Eine der größten Liebesgeschichten aller Zeiten feiert im Februar in der Dortmunder Westfalenhalle Premiere. 3000 Sängerinnen und Sänger aus ganz NRW wirken beim Musical „Judith“ mit. Unter ihnen sind auch Marie Hoffmanns und ihre „Soul Teens“. Die 24-Jährige leitet den jungen Chor der Creativen Kirche. Immer freitags proben sie in der Wittener Pop-Akademie an der Ruhrstraße für das Mega-Ereignis - Aufregung und Ohrwürmer inklusive.

Täglich (außer Samstag)
Witten-Newsletter: Jetzt kostenlos anmelden!
Nachrichten, Service, Reportagen: Jeden Tag wissen, was in unserer Stadt los ist.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Dabei ist Marie Hoffmanns trotz ihres Alters eigentlich schon ein alter Hase in puncto Chorgesang. Überhaupt die Musik - „die begleitet mich schon mein ganzes Leben lang“, sagt sie. Marie wuchs in Düsseldorf in einer großen Familie mit zwei Schwestern auf. „Meine Mama ist sehr musikalisch. Bei uns wurde immer viel gesungen.“
Chorleiterin verbindet Musik, Emotionen und Glauben im Ensemble
Marie Hoffmanns sang im Schulchor, im Kirchenchor und in einem Kammerchor. Aktuell ist sie in einem A-Capella-Ensemble aktiv. Gemeinsam und mehrstimmig zu singen, dabei gleichzeitig Emotionen und eine Botschaft rüberzubringen - das begeistert sie. „Musik ist eng verknüpft mit dem Ausdruck meines Glaubens.“ Auch der spielt in ihrem Leben schon immer eine große Rolle.
Lesen Sie auch
Ihr Traum war stets die Chorarbeit. „Am liebsten will ich einfach Chorleiterin werden“, hat sie vor ein paar Jahren mal zu ihrer Mutter gesagt. Die hatte damals bezweifelt, dass es den Job überhaupt gibt. Inzwischen scheint es möglich. Nachdem Marie Hoffmanns zunächst mit Medizin angefangen hat, studiert sie nun im fünften Semester das Fach „Kirchenmusik Popular“ an der Evangelischen Pop-Akademie in Witten.
Vom Medizinstudium zur Pop-Akademie in Witten
„Ich bin glücklich mit dieser Entscheidung und dass ich den Mut hatte, mich zu bewerben“, sagt sie rückblickend. Die Aufnahmeprüfung sei sehr anspruchsvoll. Zwei Instrumente muss man dafür können. Klavier spielt Marie schon seit ihrem sechsten Lebensjahr. Gitarre hat sie extra für die Prüfung gelernt. Der Traum rückt näher: Als Kirchenmusikerin könne sie später auch wunderbar einen Chor leiten.

Doch nun fiebert Marie mit ihren „Soul Teens“ erstmal dem großen Auftritt in der Westfalenhalle entgegen, für den sie seit Anfang November proben. 25 Lieder, darunter einige große Chorstücke, gehören zum Musical „Judith und das Wunder der Schöpfung“.
Die dramatische Liebesgeschichte führt mitten hinein in die Fragen unserer Zeit: Wie gehen wir mit Konflikten um? Wie finden wir Wege, trotz Unterschiedlichkeit gemeinsam zu handeln? Doch zugleich ist es der gewaltige Chor mit seinen 3000 Stimmen, der das Publikum nach Pop-Oratorien wie „Die zehn Gebote“ oder „Luther“ erneut begeistern wird.
Am liebsten will ich einfach Chorleiterin werden.
Marie Hoffmanns über ihren Traumberuf
Marie hat auch da als Kind schon mitgesungen. Hat sich Autogramme von Solisten geholt. „Ich war Teil von etwas Coolem. Das war eine Wahnsinnserfahrung.“ Die Vorbereitung mit den „Soul Teens“ laufe gut, sagt die Chorleiterin jetzt. „Die Musik ist sehr neu und modern. Viele Melodien gehen ins Ohr.“
Natürlich gehöre ein wenig Aufregung vor der Aufführung dazu. Aber sie mache sich keine Sorgen, dass etwas nicht klappen könnte. „Wenn so viele um einen herum mitsingen, das gibt Sicherheit. Da kann man sich nicht blamieren.“

Zwei Aufführungen an einem Tag
Zwei Aufführungen an einem Tag, am Abend zuvor die Generalprobe - das ist trotzdem kein Pappenstiel. „Viel trinken, viel schlafen, die Stimme schonen.“ Das sind Maries Tipps vor dem großen Tag. Und wenn der Hals trotzdem kratzt, helfen „Wunder-Lutschbonbons“.
Marie bereitet übrigens nicht nur die Wittener „Soul Teens“ auf das Musical vor. In ihrer Düsseldorfer Heimatgemeinde ist extra wegen „Judith“ ein Projektchor mit fast 50 Mitgliedern entstanden, den sie ebenfalls leitet. Auch der Rest der Familie singt dort mit. Nur der Papa nicht. Doch der wird am 21. Februar im Publikum sitzen und dem monumentalen Ereignis gebannt lauschen.





