„Hartmann‘s Kettenflieger“ läutet lautstark die „Superrunde“ ein - und somit das Ende dieser Fahrt. „Finale!“ Für die Schausteller war die am Montag zu Ende gegangene 331. Wittener Himmelfahrtskirmes alles andere als super. Zwar war das Wetter ab Samstag besser geworden. Aber da hatte es schon zwei Tage in die Kasse geregnet.

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Im vergangenen Jahr hatte es Petrus gut mit den Kirmesleuten gemeint, erinnert sich Karsten Genz, der holländische Pommes anbietet. Zumindest war es 2025 am Anfang deutlich freundlicher. An diesem Montag, dem Familientag, gibt‘s bei ihm die Currywurst für einen Euro günstiger, sie kostet nur 3,50. Doch selbst ein einigermaßen guter letzter Tag und nicht so schlechtes Wochenende können die Verluste nicht mehr auffangen.

Karsten verkauft holländische Pommes in Witten: „Es fehlen zwei Tage“

„Es fehlen zwei Tage“, sagt der 58-jährige Hertener mit Blick auf den verregneten Kirmesauftakt an Himmelfahrt und den ebenfalls schlechten Freitag. Genz spricht von einem Minus von 30 Prozent. „Der Samstag ist ja allgemein stark. Aber der Sonntag war auch nicht so gut. Die Leute sind schon nachmittags abgehauen, weil der Himmel so schwarz wurde.“ Zum Glück sei dann doch nichts runtergekommen.

30 Prozent weniger Umsatz: Karsten Genz hat auf der Wittener Himmelfahrtskirmes holländische Pommes verkauft.
30 Prozent weniger Umsatz: Karsten Genz hat auf der Wittener Himmelfahrtskirmes holländische Pommes verkauft.© WAZ | Jürgen Augstein

Das sah am Donnerstag oder Freitagabend noch ganz anders aus. In den Pfützen stand das Wasser, die Händler schrubbten gegen 21 Uhr die Nässe weg. Eine Wittener Schaustellerin beschrieb die Einbußen so. „Am Donnerstag hatten wir die Hälfte vom Üblichen, und am Freitag nur die Hälfte von der Hälfte.“ Das Wochenende, zumindest der Samstag mit Feuerwerk, lief dann wieder deutlich besser. Aber: „Die Verluste holste nicht mehr auf“, sagt Dagmar Bonner vom „Breakdance“.

Am Himmelfahrtstag nur zehn Grad: „Für Eis viel zu kalt“

Aber so ist Rummel und „gegen das Wetter biste machtlos“, stellt Pommes-Karsten fest, der sich zumindest am Montagnachmittag noch einiges von den jungen Familien und herbeiströmenden Teenagern versprach. Wobei sich der Himmel abends schon wieder stark verdunkelte und erneut einige Tropfen fielen. Es war aber zumindest relativ warm - während ausgerechnet zum Start an Himmelfahrt noch das große Bibbern herrschte.

„Wir hatten am Donnerstag zehn Grad. Da geht keiner vor die Tür“, sagt Andrea Aufermann vom Eisstand. Ihr Fazit: „Für Eis war es leider viel zu kalt.“ Zumindest an diesem Montag holt sich eine Mama ein leckeres Kirmeseis mit Schokoüberguss, das es für 2,50 statt drei Euro gibt. Und, immerhin: „Samstag und Sonntag waren okay“, sagt die alteingesessene Wittener Schaustellerin.

Himmelfahrt 2026
Keine Menschen, dafür viele Pfützen: Am Freitag herrschte auf der Himmelfahrtskirmes Tristesse pur.© WAZ | Jürgen Augstein-Peschel

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Auch die Fahrchips sind am Montag deutlich billiger. Der kleine „Breakdance“ schüttelt die kreischenden Teenager schon für drei statt 4,50 Euro durch die Luft. Auf dem „Big Monster“ kostet die Runde 3,50 Euro statt fünf. Am Montag könnte man auch noch draußen bei André und Ramona im Biergarten sitzen. „Am Wochenende wurde er ganz gut angenommen“, sagt der 52-Jährige. Erdbeerbowle und Aperol Spritz gehörten zu den Lieblingsgetränken.

Wittener Polizei: Keine Zwischenfälle

Fazit der 331. Himmelfahrtskirmes: Das Wetter hätte deutlich besser sein können. Aber so richtig mies waren die Geschäfte nun auch nicht. Und es ist alles friedlich geblieben, sagen Polizei und DRK. Das abgesperrte Gelände auf dem Saalbau-Parkplatz - bei der 597. Zwiebelkirmes war dort 2021 wegen Corona Premiere - ist insgesamt besser zu überwachen als die Kirmesmeile auf der Ruhrstraße.

Security war stets präsent, die Zugänge durch Fahrzeuge und mobile Sperren waren alle dicht. Auf die Ruhr- und Bergerstraße könnte der Jahrmarkt aber wieder Anfang September bei der 602. Zwiebelkirmes ziehen - schon wegen des Festumzugs. Merke: Nach dem Rummel ist vor dem Rummel.