Zusammenfassung
- Radfahrer können kaputte Bikes ab sofort an Wittens erster Service-Station reparieren.
- Sie steht an der Brücke über die Pferdebachstraße.
- Die Station ist ein ungewöhnliches Kooperationsprojekt.
Sophia Bröker muss einen guten Draht nach oben haben. Wittens Bike-Beauftragter ist ein kleines Wunder gelungen. Zur Vorstellung der ersten Fahrrad-Servicestation an der Brücke über die Pferdebachstraße leuchtete der Himmel derart frühlingsblau, als wäre er gemalt. Eine perfekte Kulisse für alle, die schöne Bilder zu schönen Nachrichten haben wollen. In diesem Fall waren’s Stadt, ADAC und nicht zuletzt die Wabe. Doch was bringt die neue Service-Station bei Platten, Pech und Pannen?

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Westfalens ADAC-Chef Thomas Oehler berichtet, was der stationäre Pannenhelfer für die Fahrrad-Gemeinde kann: Reifen können aufgepumpt werden, natürlich. Aber die Station bietet auch Werkzeuge wie Reifenheber und Schraubendreher, verstellbare Zange und Multi-Tool. Damit sind kleine mechanische Probleme zu lösen – zur Not per Anleitung aus dem Netz. Der ADAC hat klugerweise einen QR-Code auf der bienengelben Säule der Station angebracht, der ratlose Radfahrer zur digitalen Pannenhilfe im Netz führt.
ADAC-Fachleute helfen bei Rad- wie Rollstuhl-Pannen vor Ort
Zur Not legen Fachleute des ADAC aber auch vor Ort Hand an, wie Thomas Oehler betont. Das Service-Angebot gilt ebenfalls für Rollstuhlfahrer auf dem autofreien Rheinischen Esel. Die Botschaft wird im nahen Feierabendhaus vermutlich gern vernommen.
Das Projekt Service-Station dient als gutes Beispiel für Zusammenarbeit zwischen öffentlichen und privaten Einrichtungen. „Das machen wir gerne“, sagt Oehler mit Blick auf den wachsenden Anteil radfahrender ADAC-Mitglieder. Die Stadt macht ähnliche Beobachtungen. Der Fahrrad-Anteil am Gesamtverkehr hat inzwischen 13 Prozent erreicht. Die Stadt erwartet langfristig eine Steigerung auf 25 Prozent. Zu bekannten Gründen wie Klimaschutz und Krankheitsprävention kommt neuerdings die Erkenntnis, dass Radfahren Spritkosten senkt.

Service-Station für kleines Geld an Brücke über Pferdebachstraße errichtet
So kann die Service-Station am Rheinischen Esel die Lust aufs Fahrrad weiter befeuern – und das für kleines Geld. Der ADAC spendierte die Station im Wert von 3500 Euro. Die Stadt orderte ihrerseits einen Betonsockel. Ein Bauhof-Trupp sorgte fürs Fundament. Die Kosten für den Stadt-Haushalt waren übersichtlich, wie Stadtbaurat Stefan Rommelfanger auf Nachfrage sagt. Die vier Ruhrtal-Ranger der Wabe um Chef Mark Kohlberger beheben, falls nötig, Schäden an der Station.
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Dabei gibt sich Thomas Oehler vom ADAC zuversichtlich: „Wir haben ganz wenig Vandalismus-Schäden.“ Tatsächlich kann er auf Erfahrungen zurückgreifen. Der ADAC hat westfalenweit inzwischen 25 stationäre Pannenhelfer aufgestellt.
Wo die nächste Service-Station in Witten aufgestellt wird
Es sollen noch mehr werden – auch in Witten. Fahrrad-Beauftragte Bröker erklärt, die nächste Station werde am Fähranleger am beliebten Freizeit-Hotspot Schleusenwärterhaus am Ruhr-Ufer in Heven aufgestellt. Stadtbaurat Rommelfanger bittet aber um Geduld. Die zweite Station sei Teil des fahrradfreundlichen Umbaus des Fähranlegers. Im Rahmen der Internationalen Gartenausstellung (IGA) im Ruhrtal seien gerade 2,5 Millionen Euro an Fördergeldern von der Bezirksregierung Arnsberg bewilligt worden.

Tatsächlich sieht auch die IHK Mittleres Ruhrgebiet im Ausbau des Fahrrad-Wegenetzes Potenzial für heimische Wirtschaften. Eine bessere Anbindung des Ruhrtal-Radwegs an Wittens City, so sagte jüngst Hauptgeschäftsführer Michael Bergmann der Redaktion, nütze der Gastronomie.
Wie Stadt Witten Ausbau der Fahrrad-Infrastruktur vorantreibt
Genau da setzt die Planung der Stadt an. Am 8. Mai will Rommelfanger ein erstes Konzept für den fahrradfreundlichen Ausbau der Sprockhöveler und der Herbeder Straße in Richtung Zeche Nachtigall in einer öffentlichen Veranstaltung vorstellen.

Weniger theoretisch, dafür aber unbedingt praktisch ist eine „Mobile Fahrradwerkstatt“ der Uni Witten/Herdecke. Am Donnerstag, 7. Mai, 11 bis 14 Uhr, lernen Studierende, wie sie Pannen beheben können. Natürlich werden sie weiter Platten haben – aber sie stehen dann wohl nicht mehr auf dem Schlauch.
Stadtradeln
Witten beteiligt sich in diesem Jahr zum zehnten Mal an dem bundesweiten Umwelt-Wettbewerb „Stadtradeln“. Vom 1. bis zum 21. Mai sei wieder die ganze Stadtgesellschaft eingeladen, wie die Stadt mitteilt, für den Klimaschutz in die Pedale zu treten.
Neben Witten beteiligen sich alle acht weiteren Städte im Kreis. Radfahren senke die Belastung der Luft durch das Klimagift Kohlendioxid, heißt es. Zugleich stärke es die Fitness der Teilnehmenden. Bisher liegen rund 400 Anmeldungen vor. Weitere Teilnehmende sind erwünscht. Anmeldung: https://www.stadtradeln.de/witten




