Zusammenfassung
- In Witten fehlen immer mehr Parkplätze, weil es mehr Autos gibt und viele Stellflächen für E-Autos oder Elterntaxis genutzt werden.
- Die Stadt prüft verschiedene Lösungen, etwa Anwohnerparkzonen und bessere Kontrolle von Parkregeln auf E-Parkplätzen.
- Ein Gutachten schlägt vor, Parkplätze für Bewohner zu reservieren und mehr Flächen per Parkscheibe zu bewirtschaften; die Bevölkerung kann sich dazu noch informieren und äußern.
Bei diesem Thema kriegt Wittens Bevölkerung garantiert Puls: beim Parken. Stellflächen sind rar – und umkämpft. Dafür nehmen manche Menschen sogar Regelverstöße in Kauf. Wie können Lösungen aussehen?

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Der Reihe nach. Die Bommeraner Grundschullehrerin Annette Kraushaar stellte mit Blick auf ihren Ortsteil unlängst fest: „Früher gab es hier mehr Parkplätze.“ Das habe sogar gegolten, als am Bommerfelder Ring eine neue Siedlung entstand, damals in den 60er Jahren. Eng wurde es nach Beobachtung von Annette Kraushaar erst Jahrzehnte später: „Damals hatte jeder Haushalt maximal ein Auto. Heute sind es eher zwei bis drei.“ Fakt ist: Selbst im Krisenjahr 2025 wurden zwischen Ennepe und Ruhr im Jahresvergleich mehr Autos angemeldet. Ende vorigen Jahres waren’s unterm Strich rund 269.000 Fahrzeuge. Jedes sechste Auto fährt inzwischen ganz oder teilweise mit Strom – mit stark steigender Tendenz.
So viele E-Parkplätze gibt es in Witten
Mehr Autos auf Wittens Straßen ist aber laut Annette Kraushaar nur eine Erklärung für den wachsenden Parkdruck. Sie hat aber noch eine weitere Entwicklung ausgemacht, die kostenlosen Parkraum wegnimmt: der Ausbau von Stellfläche für sogenannte Elterntaxis sowie für E-Autos. Unbestritten ist, dass es immer mehr öffentlich zugängliche Ladesäulen im Stadtgebiet gibt. 126 Ladepunkte haben die Stadtwerke auf öffentlichem Grund eingerichtet, 55 weitere auf privatem Grund.

Christian Linder stimmt zu – aber er sieht das Parkplatz-Problem aus anderer Perspektive. Er ist Chef der Wohnungsgenossenschaft Witten-Ost (WWO). Eine Genossenschaft kann nicht für alle Mietparteien Wallboxen als Lademöglichkeit für E-Autos anbieten. Deshalb geht Linder einen anderen Weg: „Zentral in der Siedlung Witten-Ost an der Schellingstraße haben wir in Kooperation mit den Stadtwerken zwei öffentliche Lademöglichkeiten auf unserem Grundstück geschaffen.“ Mit Ladesäulen kamen Probleme. Benziner standen da, wo eigentlich Stromer stehen sollten.
Bommeranerin schlägt vor: Stadt Witten soll private Hochgarage übernehmen
Zunehmender Parkdruck macht sich zudem an der Uni Witten/Herdecke bemerkbar. Immer öfter herrscht während des Vorlesungsbetriebs Parkchaos im Gewerbegebiet Wullener Feld sowie in den Siedlungen Am Sonnenschein und Bebbelsdorf.

Ein Problem, drei Lösungswege. Die Lehrerin aus Bommern schlägt der Stadt vor, die private Hochgarage in ihrer Siedlung zu übernehmen und auszubauen. Ob es so kommt, ist ungewiss.
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So könnte das Stellplatz-Problem zwischen Sonnenschein und Wullener Feld gelöst werden
Stattdessen deutet sich eine Lösung für die Zone zwischen Wullener Feld, Uni und Bebbelsdorf an. Die Stadt hat bereits im vorigen Herbst mit der Planersocietät aus Dortmund externen Sachverstand eingekauft. Die Fachleute haben ein Gutachten erstellt. Sie wollen auswärtigen Verkehr idealerweise ins Uni-Parkhaus leiten. Das Gutachterbüro empfiehlt, wie die Stadt jüngst mitteilte, drei Bewohnerparkzonen einzurichten: eine an der Uni, eine im Bebbelsdorf und eine dritte am Sonnenschein. Die Fachleute nennen zudem weitere Details ihrer Planung: „Innerhalb der Zonen würde ein Teil der Stellplätze exklusiv für Anwohner reserviert werden.“ Zudem würden zahlreiche per Parkscheibenregelung bewirtschaftet.

Ein dritter Lösungsweg wird bereits beschritten. Stadtwerke und WWO gehen gegen Benziner auf E-Parkplätzen vor. Zunächst wurde die Beschilderung des E-Parkplatzes am Gebäude Schellingstraße 1 für die eigentliche Nutzung präzisiert, wie E-Auto-Experte Sören Braun von den Stadtwerken sagte. Das war aber nicht alles. Falschparkern wird mittlerweile angedroht, ihre Autos abzuschleppen: „Eine Zeitlang haben wir selbst Hinweiszettel hinter die Scheibenwischer falsch parkender Autos geklemmt“, wie Christian Linder erläuterte. Die Aktion hat offenkundig funktioniert: „Daraufhin hat sich die Situation gebessert“, fügt der WWO-Geschäftsführer hinzu, „wir mussten nicht abschleppen.“
Parkplatz-Not an der Uni Witten/Herdecke: Deshalb gibt es bald eine Info-Veranstaltung
Weil die Parkprobleme im Wullener Feld größer sind als an der Schellingstraße, will die Stadt erreichen, dass die betroffene Bevölkerung mit den neuen Regeln einverstanden ist. Der Plan der Planersocietät ist noch bis zum 29. Mai im Netz einsehbar: auf der Internetseite senf.app.
Obendrein ist eine öffentliche Info-Veranstaltung geplant: am Dienstag, 26. Mai, 18.30 Uhr, im Hörsaalgebäude der Uni, Alfred-Herrhausen-Straße 50, Witten. Anmeldung ist nicht erforderlich.




