Die Vorwürfe gegen einen Professor der Westfälischen Hochschule wiegen schwer. Dem Rektorat in Gelsenkirchen liegen schriftliche Protokolle von mindestens einem Dutzend Studenten vor, die sich in verschiedenen Situationen durch den Professor sexuell belästigt fühlten. Für den Professor gilt die Unschuldsvermutung. Die Studenten wiederum mussten all ihren Mut aufbringen, um sich zu offenbaren. Sie wandten sich an die Hochschule, auch wenn dieser Weg für die Betroffenen sicherlich kein leichter war.
Und was machen die Verantwortlichen der Hochschule? Sie lassen die mutmaßlichen Opfer im Stich. Die „Vernehmungen“, zu denen die Studenten eingeladen wurden, sind in Form und Verlauf ein Skandal. Ebenso die Tatsache, dass zwei der drei befragenden Juristen die Anwälte des Beschuldigten waren. So wurden mutmaßliche Opfer zu mutmaßlichen Tätern. Wer kommt auf so eine abstruse Idee?
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Am Ende ist es fast schon egal, ob das Hochschul-Rektorat diese skandalösen Vorgänge vorsätzlich so inszenierte oder ob es eine Mischung aus Ignoranz und Dummheit war. Die Hochschule hat Vertrauen zerstört, sie ist ihrer Fürsorgepflicht gegenüber jungen Menschen in keinster Weise gerecht geworden. Wir erleben hier das Komplettversagen einer Institution und das beschämende Verhalten von Verantwortlichen, die für derart wichtige Positionen offensichtlich nicht geeignet sind.




