- Bei der Bambi-Verleihung sollte Thomas Gottschalk Sängerin Cher auszeichnen
- Doch der alternde Moderator war fahrig und legte einen denkwürdigen Auftritt hin
- Für einen Spruch erntete er Buh-Rufe – später entschuldigte er sich dafür
Es war das Tuschel-Thema schlechthin bei der Bambi-Verleihung: Was war eigentlich mit Thomas Gottschalk los? Der erfahrene Moderations-Profi löste bei der Gala in den Bavaria-Studios in Grünwald nahe München merklich Irritationen aus. Bei der Übergabe des Preises an Musikstar Cher wirkte der 75-Jährige fahrig, desorientiert, fast schon überfordert.

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Er verhaspelte sich, sprach auffallend langsam und nicht immer zusammenhängend: „Naja, hier ist Cher. Cher, nichts ist so schwer wie Cher. Ich habe auch viele Namen verwechselt bei ‚Wetten, dass..?!‘. Ich habe auch viele Namen angesagt, die gar nicht gekommen sind. Bei Cher war ich mir immer sicher, sie ist da. Hier kommt sie: Cher.“
In Richtung der Schauspielerin Sophie Berner, die zuvor im Cher-Kostüm aufgetreten war, fragte Gottschalk: „Ich war vorhin etwas verwirrt, das war gar nicht Cher dahinten. Bist du Cher?“
Gottschalk, der mit seiner Frau Karina zur Gala gekommen war, erntete sogar Buhrufe, als er Cher noch mit dem Satz ankündigte: „Hier ist sie, die einzige Frau, die ich in meinem Leben ernst genommen habe.“
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Thomas Gottschalk: „Cher, Cher, nichts ist so schwer wie Cher“
Als die echte Cher schließlich die Bühne betrat, holte Gottschalk zu einer längeren Episode darüber aus, dass seine eigene Bambi-Trophäe in seiner abgebrannten Villa in Malibu zusammengeschmolzen sei. Der US-Sängerin sagte er, er habe „alles“ von ihr gesehen, die bremste ihn jedoch: „nicht alles“.
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Abgesehen davon kam Cher selbst kaum zu Wort. Gottschalk stellte sich zunächst sogar zwischen die Preisträgerin und die Kameras, nahm ihr also kurz das Rampenlicht. Schließlich rief er den Schauspieler Hannes Jaenicke hinzu, um über dessen Motorrad zu sprechen.
In den sozialen Medien wunderten sich so einige Zuschauer über den irrlichternden TV-Routinier. Ein Instagram-Nutzer warf die Frage auf: „Warum hat ihm niemand das Mikro ausgeschaltet, es sollte doch ihr Moment sein“, andere Kommentare reichten von „total unangenehm“ bis hin zu „volle Katastrophe“.
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Gottschalk kündigte an, keine großen Sendungen mehr zu machen
Cher, die auch etwas irritiert von Gottschalks Auftritt wirkte, wurde bei der Preisverleihung als „Legende“ mit dem Bambi ausgezeichnet. Die 79 Jahre alte Sängerin und Schauspielerin kennt Gottschalk von mehreren Besuchen in seiner früheren ZDF-Show „Wetten, dass..?“

Laudator Hannes Jaenicke nannte Cher in seiner Laudatio „die Künstlerin, die Ikone, die Humanistin, die Legende“. Ihre Auszeichnung war der letzte Programmpunkt vor dem Ende der Verleihung. Sie selbst sieht sich übrigens gar nicht als Legende, deren Karriere nur im Rückblick zu betrachten sei. „Ich bin eine arbeitende Frau“, sagte Cher auf dem roten Teppich. „Ich bin eine starke Frau.“ Die Bambi-Jury würdigte sie als „Göttin des Pop“.
Am Tag nach er „Bambi“-Verleihung erklärte der Moderator sein Verhalten, das auf viele Menschen bizarr gewirkt hatte. Dem „Spiegel“ teilte Gottschalk mit, der Auftritt sei erst kurzfristig am Vortag der Veranstaltung geplant worden. Außerdem habe ihm niemand im Vorfeld etwas von einer zusätzlichen „Cher auf der Kugel“ erzählt.
Gottschalk: „Das Zitat in Bezug auf ‚Frauen ernst nehmen‘ nehme ich ausdrücklich zurück und entschuldige mich dafür“
„Ich dachte plötzlich (als da eine Cher auf der Bühne stand und die andere von hinten dazu kam) an eine Verlade und war (zum ersten Mal auf einer öffentlichen Bühne) echt verwirrt und habe dann wirklich dummes Zeug erzählt“, schrieb der Moderator dem Nachrichtenportal.
Außerdem bat der Showmaster für einen seiner umstrittensten Sätze an dem Abend um Entschuldigung. „Das Zitat in Bezug auf ‚Frauen ernst nehmen‘ nehme ich hiermit ausdrücklich zurück und entschuldige mich dafür. Ich nehme Frauen sehr ernst. Niemand weiß das besser als meine.“ Der Vorfall sei „natürlich Wasser auf die Mühlen der Hater“, hieß es weiter in dem Statement an den „Spiegel“.
Im Mai hatte Gottschalk sein Show-Aus bekanntgegeben und verkündet, er wolle keine großen Sendungen mehr machen. Der 75. Geburtstag sei „für einen Moderator der Punkt, wo man sagen sollte, man nimmt sich selber raus“.
dpa/pvt








