In den neunziger Jahren feiern Fallschirmjäger in der Franz-Josef-Strauß-Kaserne im bayerischen Altenstadt regelmäßig Hitlers Geburtstag unter Hakenkreuzfahnen. Der Rechtsterrorist Manfred Roeder hält einen Vortrag an der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg. In Detmold machen Soldaten Jagd auf Türken, in Dresden zünden Panzergrenadiere ein Flüchtlingsheim an.

Mitte der neunziger Jahre leistet auch Uwe Mundlos seinen Wehrdienst ab. Obwohl er seine rechtsextremistische Gesinnung offen zur Schau trägt, wird er an der Waffe ausgebildet und bei seinem Ausscheiden zum Obergefreiten der Reserve befördert. Mundlos wird später einer der terroristischen Serienmörder des NSU. Kurz: Wer glaubt, mit der Wiedereinführung der Wehrpflicht könne der rechtsextremistische Sumpf in der Bundeswehr ausgetrocknet werden, muss die vergangenen Jahrzehnte unter einem Stein verbracht haben.