Zusammenfassung

  • Eine Umfrage in Witten zeigt, dass Bürger besonders mit dem Zustand der Straßen und der öffentlichen Sicherheit unzufrieden sind.
  • Die Gesundheitsversorgung und der öffentliche Nahverkehr werden hingegen überwiegend positiv bewertet.
  • Knapp 90 Prozent der befragten Wittener gaben an, mit ihrem Leben in der Stadt grundsätzlich zufrieden zu sein.

Bin ich mit meinem Zuhause und meiner Umgebung zufrieden? Fühle ich mich sicher? Denke ich, dass um mich herum alles läuft? Die Gegebenheiten in der eigenen Stadt sind ein großer Faktor für die Lebenszufriedenheit. 2024 hat Witten erstmals an einer koordinierten Bürgerbefragung zu dem Thema teilgenommen. Die Ergebnisse stehen im aktuellen Sozialbericht.

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An der Umfrage haben bundesweit 16 Städte teilgenommen, darunter Aachen, Neuss und Recklinghausen. In Witten sind 1500 Bürgerinnen und Bürger ab 16 Jahren zufällig ausgewählt und anonym befragt worden.

Wichtigste Themen der Wittener: Straßen und Sicherheit

Die Beteiligten sollten aus einer Auswahl an Themen zunächst drei benennen, die ihrer Meinung nach am wichtigsten für die Stadt sind. Über die Hälfte der befragten Wittener hat dabei die Infrastruktur der Straßen (54 Prozent) sowie die öffentliche Sicherheit (52 Prozent) als wichtigste Themen benannt. Im Sozialbericht heißt es dazu, dass beide Themen „unmittelbar die Alltagsqualität der Menschen“ berühren und „eng mit dem subjektiven Wohlbefinden verknüpft“ sind.

Sehr unzufrieden sind die Wittener mit dem Zustand der Straßen und Gebäude in der Stadt. Fast 80 Prozent der Befragten gaben hier an, „eher unzufrieden“ oder „überhaupt nicht zufrieden“ zu sein. Zum Vergleich: Der Durchschnitt aller Städte liegt in dieser Kategorie bei 50 Prozent. Durchschnittlich bewertet wurden dagegen die Schulen und der öffentliche Nahverkehr in Witten.

Der Zustand der Marienstraße am Mittwoch, dem 29. April 2026 in Witten.
Die Fahrbahn der Marienstraßen in Witten ist in einem schlechten Zustand.© FUNKE Foto Services | Walter Fischer

Verkehr: Auto bleibt beliebt

Beim ÖPNV, also dem öffentlichen Nahverkehr, wurde insbesondere die Taktung positiv gesehen. Drei Viertel der Befragten waren hiermit zufrieden. Auch wird der Nahverkehr in Witten mehrheitlich als bezahlbar empfunden (59 Prozent). Das Auto bleibt jedoch mit deutlichem Vorsprung das Verkehrsmittel der Wahl. 80 Prozent der befragten Wittener haben angegeben, es regelmäßig zu nutzen. Im Städtedurchschnitt sagten das nur 60 Prozent.

Bei der Befragung konnten die Wittener auch angeben, wie zufrieden sie mit der kommunalen Verwaltung sind. Dabei wurde die Verfügbarkeit von Informationen und Dienstleistungen im Internet am positivsten bewertet. Zwei Drittel der Befragten waren hiermit zufrieden.

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Gebühren sorgen für Unzufriedenheit bei vielen Wittenern

Die von der Stadt erhobenen Gebühren dagegen hielten viele für unverhältnismäßig. Insgesamt 54 Prozent waren hiermit unzufrieden. Der Städte-Durchschnitt lag bei rund 40 Prozent. Auch der Umgang der Stadt mit ihren finanziellen Mitteln wurde kritisch bewertet. 40 Prozent waren hier unzufrieden, knapp 20 Prozent zufrieden. Allerdings haben relativ viele diese Frage nicht beantwortet. Das deutet laut dem Bericht darauf hin, dass „Transparenz und Kommunikation in diesem Bereich noch gestärkt werden sollten“.

Positiv bewertet wurde die Gesundheitsversorgung in Witten. Drei Viertel waren hiermit zufrieden. Damit liegt die Stadt über dem Durchschnitt von 66 Prozent. Im Sozialbericht wird jedoch angemahnt, auch die Entwicklung in den Stadtteilen zu betrachten. Denn Stockum etwa hat seit dem Sommer 2025 keine Hausarztpraxis mehr.

Praxisschließung Witten-Stockum Engelmann Barth 2025
Die letzte Hausarztpraxis in Stockum ist seit vergangenem Jahr geschlossen.© WAZ | Florian Peters

Wohnen und Arbeiten in Witten

Auch die Zufriedenheit mit dem Wittener Wohnungs- und Arbeitsmarkt wurde abgefragt. Demnach fanden nur 14 Prozent der Teilnehmenden, dass es einfach ist, in Witten eine bezahlbare Wohnung zu finden. Mehr als die Hälfte der Befragten sah den Wohnungsmarkt als problematisch an. Im Städtevergleich schnitt Witten hier jedoch insgesamt besser ab.

Knapp jeder Fünfte findet, dass es in Witten einfach ist, Arbeit zu finden. Gerade im Vergleich zu anderen, größeren Städten wird dies hier als schwieriger eingeschätzt. Dabei fällt auf, dass die Zahlen nicht zwangsläufig die Bewertung der eigenen beruflichen Situation widerspiegeln. Denn damit sind fast drei Viertel der Befragten zufrieden.

Sicherheitsempfinden und Kriminalität gehen auseinander

Ein ähnliches Bild ergibt sich bei der Sicherheit. Laut Umfrage fühlten sich 67 Prozent der Befragten nachts in Witten nicht sicher. Damit habe sich das subjektive Sicherheitsgefühl verschlechtert. Währenddessen gehen laut der polizeilichen Kriminalstatistik die Straftaten in Witten zurück. Damit dürften die Gefühle der Befragten aber nicht „relativiert oder bagatellisiert werden, da es real erlebt wird und konkrete Auswirkungen auf Aufenthaltsqualität, Mobilität und Teilhabe hat“, so der Bericht.

Als Erklärung für das verschlechterte Sicherheitsgefühl werden einzelne aufsehenerregende Kriminalfälle und mediale Berichterstattung darüber genannt. Aber auch mangelnde Beleuchtung oder Sauberkeit haben laut dem Bericht einen Einfluss. Die gute Nachricht: In der unmittelbaren Nachbarschaft ist das Gefühl der Sicherheit mit 60 Prozent sehr viel höher. Das deute auf „stabile nachbarschaftliche Strukturen“ in Witten hin – ein sehr wichtiger Faktor für die Lebenszufriedenheit in der Stadt.

Die Teilnehmenden sollten auch noch einmal allgemein ihre persönliche Lebenszufriedenheit beurteilen. Dieser Wert lag sogar bei 90 Prozent.