Der neue EN-Landrat Jan-Christoph Schaberick (SPD) hat die Krankenkassen hart kritisiert. Hintergrund ist die Tatsache, dass Kosten für Fahrten mit dem Rettungswagen bald schon zum Teil von den Patienten übernommen werden müssen. Das sorgt für Empörung.

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„Unverantwortlich und in keinster Weise zu vermitteln. Niemand darf bei der berechtigten Wahl der 112 vorher überlegen müssen, ob er am Ende auf Kosten sitzen bleiben könnte“, sagt Schaberick. Doch was steckt eigentlich dahinter?
Rettungsdienst in Witten: Krankenkassen schlagen neuen Weg ein
„Seit Jahrzehnten hat der Ennepe-Ruhr-Kreis als Träger des Rettungsdienstes seine Leistungen auf Grundlage einer mit den Krankenkassen vereinbarten Gebührensatzung direkt mit ihnen abgerechnet“, heißt es vom EN-Kreis. Bundesweit hatten die Kassen vor Monaten angekündigt, diesen Weg verlassen zu wollen. Ohne ihre Kalkulationshintergründe zu erläutern, lautete ihre Botschaft auch an den Ennepe-Ruhr-Kreis: Ab September werden nur noch so genannte Festbeträge erstattet.
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Zudem sollen sogenannte „Leerfahrten“ zukünftig nicht mehr übernommen werden. Dazu zählen Einsätze, bei denen der Patient oder die Patientin am Ende nicht mit ins Krankenhaus genommen wird.
Rettungswagen-Einsatz kostet 452 Euro
Den Krankenkassen stehe es zwar durchaus zu, Positionen zu verändern und zu versuchen, Gesetze anders zu interpretieren, sowie Dinge neu verhandeln zu wollen. Das von ihnen gewählte Vorgehen sei aber nicht nachvollziehbar, so Schaberick. Die Kreisverwaltung muss sich jetzt dennoch darauf vorbereiten, für sämtliche Rettungsdiensteinsätze Gebührenbescheide an die Adresse der Bürgerinnen und Bürger zu verschicken. Zu finden sein werden darin die Differenzen zwischen den Sätzen der Gebührenordnung und den von den Krankenkassen mitgeteilten Festbeträgen. Für einen Einsatz eines Rettungswagens sind das 452 Euro, für den eines Notarztes 300 Euro.
Die Hoffnung, Anfang nächsten Jahres vielleicht doch keine Gebührenbescheide versenden zu müssen, hat Schaberick noch nicht ganz aufgegeben. „Natürlich werden wir weitere Gespräche mit den Krankenkassenverbänden führen und setzen dabei auf ihre Bereitschaft, sich doch noch im Interesse ihrer Versicherten zu bewegen.“




