Oliver Pocher hat sich auch in diesem Jahr wieder durch die vergangenen zwölf Monate gewühlt. Für seine bereits dritte „Abrechnung des Jahres“ wählte der 47-Jährige Günther Jauch als Gast. Direkt zu Beginn des rund hundertminütigen Bühnen-Talks im Berliner Admiralspalast rückte Pocher das Thema in den Mittelpunkt, das die Fernsehnation am vergangenen Wochenende bewegt hatte. Es ging um Thomas Gottschalks endgültigen Abschied von der großen Samstagabendbühne nach seiner letzten Ausgabe von „Denn sie wissen nicht, was passiert“.

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Auf Pochers Bitte, ein Resümee der Sendung zu ziehen, antwortete Jauch laut „Bild“-Zeitung überraschend ehrlich: „Das war sie, wo einige davor ganz schön gezittert haben: Machen wir das live oder zeichnen wir das auf? Der Einzige, der das ziemlich locker genommen hat, das war Thomas an dem Abend.“

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Rückzug aus gutem Grund – Jauch über die Krankheit seines Kollegen

Ob der Abgang Gottschalks tatsächlich endgültig sei, habe Pocher wissen wollen. Laut „Bild“ beantwortete Jauch dies vorsichtig: „Das sollte man ihm nie so ganz abnehmen, aber dass er im Moment tatsächlich den festen Willen hat, sich jetzt mal zurückzuziehen: Ich glaube, das kann jeder nachvollziehen. Die meisten von uns können eben nicht nachvollziehen, was so eine Krankheit für einen bedeutet, was auch die Ungewissheit bedeutet, wie das Ganze ausgeht und wie die nächsten Untersuchungen sind.“

Der Moderator betonte weiter: „Bei jedem in der Familie ist das irgendwo schon mal vorgekommen. Dass es jetzt auch das ewige Glückskind des deutschen Fernsehens getroffen hat, zeigt, dass es jeder kriegen kann.“

Jauch kritisiert Häme im Netz: „Das ist typisch deutsch“

Ein weiterer Punkt: die scharfe Kritik, die Gottschalk zuletzt nach Auftritten bei Preisverleihungen wie dem Bambi oder der Romy einstecken musste. Jauch fand dafür deutliche Worte, wie die Zeitung berichtet: „Das ist typisch deutsch, dass die Leute teilweise einfach auch hochgeschossen werden sollen, damit sie dann ein schöneres Ziel abgeben, um sie dann niederzuschreiben oder niederzumachen. Die sozialen Medien befeuern das natürlich erst recht.“

Besonders unverständlich fände Jauch die Angriffe auf schwer erkrankte Menschen: „Was ich bemerkenswert finde, ist, wenn Menschen wirklich sehr, sehr krank sind, und das nach außen auch zugeben und man im Grunde auch nicht weiß, wie die ganze Geschichte ausgeht, dass diese Häme dann gar nicht aufhört. Ich denke mir immer: Wenn ich so jemanden zu Hause hätte, würde ich mit so einem Menschen nicht viel zu tun haben wollen.“