Mitgliederentscheid

Die SPD sollte an ihre Wähler denken

Die SPD quält sich weiter. Die Jusos probieren alles, um die GroKo doch noch zu Fall zu bringen. Warum sie damit übers Ziel hinaus schießen.

Die SPD macht es sich wirklich nicht leicht in diesen Tagen. Keinen Tag gönnt sich die geschundene Partei Ruhe, um das Pro-GroKo-Votum auf dem Bonner Sonderparteitag zu verdauen. Natürlich: Das Ergebnis am Sonntag war keine Sternstunde politischer Überzeugungsarbeit. Der Riss, der in der GroKo-Frage durch die Partei geht, zeigte sich überdeutlich. 56 Prozent in einem innerparteilichen Abstimmungsverhalten sind eine ziemlich knappe Angelegenheit. Und dennoch sind sie: eine Mehrheit.

Das sollten auch jene GroKo-Gegner respektieren, die jetzt den Mitgliederentscheid für eine Ergebniskorrektur instrumentalisieren wollen, noch bevor ein Koalitionspapier überhaupt auf dem Tisch liegt. Vermeintliche GroKo-Gegner für zehn Euro in die Partei locken, um das Bonner Votum „zu sprengen“?

Mit dieser schrägen Idee schießt NRW-Jusos-Chef Frederick Cordes nicht nur in der Wortwahl übers Ziel hinaus. Wie wär’s mal damit, an die zehn Millionen Wähler zu denken, die im Herbst ihre Stimme der SPD gaben? Nicht unwahrscheinlich, dass viele von ihnen sozialdemokratische Politik in Regierungshandeln umgesetzt sehen wollten, statt in Regierungsverweigerung.

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