Immer wieder wollen sich Fahrgäste der Bahn den Umweg durch die Unterführung in Witten-Annen Nord sparen - zumal es so einfach ist, vom Bahnsteig auf den nahen Bürgersteig (oder umgekehrt) zu gelangen. Allerdings muss man dabei die Gleise betreten - was verboten und lebensgefährlich ist. Jetzt haben es wieder zwei Frauen versucht.

Täglich (außer Samstag)

Witten-Newsletter: Jetzt kostenlos anmelden!

Nachrichten, Service, Reportagen: Jeden Tag wissen, was in unserer Stadt los ist.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

Was vermutlich täglich passiert, ist diesmal aufgefallen, weil Beamte der Bundespolizei morgens gegen 7.50 Uhr in Witten-Annen Nord Streife liefen. Dabei beobachteten sie nach eigenen Angaben, wie zwei Frauen - 31 und 41 Jahre alt - aus der S 5 stiegen.

Bahnpolizei: Gleise direkt hinter S-Bahn in Witten-Annen Nord betreten

Statt ordnungsgemäß die Treppe runter durch den Tunnel zu nehmen, liefen sie über einen gesperrten Grünstreifen der Deutschen Bahn, um schnellstmöglich den nahe gelegenen Bürgersteig zu erreichen. Dabei betraten die Frauen das Gleisbett hinter der stehenden S-Bahn. Und brachten sich so selbst in Lebensgefahr.

Der Bahnhof Witten Annen nord hat im VRR Stationsbericht die Rote Karte bekommen.
Zwischen Bahnsteig und Bürgersteig liegen nur wenige Meter - was Fahrgäste in Annen Nord immer wieder dazu verleitet, den S-Bahn-Halt auf verbotene Weise zu betreten oder zu verlassen.© FUNKE Foto Services | Jörg Schimmel

Die Einsatzkräfte sprachen die beiden Dortmunderinnen an und „belehrten“ sie, wie es heißt. Beide waren einsichtig und gaben die Tat zu. Die Beamten wiesen die Frauen auf die Gefahren beim Betreten der Gleise hin, bevor diese ihren Weg außerhalb der Schienen schließlich fortsetzen durften. Sie müssen sich jetzt wegen „unbefugten Aufenthalts in den Gleisen“ verantworten.

Mehr zum Thema

Die Bundespolizei weist in diesem Zusammenhang einmal mehr darauf hin, wie leichtsinnig und lebensgefährlich ein Aufenthalt im Gleisbereich ist. Moderne Züge seien heutzutage meist erst zu hören, wenn es bereits zu spät sein könnte. Zudem können sie laut Bahnpolizei nicht ausweichen.

Der Bahnhof Witten Annen nord hat im VRR Stationsbericht die Rote Karte bekommen.
Nicht barrierefrei: Der Bahnhof Witten-Annen Nord ist nur durch eine Unterführung mit Treppe regulär erreichbar.© FUNKE Foto Services | Jörg Schimmel

Nicht nur durchfahrende Züge sorgen für Lebensgefahr

Tödliche Gefahren gingen dabei dabei nicht nur vom Zugverkehr an sich aus, sondern auch von Betriebsanlagen, etwa Strom führenden Teilen, Masten und anderer Infrastruktur. In den Luftsog durchfahrender Züge könnten auch Gegenstände (oder Menschen) geraten, die sich unmittelbar an der Bahnsteigkante befinden. „Übertreten Sie die auf dem Boden markierte Sicherheitslinie erst dann, wenn der Zug hält“, mahnt die Bahn.

In der Vergangenheit ist es gerade in Annen-Nord immer wieder zu gefährlichen Zwischenfällen gekommen, teilweise sogar mit tödlichem Ausgang. An Weihnachten 2024 schwebte ein Teenager nach einem S-Bahn-Unfall vorübergehend in Lebensgefahr. Mitte Dezember 2016 wurde ein 23-Jähriger tödlich von einem Zug erfasst. Alle Versuche, auch der örtlichen Politik, die Situation vor Ort zu verbessern, trugen bisher wenig Früchte.