefährdete Gebiet rund um Neapel kommt nicht zur Ruhe. Ein Erdbeben der Stärke 5,9 hat in der Nacht zum Dienstag den Golf vor der Vesuvstadt erschüttert. Das Epizentrum lag im Meer vor der Küste der süditalienischen Region Kampanien, rund zehn Kilometer von der Ferieninsel Capri entfernt. Der Erdbebenherd (Hypozentrum) lag in einer Tiefe von 414 Kilometern. Damit lag das Beben deutlich tiefer als die meisten Erdbeben in Italien, die gewöhnlich in der oberen Erdkruste entstehen. Experten betrachten diese Form von Erschütterungen als seltenes Ereignis.

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Das Beben wurde nicht nur in Kampanien, sondern auch in der benachbarten Region Kalabrien registriert. Über Schäden oder Verletzte wurde zunächst nichts bekannt. Allerdings kam es zu schweren Auswirkungen auf den Bahnverkehr in Süditalien. Wegen Sicherheitskontrollen am Streckennetz nach dem Beben gab es erhebliche Verspätungen auf der Bahnverbindung zwischen Rom und dem Süden des Landes. Verzögerungen von bis zu zwei Stunden wurden gemeldet, mehrere Züge fielen aus.
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Erdbeben nahe Neapel: Kurz nach Mitternacht bebte der Boden
Nach Angaben des italienischen Instituts für Geophysik und Vulkanologie (INGV) wurde das Beben am Dienstag um kurz nach Mitternacht registriert. Die Erschütterung stehe im Zusammenhang mit einem geologischen Prozess im südlichen Tyrrhenischen Meer. Demnach hängt das Beben mit einer im Erdmantel befindlichen Struktur aus ozeanischer Lithosphäre zusammen, die seit mehreren Millionen Jahren unter das Tyrrhenische Meer absinkt. Solche Prozesse können Erdbeben in ungewöhnlich großer Tiefe auslösen, erklärten Vulkanologen.

Italien wird immer wieder von stärkeren Erdbeben erschüttert. Besonders die Region Kampanien mit dem Vesuv und dem Supervulkan im Gebiet der Phlegräischen Felder (Campi Flegrei) gilt als seismisch und vulkanisch besonders aktiv. Allein im Februar wurden in den Phlegräischen Feldern 254 Erdbeben registriert. Das bislang stärkste ereignete sich am 28. Februar um 11.19 Uhr mit einer Magnitude von 3,5.
Zugleich beobachten Forscher weiterhin einen Bodenanstieg in dem Gebiet. Nach einer Erdbebenserie vom 15. bis 19. Februar 2025 beschleunigte sich die Hebung zunächst auf rund 30 Millimeter pro Monat. Seit April 2025 lag die durchschnittliche Hebung bei etwa 15 Millimetern pro Monat. Ab Oktober 2025 stieg sie zeitweise auf rund 25 Millimeter pro Monat, bevor sie seit Mitte Dezember wieder auf etwa 15 Millimeter sank. Seit Anfang Februar 2026 wurde eine weitere Verlangsamung auf rund 10 Millimeter pro Monat festgestellt. Der gesamte Bodenanstieg an der Messstation im historischen Zentrum der Stadt Pozzuoli westlich von Neapel beträgt seit November 2005 – dem Beginn der aktuellen Unruhephase – rund 1,62 Meter, seit Januar 2024 etwa 24,5 Zentimeter.
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Erbebensicherheit: Region will Felsstürze entlang der Küste verhindern
Angesichts der angespannten Lage bemühen sich die Behörden der Region, Evakuierungswege aus den dicht besiedelten Gemeinden um Neapel auszubauen. „Nach den jüngsten Erdstößen wächst der Druck, Infrastrukturprojekte in den von seismischer Aktivität betroffenen Gemeinden voranzutreiben. Wir hoffen unter anderem, dass die Arbeiten zur Sicherung der Felsabhänge bald beginnen können“, sagte der Bürgermeister der 27.000-Einwohner-Gemeinde Bacoli, Josi Gerardo Della Ragione, gegenüber Medien. Ziel sei es unter anderem, Felsstürze entlang der Küste infolge von Erdbeben zu verhindern. Die Küste gilt als besonders fragil und einsturzgefährdet.
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Die Gemeinde Bacoli setze bereits finanzierte Maßnahmen zur Erhöhung der Erdbebensicherheit um, berichtete Della Ragione. Geplant seien Arbeiten an drei Schulen sowie der Bau eines neuen kommunalen Einsatzzentrums für den Katastrophenfall. Zudem werde der Bau neuer Evakuierungsstraßen vorbereitet.







