Die „Woche für das Leben“ ist eine Woche gegen die Verzweiflung, gegen die Einsamkeit, gegen den Tod. Die beiden großen christlichen Kirchen lenken den Blick auf das Tabuthema einer Gesellschaft, die sich Vitalität, Jugendlichkeit, Spaß und Ablenkung zum Leitbild erhoben hat. 10.000 Menschen bringen sich jedes Jahr in Deutschland um, geschätzte 100.000 versuchen, ihr Leben zu beenden, das sie als quälend und hoffnungslos empfinden. Und jede einzelne Tat stürzt ein Umfeld, Familie, Freunde und Kollegen, in Trauer und Verzweiflung.

Bei jungen Leuten unter 25 gehört der Suizid zu den häufigsten Todesursachen. Aber auch alte Menschen sind anfällig geworden. Während es bei den Jungen oft die verzweifelte Suche nach einem Platz im Leben ist, leiden die Alten zunehmend unter Einsamkeit. Besonders viele Männer sind darunter. Sie haben es oft nicht gelernt, private soziale Netze zu knüpfen, die sie auffangen wenn die Rente da und die Ehefrau weg ist.

Experten ermuntern uns, Menschen offen anzusprechen, wenn sie den Eindruck machen, in Depressionen zu versinken. Das kann ein rettender Impuls sein, sich professionelle Hilfe zu suchen. Die Medizin hat in den vergangenen Jahrzehnten große Fortschritte bei der Therapie gemacht. So ist es auch der Pharma-Forschung zu verdanken, dass sich die Zahl der Suizide in den vergangenen 50 Jahren beinahe halbiert hat.

Die Kirchen haben sich nun für ihren unsäglichen Umgang mit „Selbstmorden“ entschuldigt. Es ist noch gar nicht lange her, da galt ihnen das Dogma mehr als die Seelsorge. Wer sich umbrachte, beging in ihren Augen eine Todsünde und durfte nicht mit kirchlichem Segen beerdigt werden. Die Zeiten sind – gottlob! – überwunden. Es sind die Kirchen, die mit der Telefonseelsorge die erfolgreichste, die niedrigschwelligste Präventionsarbeit leisten. Unter 0800 - 1110111 und 0800 - 1110222 sind sie kostenlos zu erreichen. 24 Stunden am Tag. 365 Tage im Jahr.