Der langjährige Wittener FDP-Politiker Frank-Steffen Fröhlich ist tot. Die Nachricht hat viele seiner Weggefährtinnen und Gefährten völlig unvermittelt getroffen. Der gebürtige Remscheider war seit Jahren eng mit Witten verbunden, politisch wie privat. Das sagen Menschen über ihn, die ihn näher kannten.

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„Er war ein ganz feiner Mensch, auf den man sich immer verlassen konnte“, erklärt Jan Pohl, der junge Parteichef der Liberalen in Witten. Er saß mit Fröhlich nach der Kommunalwahl 2025 nicht nur als Zwei-Mann-Gruppe wieder im Rat. Der 29-Jährige bezeichnet den früh Verstorbenen ausdrücklich auch als Freund - der ganz in seiner Nähe in der Innenstadt wohnte.

Noch vor Weihnachten munter am Küchentisch zusammen in Witten gesessen

Man konnte den grauhaarigen Bartträger manchmal noch spätabends im Wiesenviertel treffen. Fröhlich war immer für eine launige Unterhaltung zu haben, gerne über die Orts- und Bundespolitik. Der alleinlebende Kommunalpolitiker war gut vernetzt, hatte einen Draht zu anderen Fraktionen und immer eine Meinung. Er konnte aber auch zuhören und diskutieren.

So kannte man ihn: Frank-Steffen Fröhlich, hier auf einer ebenfalls älteren Aufnahme.
So kannte man ihn: Frank-Steffen Fröhlich, hier auf einer ebenfalls älteren Aufnahme. © Fischer / FUNKE Foto Services | Fischer

„Wir haben vor Weihnachten noch ganz munter bei uns am Küchentisch zusammengesessen“, erinnert sich Pohl. Auch zum Jahresanfang habe er Fröhlich noch gesehen, dem nichts anzumerken gewesen sei. Es ist öffentlich nicht bekannt, warum der 61-Jährige bereits Mitte Februar starb - an einem Freitag, den 13., ausgerechnet.

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Sein Herz schlug für die Politik, vor allem die Kultur. Es fiel denn auch in der Februarsitzung des Kulturforums auf, dass Frank-Steffen Fröhlich unentschuldigt fehlte - was noch nie vorgekommen sei, so Pohl. „Ich habe dann mehrere Anrufe bekommen, ob es ihm gut geht.“

Im Landtagswahlkampf 2017 gelang es der FDP mit Frank-Steffen Fröhlich (3. von rechts) an der Spitze, den damaligen Parteichef Christian Lindner nach Witten zu holen.
Im Landtagswahlkampf 2017 gelang es der FDP mit Frank-Steffen Fröhlich (3. von rechts) an der Spitze, den damaligen Parteichef Christian Lindner nach Witten zu holen. © FUNKE Foto Services | Jürgen Theobald (theo)

Fröhlich habe einen starken Bezug zu Witten gehabt und sich wie kein Zweiter für die Kultur vor Ort eingesetzt. „Er war ein großer Verfechter für alles, was für Kultur, für Integration steht“, sagt Pohl. Der Freidemokrat nahm intensiv am Stadtgeschehen teil, „er war bei jeder Veranstaltung dabei, ob Zwiebelkirmes, Partnerschaftsverein oder Gedenktag“. Für ihn sei Politik mehr als ein Hobby gewesen.

„Wir werden ihn richtig vermissen“, sagt Kulturforumsvorständin Jasmin Vogel. „Als Mensch und Verfechter der Kultur.“ Frank-Steffen Fröhlich, der dem Verwaltungsrat angehörte, habe sich etwa für die Leseförderung von Kindern eingesetzt, die freie Kulturszene und die Zusammenführung von Stadtbücherei und Museum am Standort Husemannstraße. Seit 1999 habe er das Kulturforum begleitet.

Streit innerhalb der Partei geschlichtet

Im Stadtrat saß Fröhlich seit 2008. Sachkundiger Bürger wurde er schon vor 26 Jahren. Er war FDP-Fraktionsvorsitzender und Parteichef. Innerparteilich war er umso mehr gefragt, als Streitereien den Wittener Ortsverband 2011 erschütterten. „Steffen hat damals mit dafür gesorgt, dass wir uns wieder zusammengerauft haben“, erinnert sich Peter Heiner, der 2014 selbst an der Spitze der Partei stand. Auch er ist von dem plötzlichen Tod geschockt.

„Steffen war einfach ein toller, engagierter Mensch“, sagt der 72-Jährige. Darüber hinaus sei er ein klassischer Liberaler gewesen, der andere Meinungen akzeptieren konnte. „Und der vor allem pragmatisch war“, so Heiner. Stimmte er in der Sache überein, hatte Fröhlich kein Problem damit, seinen Finger selbst für Anträge anderer Parteien oder Beschlussvorschläge der Verwaltung zu heben.

Unermüdlich hat der diplomierte Betriebswirt bis zuletzt für die Liberalen Wahlkampf gemacht, selbst als sie schon aus dem Bundestag geflogen waren. Er wird vielen fehlen, nicht nur bei zufälligen Begegnungen spätabends auf der Ausgehmeile im Wiesenviertel.