Verfassungsgericht

Sterbehilfe erleichtern, aber nicht das Geschäft damit

Für Mediziner war Lebenserhaltung um jeden Preis lange Zeit die einfachste Ziel-Orientierung. Der Fortschritt von Wissenschaft und Technik hat aber auch zur Konsequenz, dass Menschenleben heute zum Glück immer länger währen. Was es Medizinern, die sich auf das Wohl der Menschen verpflichtet fühlen, immer schwerer macht, Entscheidungen zu treffen. Denn Lebenserhaltung um jeden Preis kann zu Qualen und Zuständen führen, die nur noch wenig mit menschlicher Würde zu tun haben.

Für Mediziner war Lebenserhaltung um jeden Preis lange Zeit die einfachste Ziel-Orientierung. Der Fortschritt von Wissenschaft und Technik hat aber auch zur Konsequenz, dass Menschenleben heute zum Glück immer länger währen. Was es Medizinern, die sich auf das Wohl der Menschen verpflichtet fühlen, immer schwerer macht, Entscheidungen zu treffen. Denn Lebenserhaltung um jeden Preis kann zu Qualen und Zuständen führen, die nur noch wenig mit menschlicher Würde zu tun haben.

Der Paragraf 217 und die „Geschäftsmäßigkeit“

Die alte, heute hinfällige Medizin-Orientierung war praktisch, weil sie pauschal für alle Menschen galt. Ob aber jemand aktive Sterbehilfe bekommen sollte oder nicht, muss immer eine Entscheidung für den Einzelfall sein, die Frage ist nicht pauschal zu beantworten. Das macht den juristischen Umgang mit der Sterbehilfe so schwierig. Um zu verhindern, dass aus der Notlage am Lebensende ein Erwerbszweig wird, hat der Bundestag den Paragrafen 217 beschlossen, der darauf abzielt, „geschäftsmäßig“ betriebene Sterbehilfe zu verbieten. Weil aber für Juristen die „Geschäftsmäßigkeit“ nicht erst bei finanziellem Gewinn beginnt, sondern schon dann, wenn ein Vorgang „auf Wiederholung angelegt“ ist, haben Mediziner Sorge, sich strafbar zu machen, wenn sie Patienten etwa Schmerzlinderungsmittel in einer Dosis überlassen, die tödlich sein könnte.

Bei schwierigen Entscheidungen wird es bleiben

Zu hoffen ist, dass es den Richtern in Karlsruhe gelingt, die Abschreckungswirkung des Paragrafen 217 zu lindern – ohne dass dessen sinnvolles Ziel verfehlt wird, Sterbehilfekommerz zu verhindern. Ein weites Feld voller Schwierigkeiten, in deren Angesicht humane Entscheidungen zu treffen sind, wird Sterbehilfe dennoch immer bleiben.

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