Zusammenfassung
- Unter dem Vordach des ehemaligen Kaufhof-Gebäudes in Witten wurde eine tote Taube mit herausgerissenem Flügel entdeckt.
- Der Verein „Initiative Stadttauben Witten“ vermutet einen Fall von Tierquälerei und hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet.
- Der Wittener Verein schließt aufgrund der Art der Verletzung einen Unfall oder einen Angriff durch ein Raubtier aus.
Viele werden achtlos daran vorbeieilen. Doch wer genau hinsieht, dem bietet sich ein grausames Bild. Unter dem Vordach des alten Kaufhof-Gebäudes - direkt gegenüber vom Citybäcker - liegt in der linken Ecke eine tote Stadttaube. Ihr wurde offenbar ein Flügel herausgerissen. Der Knochenstumpf ist zu sehen. Die Wände ringsum sind blutbespritzt. Auf dem Boden hat sich eine kleine Lache gesammelt. Die Wittener Initiative Stadttauben vermutet einen „Fall von Tierquälerei“. Sie hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

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„Das ist ganz entsetzlich. So etwas habe ich noch nie gesehen“, sagt Vorsitzender Roland Dirks, der sich seit 2006 im Verein engagiert. Er hat die tote Taube, deren linker Flügel fehlt, bei einem Rundgang am zweiten Weihnachtsfeiertag entdeckt. Die Initiative tauscht regelmäßig Taubeneier durch Attrappen aus, um den Bestand dieser Tiere in der Innenstadt zu reduzieren.
Tote Taube am alten Kaufhof hatte zwei Küken im Nest
„Am Ex-Kaufhof hatten wir ein Gelege übersehen und wollten nun kontrollieren, ob der Nachwuchs dort den Winter überstehen kann“, so der Tierschützer. Denn die betroffene Taube saß in ihrem Nest, in dem sich zuletzt außerdem zwei etwa sieben Tage alte Küken befanden. „Sie sind nun verschwunden.“ Dass Tauben zwischen den spitzen Stacheln, die sie eigentlich an den Gebäudefassaden abwehren sollen, brüten, sei nicht ungewöhnlich. Altvögel seien geschickt und würden diese einfach umbiegen.

Ob es sich tatsächlich um Tierquälerei handelt, wie Stadttauben-Chef Roland Dirks glaubt, ist zwar noch nicht hundertprozentig sicher. Er ist jedenfalls regelrecht geschockt, wie brutal der oder die möglichen Täter vorgegangen sein müssen. „Da an Rücken und Kopf keine weiteren Verletzungen zu sehen sind, gehe ich davon aus, dass der Flügel durch Zug von unten mit großer Kraft abgerissen wurde.“
Initiative Stadttauben vermutet gezielte Gewalteinwirkung
Deshalb schließe er aus, dass ein Raubtier die Taube angegriffen haben könnte. „Die Wunden sähen dann anders aus.“ Außerdem sei die Stelle, an der die Taube sitzt, sehr unzugänglich. Sperber oder Marder würden sich da nicht rantrauen. Ein Unfall sei ebenfalls nicht anzunehmen. Dirks: „Die vollständige Abtrennung eines Flügels ist durch die Taubenabwehrspikes ist nicht möglich. Ein Taubenflügel ist muskulös und sehr stabil.“

Er vermutet, dass die Taube an Ort und Stelle misshandelt und getötet wurde. Dirks: „Beim Brüten im Nest können Tauben leicht überrascht und gepackt werden.“ Die drei Meter Höhe könnten problemlos per Räuberleiter überwunden werden. Vielleicht habe dort aber auch noch irgendetwas vom abgebauten Weihnachtsmarkt herumgelegen, dass zum Klettern animierte. Den abgerissenen Flügel hat Roland Dirks nicht gefunden, er hat alle Abfalleimer in der Umgebung überprüft.
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Seine Entdeckung trieb ihn direkt zur nahegelegenen Polizeiwache. Dort habe man ihn aufgefordert, eine Online-Anzeige zu stellen. „Es ist uns wichtig, dass so etwas dokumentiert wird“, so der Vereinsvorsitzende. Er hofft nun, dass sich Zeugen melden.
Wer zwischen dem 24.12. (mittags) und dem 26.12. (14.20 Uhr) etwas beobachtet hat, kann sich melden: info@stadttauben-witten.de oder 01575 2287164 (Anrufbeantworter).





