„BUGA 2023: Mannheims andere Bundesgartenschau“ steht auf dem Buch an der Kasse der Buchhandlung Waldkirch. Darauf abgebildet ist der rostbraune Panoramasteg, der für so viele Diskussionen gesorgt hat. Barbara Waldkirch nimmt es aus dem Regal und schaut desinteressiert aufs Cover. „Wollen Sie‘s haben?“ Gute Frage: Sollte Wuppertal die Bundesgartenschau haben wollen?

Was Mannheim angeht, ist Waldkirch zwiegespalten. Als es darum ging, dass Mannheim die Bundesgartenschau 2023 bekommen soll, sei sie anfangs voller Euphorie gewesen. Präsent waren ihr noch die Bilder der BUGA 1975 als Mannheim erstmals eine Bundesgartenschau ausrichtete, die die Stadt entscheidend verändern sollte.

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Mit der Zeit wurde bei Barbara Waldkirch aus BUGA-Lust BUGA-Frust

Doch mit der Zeit nahm die Euphorie ab und die Probleme wurden größer. Vor allem die Parkplatzsituation hätte unter den vielen BUGA-Baustellen gelitten. Und mit ihr Waldkirchs finanzielle Situation: „Das war keine leichte Zeit. Wir haben viel ältere Kundschaft. Wenn die keine Parkplätze haben, kommen die nicht.“

Barbara Waldkirch kann ihre Kundschaft verstehen: „Ich gehöre zur Generation der unliebsamen Boomer. Aber ich möchte trotzdem am Leben teilnehmen. Wenn auf Spinelli die Apotheke Notdienst hat, kommen Sie mit dem Auto da nicht hin. Ich will aber nicht alles mit dem Lastenrad erledigen.“

BUGA 2031 in Wuppertal: Was Wuppertal von Mannheim lernen kann

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    Die Seilbahn war eines von Waldkirchs Highlights

    Spinelli ist der Park, auf dem die Bundesgartenschau 2023 stattfand. Mit einer Seilbahn wurde das neue BUGA-Gelände auf Spinelli mit dem alten BUGA-Gelände im Luisenpark verbunden. „Das war dafür ein echtes Highlight“, sagt Waldkirch mit strahlenden Augen.

    Dann war da aber auch die Sache mit dem Awo-Ballett. Eine Seniorinnen-Tanzgruppe wollte unter dem Titel „Weltreise in einem Traumschiff“ auf der BUGA auftreten. Die Veranstalter wollten der Gruppe die Verkleidung aus Ponchos und Sombreros verbieten, was zu einer Debatte um kulturelle Aneignung führte. „Noch heute wird das in jedem Artikel über die Damen thematisiert.“

    Mannheim: Kabinen der Seilbahn fahren auf dem Gelände der Bundesgartenschau hinter einem Blumenbeet. Diese Seilbahn brachte die Besucherinnen und Besucher der Bundesgartenschau von einem Park in den anderen.
    Mannheim: Kabinen der Seilbahn fahren auf dem Gelände der Bundesgartenschau hinter einem Blumenbeet. Diese Seilbahn brachte die Besucherinnen und Besucher der Bundesgartenschau von einem Park in den anderen.© dpa | Uwe Anspach

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    Barbara Waldkirch: „Es ist noch zu früh, um ein Fazit zu ziehen.“

    Die große Grünfläche, die durch die BUGA auf dem alten Militärgelände entstanden ist, listet die Buchhändlerin wiederum als positives Resultat auf. „Auf der anderen Seite wurde da unglaublich viel Erde angekarrt, weil der echte Boden zu trocken ist. Unter Nachhaltigkeitsaspekten: Naja.“

    Einerseits, andererseits – naja: Wenn Barbara Waldkirch der BUGA einen Titel geben müsste, würde sie vielleicht „BUGA? Naja“ wählen. „Ich bin wirklich zwiegespalten. Es hätte super werden können, aber es sind einfach auch viele Dinge schief gelaufen. Darum ist es irgendwie auch noch zu früh, um ein Fazit zu ziehen – bei den ganzen Projekten, die noch laufen.“

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    Bis 2027 laufen noch viele BUGA-Projekte

    Aktuell sind viele Stadtentwicklungsprojekte, die durch die BUGA angestoßen wurden, noch im Bau. „Bevor die nicht fertig sind, kann man es meiner Meinung nach nicht wirklich beurteilen.“

    Geplanter Bauabschluss ist für die meisten Projekte 2027. Zwei Jahre dauert es also mindestens noch, bis sich Barbara Waldkirch zu einem Fazit hinreißen lässt. Mal schauen, ob sie den BUGA-Bildband dann zufriedener über die Ladentheke reicht.