Volle acht Jahre hat die Verwaltung des Regionalverbandes Ruhr an dem in der Endfassung 2400 Seiten starken Regionalplan-Entwurf gearbeitet. Nun droht das wichtigste Leitprojekt des RVR im Kleinklein der Verantwortungen, Schuldzuweisungen und politischen Taktikspiele zerrieben zu werden.

Drei Tage nach Bekanntwerden des Planungsfiaskos und der Verschiebung des Planwerks auf den St. Nimmerleinstag ist nicht einmal der Ansatz einer klaren Linie zu erkennen, wie der RVR das verloren gegangene Vertrauen in seine Planungskompetenz je wieder zurückgewinnen und den entstandenen Imageschaden ausbügeln soll. Die Lage ist denkbar unübersichtlich. Selbst die CDU, die im Verein mit Wirtschaftsvertretern seit Monaten Attacke um Attacke gegen Planungsdezernent Martin Tönnes geritten ist, scheut vor einer auf der Hand liegenden Rücktrittsforderung gegenüber den RVR-Granden Geiß-Netthöfel und Tönnes nun doch zurück. Sie weiß: Politisch sind derlei Forderungen nicht so leicht durchzusetzen. Da wartet man wohl lieber ab, bis der Koalitionspartner die Sache von sich aus regelt.