Wenige Tage vor der Stichwahl um das Oberbürgermeisteramt in Wuppertal trafen Matthias Nocke (CDU) und Miriam Scherff (SPD) ein letztes Mal aufeinander. Das Fazit nach der Podiumsdiskussion im Codeks in den Elbahallen: Kurz vor Ende des Wahlkampfes herrscht viel Harmonie zwischen beiden Kandidaten. Emotional wurde es dennoch – vor allem beim Thema AfD.

Liveticker zur OB-Wahl in Wuppertal

In unserem Liveticker zur OB-Wahl in Wuppertal findest du alle aktuellen Ereignisse und Ergebnisse des Wahl-Sonntags am 28. September.

Nach der Kommunalwahl am 14. September hat die vom Bundesverfassungsschutz als rechtsextremer Verdachtsfall eingeschätzte Partei ihre Sitze im Wuppertaler Stadtrat von fünf auf 14 fast verdreifacht. Was das für die Gesprächskultur bedeutet – und wie die Kandidaten mit der neuen Situation umgehen wollen, wollte Radio-Wuppertal-Moderatorin Angela Wegener von beiden Kandidaten wissen.

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CDU-OB-Kandidat Matthias Nocke: „Das wird es bei mir nicht geben“

Matthias Nocke, der in der ersten Wahlrunde 23,4 Prozent erhielt, machte seinen Standpunkt sehr deutlich. „Entscheidend ist, dass man von Anfang an deutlich machen muss, und zwar mit dem nötigen Nachdruck, dass wir nicht beim Stammtisch der Schiffschaukelbremser sind, sondern dass wir im Wuppertaler Stadtrat sind. Als Vorsitzender des Rates werde ich nicht zulassen, was vor der letzten Sommerpause passiert ist: dass dann irgendwelche AfD-Leute vom Ausschaffen von Wuppertalerinnen und Wuppertaler sprechen.“

Seine Ansage war unmissverständlich: „Ich lasse nicht zu, dass aus dem Ratssaal der Stadt Wuppertal Wuppertalerinnen und Wuppertaler bedroht werden. Das wird es bei mir nicht geben.“

SPD-OB-Kandidatin Miriam Scherff: „Die werden lauter sein“

Miriam Scherff (SPD, 33,4 Prozent im ersten Wahlgang) sagte: „Ich darf vielleicht als Oberbürgermeisterin aufgrund von Neutralitätspflichten nicht mehr so gegen die AfD schießen, wie ich das heute mache.“ Trotzdem wolle sie Zeichen setzen: „Ich möchte mit dem Verwaltungsvorstand eine klare Haltung vorleben.“

Für Scherff bedeutet das konkret: öffentlich zeigen, „wofür wir in Wuppertal stehen, nämlich für eine bunte Stadtgesellschaft, in der wir Menschen akzeptieren. Unabhängig davon, ob sie queer sind, ob sie einen Migrationshintergrund oder eine bestimmte Religion haben.“

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Scherff rechnet mit Konfrontationen: „Mit 14 Sitzen der AfD wird es einfach anders als in der Vergangenheit. Die werden lauter sein. Die werden auch vielleicht andere Art von Anträgen stellen.“ Ihre Antwort darauf: Ordnungsrufe, wenn nötig auch gerichtliche Auseinandersetzungen. „Wenn sie dann beim Verwaltungsgericht klagen, dann ist das für mich auch völlig akzeptabel.“