Wer in Witten etwas verliert, könnte Glück haben, es im Fundbüro zurückzubekommen. Ob Fahrrad, iPad oder sogar Schmuck: Immer wieder tauchen einige Kuriositäten auf. Doch nicht alles wird auch wieder abgeholt. Für Schnäppchenjäger ist das eine gute Nachricht, denn: seit dem 27. November läuft eine Online-Auktion.

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Auf der Homepage sonderauktionen.net hat die Stadt 107 Gegenstände inseriert. Offensichtlich scheinen hauptsächlich Fahrräder in Wittener Fundbüro anzukommen. Das verwundert, da man ein Fahrrad ja nicht einfach mal so verliert. Biker-Freunde haben bei der Auktion eine große Auswahl – vom Jugendrad, über Mountainbikes und Damenrädern bis hin zu E-Bikes ist alles zu haben.

Stadt Witten bietet Online-Auktionen seit 2012 an

Was mal schneller irgendwo liegen gelassen werden kann, sind elektronische Artikel wie Smartphones oder Tablets. So sind sogar iPhones aus dem Jahr 2024 zu ersteigern. Passend dazu scheinen die Wittener auch gerne mal ihre Air-Pods, also kleine Kopfhörer, zu verlieren. Gleich vier Modelle sollen hier unter den Hammer kommen. Aber auch sehr persönliche Gegenstände, hinter denen vielleicht auch eine Geschichte steckt, sind zu ergattern. So gibt es gleich mehrere Ringe, Armbänder oder Ketten, zum großen Teil aus Gold. Doch wie funktioniert diese Online-Auktion eigentlich?

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Die Stadt bietet das Ganze bereits seit 2012 an. Davor gab es aber bereits Versteigerungen im Rathaus, da die Technik noch nicht so weit war. „Es handelt sich hier um eine so genannte Rückwärts-Auktion, bei der die Preise über die Zeit fallen“, sagt Birgit Bogner-Matthes von der Bürgerberatung. Auf der Auktionsseite sieht man deshalb auch ein Preis-Barometer, das jede Minute um einen Cent fällt, also um 14,40 Euro am Tag – bis jemand den Gegenstand kauft. Das heißt im Umkehrschluss: Wer sofort zuschlägt und den vollen Preis zahlt, bekommt ganz sicher was er oder sie will.

Es handelt sich hier um eine so genannte Rückwärts-Auktion, bei der die Preise über die Zeit fallen.

Birgit Bogner-Matthes, Mitarbeiterin Bürgerberatung

„Oder man zockt und wartet erst einmal ab, bis der Preis fällt. Dann könnte der begehrte Gegenstand aber plötzlich weg sein“, sagt Bogner-Matthes. Auch Gebote können abgegeben werden. So kann abgewartet werden, bis das Preis-Barometer zum Wunschbetrag gefallen ist. Aber auch hier gilt: Bietet jemand anderes mehr, erhält dieser den Zuschlag.

Unternehmen ermitteln Wert der Gegenstände

Der Wert der Gegenstände wird übrigens von branchenspezifischen Unternehmen ermittelt. „Denn wir wissen ja gar nicht, wie viel ein Ring oder ein altes Fahrrad gerade wert ist“, sagt die Mitarbeiterin der Bürgerberatung. Die Stadt weist in dem Zuge daraufhin, dass die Fundsachen nicht auf mögliche weitere Beschädigungen überprüft worden sind. Es gibt also keine Garantie auf „Güte, Beschaffenheit oder Qualität“.

Wahlhelferin Bogner-Matthes plaudert - aus langer Erfahrung
Birgit Bogner-Matthes von der Bürgerberatung ist nicht nur bei Wahlen im Einsatz, sondern koordiniert auch die Online-Auktion für Fundsachen.© FUNKE Foto Services | Sebastian Sternemann

Doch nicht alle Fundsachen schaffen es in die Auktion. „Fundsachen, die weder vom Eigentümer abgeholt, noch nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist (sechs Monate, Anm. d. Red.) vom Finder beansprucht werden, werden vernichtet“, sagt Stadtsprecherin Heinke Liere. Persönliche Dinge, wie Dokumente oder Briefe würden zudem datenschutzgerecht vernichtet werden. Die Auktion läuft übrigens noch bis Sonntag, 7. Dezember.