Katastrophenalarm in Japan: Nach einem Erdbeben vor der Küste des Inselstaats hat dessen Regierung eine Tsunami-Warnung herausgegeben. Die Menschen sollen sich sofort in höher gelegene Gebiete begeben. Doch was genau ist ein Tsunami und wie entsteht er? Und was ist im Notfall zu tun, wenn man etwa im Urlaub von einem Tsunami überrascht wird?

Was ist ein Tsunami und wie entsteht er?

Ein Tsunami ist eine katastrophale Flutwelle. Das Wort kommt aus dem japanischen und bedeutet übersetzt so viel wie „Hafenwelle“. Ein Tsunami wird meistens durch ein See- oder Erdbeben ausgelöst, kann aber auch durch starke Strömungen im Wasser oder Vulkanausbrüche entstehen. In den häufigsten Fällen ist ein Seebeben mit einer Stärke von mindestens 7,0 die Ursache. Durch ein solches Beben geraten die Wassermassen in Bewegung und werden verdrängt.

Auf dem Meer können Tsunami-Wellen Geschwindigkeiten von bis zu 800 Kilometern pro Stunde erreichen und türmen sich in Küstennähe meterhoch auf. Das Wasser wird oft hunderte Meter von der Küste zurückgesogen, was ein Warnsignal für einen Tsunami ist. Wenn das Phänomen beobachtet wird, bleiben nur wenige Minuten Zeit, bis das Wasser in Form einer riesigen Welle zurückkommt. Wenn der Tsunami auf Land trifft, kann er eine enorme Zerstörungskraft entwickeln. Doch auch wenn die Welle sich wieder zurückzieht, bleibt es gefährlich: Trümmerteile und Menschen können durch den Sog aufs offene Meer hinausgezogen werden. Oftmals folgt auf einen Tsunami noch weitere katastrophale Wellen.

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Wie häufig sind Tsunamis?

Weltweit kam es im letzten Jahrhundert laut des Deutschen Geoforschung Zentrum (GFZ) jährlich zu rund zehn Tsunamis, von denen pro Jahr nicht mehr als ein oder zwei Schäden verursacht haben. Zwischen 1998 und 2017 sind laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) rund 250.000 Menschen durch Tsunamis zu Tode gekommen. Zu den verheerendsten Tsunamis der letzten 100 Jahre gehören der Organisation Aktion Deutschland Hilft zufolge die Wellen 2004 in Indonesien, durch die über 225.000 Menschen ihr Leben verloren, und der Tsunami 2011 in Japan, der die Atomkatastrophe in Fukushima auslöste.

Sind Tsunamis auch in Deutschland eine Gefahr?

Obwohl es theoretisch möglich ist, dass ein starkes Beben auch in Deutschland einen Tsunami auslöst, ist das unwahrscheinlich. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Wellen aufgrund der eher flachen Nordsee ihre Energie verlieren würden. Die Auswirkungen wären vergleichbar mit einer Sturmflut. Das liegt daran, dass Deutschland im Vergleich mit anderen Orten nicht an Grenzen von Tektonischen Platten liegt, die sich aktiv bewegen und somit starke Erd- oder Seebeben auslösen können.

Tsunami-Warnschild an einem Strand in Chile
Ein Warnzeichen für unmittelbare Tsunamigefahr: Das Wasser an der Küste zieht sich in kurzer Zeit weit zurück und legt große Flächen Meeresboden frei.© Till Simon Nagel/dpa-tmn | Till Simon Nagel

Wie verhält man sich bei einer Tsunamiwarnung?

Wer in einer Tsunami-Region Urlaub macht oder dort lebt, sollte sich vorher über die Frühwarnsysteme und das richtige Verhalten im Notfall informieren. Fluchtwege, Evakuierungsrouten und Sammelplätze sollten eingeprägt oder vermerkt werden. In Risikogebieten warnen die zuständigen Behörden entweder über Sirenen, Radio, Fernsehen oder über Benachrichtigungen auf dem Mobiltelefon. Wer akut vor einem Tsunami gewarnt wird, sollte auf hohe Berge oder Hügel, Dächer oder ins Landesinnere flüchten. Wenn man sich während eines Tsunamis auf dem offenen Meer befindet, soll man auf dem Boot oder Schiff verharren, da sich die verheerende Welle in Küstennähe auftürmt.

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Oftmals ist bei den Warnungen entscheidend, wo der Tsunami entsteht. Viele Warnsysteme in Küstenregionen funktionieren nur dann effektiv, wenn sie weit genug von dem Ursprung entfernt sind. Wenn die Ursache lokal ist, reicht die Zeit oft nur für eine kurzfristige Warnung und Evakuierung.

mit dpa