Mit dem Frühling hat die Radsaison in Witten begonnen. Das gilt für Innenstadt und Außenbezirke, Ruhrtalradweg und Rheinischer Esel. Immer wieder kommt es dabei zu Unfällen. An fast jedem dritten sind Fahrradfahrende beteiligt. Was nun?

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Die Polizei hat in ihrer jüngsten Bilanz zwar Erfreuliches über den Radverkehr vermeldet. So sank die Zahl der Unfälle im Stadtgebiet, an denen Bikes beteiligt waren, binnen Jahresfrist von 93 auf 89. Und dennoch: Der Anteil der Fahrradunfälle an der Gesamtsumme von Unfällen mit Verletzten liegt bei fast 30 Prozent.
Diese Kreuzung in Witten ist besonders gefährlich
Als besonders gefährlich gilt die Kreuzung Ruhrstraße/Mühlengraben. Seit vorigem Jahr gilt der Bereich – trotz Sondermarkierungen für den Radverkehr – als Unfallhäufungsstelle. Binnen drei Jahren hat die Polizei insgesamt zwölf Unfälle mit teilweise schwerverletzten Personen aufgenommen. „Hauptproblem: Rechtabbieger kollidieren mit Fahrrad- und Pedelecfahrenden“, heißt es in der jüngsten Unfallbilanz.
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Welche Maßnahmen schlägt die Polizei zur Erhöhung der Verkehrssicherheit vor? Sprecherin Mirella Turrek nennt Überprüfung und Optimierung der Verkehrsführung an Brennpunkten, etwa bessere Sichtbeziehungen, angepasste Ampelschaltungen, klarere Markierungen und Beschilderungen.

Enge Zusammenarbeit zwischen Polizei und Städten
Weitere Maßnahmen sind Verkehrsüberwachung, um die Einhaltung der Regeln zu erhöhen, Präventionskampagnen und Aufklärungsarbeit zum sicheren Miteinander im Straßenverkehr. Turrek weist darauf hin, dass die Polizei eng mit den Kommunen zusammenarbeite, um die Verkehrsinfrastruktur, insbesondere für den Radverkehr, zu verbessern.
Doch auch die Verkehrsteilnehmenden selbst können zu mehr Sicherheit auf den Straßen beitragen. Wer im Auto am Steuer sitzt, könne beispielsweise beim Abbiegen besonders aufmerksam sein. Der Schulterblick ermögliche, Radfahrende frühzeitig wahrzunehmen. Mirella Turrek rät: runter vom Gas und ausreichend Seitenabstand beim Überholen von Radfahrenden einhalten und defensiv fahren.

Polizei sieht auch Radfahrer in der Pflicht
Die Polizeisprecherin sieht aber auch die Zweirad-Gemeinde in der Pflicht. Gute Sichtbarkeit sei wichtig. Dazu zählen Beleuchtung und reflektierende Kleidung. Und natürlich müssten auch die Fahrradfahrer die Verkehrsregeln einhalten. Das gilt für die erlaubte Fahrtrichtung, das Einfahren in den fließenden Verkehr und den Alkoholkonsum. Zudem sollten Radfahrende keinesfalls in den toten Winkel von Lkw und Pkw geraten.

Besonderen Augenmerk legt die Polizei übrigens auf E-Bikes. „Die höhere Geschwindigkeit wird oft unterschätzt – sowohl von ihnen selbst als auch von anderen Verkehrsteilnehmenden“, weiß die Sprecherin. Folge: „Bremswege können länger sein als erwartet.“ So leistungsstark die Bike-Technik, so wenig sattelfest zeigen sich oft die Menschen, die Pedelecs fahren. Ihnen fehlt laut Polizei allzu oft die Fahrpraxis.

Die Ordnungsbehörde setzt auf Vorbeugung. Spezielle Trainings und Pedelec-Kurse zur sicheren Fahrzeugbeherrschung gehören dazu. Die Polizei denkt aber nicht nur an die Generation Ruhestand. Auch der Bike-Nachwuchs muss geschult werden. Radtraining gibt’s in den vierten Grundschulklassen – in Theorie und Praxis.




