Zusammenfassung

  • Die Ruhrtalfähre „Hardenstein“ ist in diesem Jahr so erfolgreich gewesen wie lange nicht. Warum?
  • Naheliegend wäre ein Verweis auf das eher trockene, warme Wetter.
  • Doch das allein ist erklärt das Fahrgast-Plus nicht. Vielmehr hat sich die Wabe clever auf den tendenziell wärmeren Herbst eingestellt.

Die Wittener Ruhrtalfähre „Hardenstein“ ist beim Publikum in diesem Jahr deutlich beliebter als 2024. Welche Rolle die Saisonverlängerung bis Ende November dabei spielt, erklärt der Chef des Betreiberunternehmens Wabe, Mark Kohlberger, im Gespräch mit der Redaktion.

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Die Fähre pendelt zwischen den Stadtteilen Heven und Bommern. Die Saison startete später als erhofft. Normalerweise hätten Kapitän Helmut Schoenekess und sein Team den Betrieb bereits Anfang April eröffnet. Doch die Reparatur des Schiffs hatte wetter-bedingt länger gedauert als erwartet. Auch die behördlichen Genehmigungen hatten auf sich warten lassen. Die Qualifizierungsgesellschaft Wabe hatte die „Hardenstein“ dafür vier Wochen länger fahren lassen. Schluss war in diesem Jahr erst Ende November.

Wetter in Wittens Ruhrtal war eher trocken und warm

Unterm Strich ließen sich in diesem Jahr rund 162.000 Fahrgäste über die Ruhr schippern – rund 40.000 mehr als im Jahr 2024. Die Zahlen im November lagen bei einem Drittel des Oktober-Werts. Die Saison war - bis auf den nassen Juli - von eher trockenem, warmem Wetter geprägt.

Schleusenwärterhaus wird renoviert in Witten
Wabe-Chef Mark Kohlberger ist stolz auf die neueste Errungenschaft: Der Pavillon am Schleusenwärterhaus sorgte dafür, dass Musiker bei der Konzertreihe „Ruhrtal Beats“ im Trockenen spielten (Archiv).© FUNKE Foto Services | Jürgen Theobald

Die Wabe plant dennoch, die Saison der „Hardenstein“ dauerhaft um insgesamt acht Wochen zu verlängern. Beginn soll künftig bereits der 1. März, Saisonende der 30. November sein. An Frosttagen bleibt die Fähre allerdings am Ufer. Doch grundsätzlich gilt: Mehr Betriebsstunden seien gut für Team und Technik, erklärt Kohlberger. „Wir gehen davon aus, dass sich unser Angebot herumspricht.“

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Auch die Öffnungszeiten des Schleusenwärterhauses sollen angepasst werden. Allerdings verspricht Kohlberger der Öffentlichkeit in Vor- und Nachsaison keinen Regelbetrieb: „Wir werden punktuell öffnen.“ Es sei problemlos machbar, einen Teil des Teams vom Zollhaus zum nahen Schleusenwärterhaus zu schicken. Beim Bethaus, oberhalb des Industriemuseums Zeche Nachtigall in Bommern, lohne sich der Aufwand einer punktuellen Öffnung jedoch nicht.

Wittens Wabe hält Gastro-Preise stabil

Die Wabe informiert ihr Publikum auf ihrer Homepage wabembh.de per Ampel-System darüber, ob das Schleusenwärterhaus geöffnet hat und die Fähre schippert. Selbst bei der Freiluft-Konzertreihe „Ruhrtal Beats“ habe sich das Info-System per Ampel bewährt, wie Kohlberger ergänzt. „Wir sind da zuverlässig und reagieren kurzfristig. Bei größeren Ausfällen hängen wir, wie bisher, Zettel an wichtigen Stellen aus.“

Dem Gastro-Publikum verspricht Kohlberger, die Speise-Preise im kommenden Jahr nicht weiter zu erhöhen. Die von der Bundesregierung beschlossene Senkung der Mehrwertsteuer hilft der Wabe Mehrkosten durch höheren Mindestlohn und höhere Einkaufspreise für Speisen und Getränke auszugleichen. Günstiger könne es jedoch nicht werden.