- 2,06 Euro kostet „Super“ am Samstag (7.3.) zur Mittagszeit an einigen Tankstellen in Witten
- „Schäbig“ nennt eine Autofahrerin den sprunghaften Anstieg der Spritpreise
- Rentner guckt auf seine „clever-tanken“-App - und fährt dann los
Die Preise an den Tankstellen bleiben hoch, auch an diesem Samstag (7.3.). Wo es am günstigsten ist, kostet „Super“ (E 5) zur Mittagszeit 1,94 Euro (Aral, Wittener Straße 71), 1,97 Euro wie an der „HEM“ am Bodenborn oder bei Lente am Bahnhof, 1,98 Euro an den Automatentanken an der Dortmunder und Hörder Straße oder 1,99 Euro wie bei HEM in Annen, Lanwehr an der Liegnitzer Straße oder Jet an der Dortmunder Straße. Die magische Zwei-Euro-Marke hat die „Sprint“ am Wannen in Heven erreicht (2,0).

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Überschritten wurde diese Linie an der Aral an der Sprockhöveler Straße 1 und 147 (beide 2,01 Euro), und deutlich mit 2,06 Euro an der Shell (Bochumer Straße) und Esso (Friedrich-Ebert- und Dortmunder Straße).
„clever-tanken“-App: Hier erfährt man, wo es in Witten und Umgebung am günstigsten ist
Diesen Text haben wir bereits am Donnerstag (4.3.) veröffentlicht:
Der Blick morgens um sieben in die „clever-tanken“-App ist ernüchternd. Über Nacht sind die Preise an vielen Zapfsäulen in Witten auf über zwei Euro hochgeschnellt. Autofahrerinnen und Autofahrer sind frustriert und wütend. „Schäbig“, kommentiert Angelina (34) das Verhalten der Mineralölkonzerne, die seit dem Ausbruch des Iran-Kriegs an der Preisschraube drehen. „Das ist Wucher“, sagt die Autofahrerin.
Sie hat gerade für 20 Euro getankt - und sogar noch den „günstigeren“ Tarif am Mittwochnachmittag (4.3.) erwischt. Da kostete der Liter Super E 10 noch 1,86. Am Donnerstagmorgen zeigt die App der freien Tankstelle 1,98 Euro - also glatte zwölf Cent mehr. Der Preis für E 10 liegt da in Witten teilweise noch knapp unter zwei Euro, an einigen „Tanken“ aber auch schon darüber.
Benzin- und Dieselpreise klettern vielerorts über Zwei-Euro-Marke
Die gängigste Benzinsorte „Super“ (E 5) hat ebenso wie Diesel die Schallmauer von zwei Euro vielerorts durchbrochen. Was am Vortag noch um die 1,90 Euro kostete, ist aktuell kaum noch unter zwei Euro zu haben. Wie bei E 10 scheint hier die Aral an der Wittener Straße 71 mit zeitweise 1,89 Euro für den Liter Super noch eine der günstigsten Stationen zu sein - zumindest am Donnerstagmorgen.
Selbst an Automatentankstellen wie der SB an der Hörder Straße oder Dortmunder Straße ist die magische Grenze von zwei Euro bei Super (und Diesel sowieso) erreicht. Die allerwenigsten Tankstellen liegen noch darunter. Selbst freie Tanken wie Lente haben am Donnerstag gegen elf Uhr die Zwei-Euro-Marke erreicht. Bei Esso oder Shell werden zu dieser Zeit 2,01 bis 2,03 Euro fällig. Es kann sich minütlich ändern.

Am Mittwoch den Tank noch bei 1,85 Euro vollgemacht
Die Autofahrer in Witten finden deutliche Worte für die Preisexplosion. „Die Mineralölfirmen sahnen wieder ab“, sagt Joachim (78), der gerade in der Innenstadt den Tank vollmacht. „Ich habe eine App und dann fahre ich los.“ Er hat es am Mittwochnachmittag sogar noch bei 1,85 Euro für den Liter E 10 geschafft. Es gebe überhaupt keinen Grund für den drastischen Anstieg, findet der Rentner. „Wir kriegen unser Öl doch überwiegend aus Norwegen und England.“ Nun befürchtet er, dass die Preise steigen und steigen - „wenn der Krieg weitergeht“.
Es trifft vor allem die Unternehmen sowie Pendlerinnen und Pendler, die weite Wege zurücklegen müssen. „Ich kann die paar Kilometer zur Arbeit ja noch laufen“, sagt die Kassiererin an einer Tankstelle. „Meine Tochter muss aber 50 Kilometer fahren. Einen Weg!“
Die Frau, die ihren Namen nicht nennen möchte, fühlt sich an den Anfang des Ukraine-Kriegs erinnert. „Da sind die Preise auch so hochgegangen und Diesel war teurer als Super.“ Da die Lkw, die viele Waren des täglichen Bedarfs transportieren, mit Diesel fahren, fürchtet sie nun wieder einen generellen Preisanstieg - nicht nur beim Sprit, sondern auch bei Energie (Heizöl, Gas) oder Lebensmitteln. „Das macht alles keinen Spaß mehr.“
Zeitweise schnellt der Dieselpreis auf bis zu 2,08 Euro hoch
Tatsächlich scheint es gerade beim Diesel keine Obergrenze zu geben. Die Preisspanne reicht am Donnerstagmorgen von 2,02 Euro/Liter an der Lanwehr-Tankstelle in der Liegnitzer Straße oder zwei Euro an der HEM in Annen bis zu zeitweise 2,08 Euro bei Esso (Dortmunder Straße), Aral (Sprockhöveler Straße 1) oder Shell (Bochumer Straße). Mittags um eins sind die Preise wieder gefallen, „Super“ auf knapp unter zwei Euro. Eine Achterbahn.
„Die sollen sich da unten wieder einkriegen“, ermahnt Michel (35) die Kriegsparteien. Der Motorradfahrer arbeitet bei den Edelstahlwerken und kommt aus Herbede. „Das ist zum Glück nur ein Katzensprung.“ Gerade hat er voll getankt, zehn Liter Super für rund 20 Euro.

„Alle tanken jetzt voll“, sagte eine Kassiererin noch am Mittwochnachmittag (4.3.), als Diesel noch um die 1,97 kostete und Super um die 1,92. Manche brachten sogar Reservekanister mit. Gar nicht so doof. Donnerstagvormittag ist man schon gut zehn Cent weiter.
Galgenhumor hilft, mit der schwierigen Situation umzugehen
Aber wie die Wittener als froh gestimmte Ruhrgebietsnaturen so sind: Sie nehmen auch das mit Galgenhumor. Als der Preis zwischenzeitlich um einen Cent fällt, bricht Gelächter im Kassenraum einer freien Tankstelle aus. Kunde Michel scherzt: „Jetzt kauf ich mir einen Tanklaster.“
Neben dem Standort spielt auch der Zeitpunkt des Tankens eine wichtige Rolle. Erfahrungsgemäß sind die Preise in den Abendstunden zwischen 18 und 22 Uhr oft am niedrigsten. Wer hingegen am Morgen tankt, muss nicht selten mit deutlich höheren Kosten pro Liter rechnen. Auf Apps wie clever-tanken.de erfährt man die jeweils aktuellen Preise in der gewünschten Stadt und Umgebung. (Witten/Bochum zum Beispiel).





