Der Rüstungshunger ist im vergangenen Jahr einmal mehr gewaltig gewesen. Fast zwei Billionen Dollar haben die Länder der Welt in ihre Verteidigungsapparate investiert, wie die Kriegsmaschinerie mittlerweile beschönigend genannt wird. Die Hälfte davon entfällt auf die 29 Nato-Mitglieder, allen vorweg die USA, die 732 Milliarden Dollar ausgegeben haben. Deutschland hat seine Rüstungsausgaben um zehn Prozent auf fast 50 Milliarden Dollar gesteigert, was den Forderungen des US-Präsidenten geschuldet ist, für den in Auseinandersetzungen prinzipiell der mit den dicksten Muskeln und nicht der mit den besseren Argumenten obsiegt. Der Rüstungswahn ist verstörend.

Es scheint, als imaginiere sich der Westen eine Welt herbei, in der Großkonflikte beispielsweise mit Russland oder China unumgänglich sind, wenn nicht eine waffenstarrende Drohkulisse aufgebaut wird. Natürlich: Die Welt ist keine friedliche. Das zeigt der Blick auf die Konfliktherde dieser Welt: Auf die von islamistischen Rebellengruppen gehaltenen Provinz Idlib hageln weiterhin Bomben. In Libyen und Jemen toben die Gefechte weiter. Im Irak intensivieren die Extremisten des sogenannten Islamischen Staats ihre Angriffe. In den Ländern der afrikanischen Sahel-Zone malträtieren islamistische Terrorbanden und Stammes-Milizen die Zivilbevölkerung immer heftiger. In Afghanistan sterben täglich Dutzende Polizisten und Soldaten bei Attacken der Taliban.