Essener Tafel

Apartheids-System verhindern

Was als Hilferuf gedacht war, entpuppt sich als fataler Fehler. Wenn die Essener Tafel keine Ausländer mehr aufnimmt, grenzt das an Apartheid.

Die Tafeln helfen Menschen in Not. Den ehrenamtlichen Mitarbeitern kann man nur dankbar sein: Sie erfüllen eine schwierige Aufgabe, die eigentlich der Staat zu erledigen hätte. Neben freundlichen Worten und Dankbarkeit treffen diese Helfer dann aber bei manchen „Kunden“ noch auf Dreistigkeit, Unverschämtheit und gar Aggression.

Insofern ist es ein Hilferuf, wenn der Chef der Essener Tafel nun zu drastischen Mitteln greift: Er will keine Neuanmeldungen von Ausländern mehr akzeptieren, weil der Anteil der Nicht-Deutschen überhand nehme und die „deutsche Oma“ sich deshalb unwohl fühle.

Selbst wenn wir unterstellen, dass sich ein Teil der jungen Migranten an der Tafel nicht angemessen benimmt, so ist die Maßnahme falsch, alle Ausländer auszuschließen. Wollen wir Menschen wirklich nach Herkunft und Rasse beurteilen statt nach ihrem individuellen Verhalten? Unterstellen wir wirklich, dass sich alle Deutschen gut und alle Flüchtlinge schlecht benehmen?

Asoziales, gar kriminelles Verhalten muss hart sanktioniert werden. Jedoch individuell und nicht per Sippenhaft. Ein Apartheids-System ist nicht zu akzeptieren.

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