Verkehr und Mobilität zählen zu den großen Themen bei der Kommunalwahl 2025 in Witten. Mit der Sanierung der Pferdebachstraße hat man ein Großprojekt abgeschlossen, schon steht das Nächste an. Mit der Neugestaltung der Sprockhöveler Straße wird eine weitere wichtige Verkehrsachse folgen. Auch der Nahverkehr ist ausbaufähig: Im großen WAZ-Stadtcheckhaben die Wittener das Angebot von Bus und Bahn mit einer „drei minus“ bewertet. Doch wie soll der Verkehr der Zukunft aussehen? Das steht in den Wahlprogrammen der Parteien, die für den Stadtrat kandidieren - eine Übersicht.
CDU Witten - „Stark für die Mobilität vor Ort“
- Laut aktuellem Wahlprogramm setzt sich die CDU Witten für ein modernes, sicheres und bedarfsgerechtes Verkehrssystem ein, das möglichst alle Bürgerinnen und Bürger einbezieht und keine Verkehrsmittel ausschließt.
- Weil der PKW noch immer das meistgenutzte Verkehrsmittel sei, wolle man ihm auch künftig ausreichend Raum zugestehen. Dazu zählen auch der Ausbau der Lademöglichkeiten für Elektrofahrzeuge sowie sichere Radwege und Abstellmöglichkeiten für Zweiräder.
- Beim Thema Infrastruktur setze sich die Partei für „die zügige Instandsetzung und den Ausbau maroder Straßen und Brücken“ ein. Um Störungen bei Baumaßnahmen zu minimieren, wurde der Posten des Baustellenmanagers geschaffen, der seit dem Jahr 2023 im Amt ist.
- Sanierung der Herbeder Ruhrbrücke: Die CDU möchte eine ausreichende Verkehrsverbindung während des Neubaus gewährleisten.
- Der Nahverkehr soll attraktiver werden. Dafür möchte man die Taktung erhöhen und die Pünktlichkeit verbessern. Für abgelegene Stadtteile soll der Einsatz von Anrufsammeltaxen geprüft werden.

>>>Quelle: Wahlprogramm CDU Witten zur Kommunalwahl 2025
SPD Witten
- Die Wittener SPD möchte ein „zukunftsfähiges Mobilitätskonzept“ für alle Verkehrsteilnehmer schaffen. Im Vordergrund stehen jedoch Umwelt und Lebensqualität. Hierfür wolle man das Radwegenetz weiter ausbauen und den Bestand sicherer machen.
- Elektromobilität solle zudem „sichtbarer und praktischer werden“. Gemeint ist ein Netz von Lademöglichkeiten für E-Fahrzeuge - nicht nur auf öffentlichen Flächen, sondern auch auf Parkplätzen bspw. von Supermärkten oder Sportstätten.
- Schlaglöcher, Wildwuchs und Schäden an Gehwegen sollen beseitigt werden. So möchte man Mobilität für alle herstellen - auch mit Kinderwagen, Rollstuhl oder Rollator. Zudem solle ein „zusammenhängendes, barrierefreies Wegenetz“ für Fußgänger entstehen, das durch Sitzgelegenheiten, Querungshilfen und abgesenkte Bordsteine ergänzt werde. Menschen mit Einschränkungen sollen laut der Wittener SPD ein Mitspracherecht bei der Gestaltung der Infrastruktur bekommen.
- Schulwege: Im Wahlprogramm heißt es, die Wittener SPD wolle Haltepunkte für Elterntaxis schaffen und die Einrichtung von Schulstraßen prüfen, um den Verkehr an den Bildungseinrichtungen zu reduzieren.
- Nahverkehr: In Zusammenarbeit mit dem Kreis möchte die Partei Verbesserungen für Witten bei der Linienführung, bei Haltestellen und bei der Anbindung an den Schienenverkehr sorgen.

>>>Quelle: Kommunalwahlprogramm 2025 der SPD Witten
Grüne Witten
- Die Wittener Grünen wollen laut ihrem Wahlprogramm den Fuß- und Radverkehr sicherer und attraktiver gestalten. Erreichen möchte die Partei dies mit „mehr verkehrsberuhigten Bereichen und Tempo-30-Zonen“. Die Radtrasse Rheinischer Esel solle zudem weiter ausgebaut und mit der Innenstadt verknüpft werden. Mit sicheren Übergängen und wettergeschützten Fahrradstellplätzen soll der Schulweg sicherer werden. Das soll Kindern und Jugendlichen „selbstständige Mobilität“ ermöglichen.
- Auch den öffentlichen Nahverkehr wollen die Grünen mithilfe „dichterer Taktung“ und „besseren Verbindungen“ attraktiver machen - das gilt besonders für die Abendstunden und am Wochenende. Haltestellen sollen zudem barrierefrei umgebaut werden. Auch die Linienführung wolle man prüfen und optimieren. Ziel soll eine bessere Abdeckung des Stadtgebietes sein.
- Die Grünen planen den Ausbau von sogenannten Mobilstationen. Sie sollen verschiedene Verkehrsformen miteinander vernetzen und Umsteigemöglichkeiten bieten zwischen ÖPNV, Car-Sharing-Angeboten, Fahrrädern oder E-Scootern. Mit einem Car-Sharing-Angebot in jedem Stadtteil möchte die Partei eine Alternative zum „eigenen (Zweit-)Pkw schaffen. Hinzu kommt der Ausbau von Ladestationen für elektrisch betriebene Autos und Fahrräder.
>>>Quelle: Kommunalwahlprogramm 2025 der Grünen Witten
FDP Witten
- Laut Wahlprogramm setzt die Wittener FDP auf eine „Verzahnung von ÖPNV und Car- bzw. Bike-Sharing“ mit Stationen an Bahn-Haltepunkten und Lastenrad-Stationen. Zudem sollen sichere Radschnellwege entlang der Ruhr und durchgehende Radspuren auf Hauptachsen Radfahrer sicher ans Ziel bringen. Verkehrsteilnehmer sollen Schlaglöcher, defekte Ampeln oder ähnliches per App melden können.
- Umweltschutz möchte man durch folgende Maßnahmen sicherstellen: einen leistungsfähigen ÖPNV, Ausbau der Ladeinfrastruktur und klimaneutrales Bauen.
- Kommunale Fahrzeuge und der ÖPNV sollen auf emissionsarme Antriebssysteme umgerüstet werden.

>>>Quelle: Wahlprogramm FPD Witten
Stadtklima
- Stadtklima wirbt auf der Parteihomepage mit dem Wahlprogramm aus dem Jahr 2020 für die aktuelle Kommunalwahl
- Laut Parteiprogramm möchte sich Stadtklima für eine Reduktion von Feinstaub und Stickoxiden einsetzen. Hierfür solle die Zahl der Messstationen verdreifacht werden. Außerdem wolle man die Stationen „effizienter“ platzieren, zum Beispiel an der Kreuzung Ardeystraße/Dortmunder Straße.
- Stadtklima fordert die Einführung eines Familien-Tickets-Nahverkehr. Jede Wittener Familie mit mindestens einem schulpflichtigen Kind soll mit dem Ticket alle öffentlichen Verkehrsmittel im Wittener Stadtgebiet nutzen dürfen.
- Die Partei setzt sich ein für „verkehrsvermeidende und verkehrsreduzierende Maßnahmen“ und möchte Lärm vermindern. Hierfür soll das Transportaufkommen auf verschiedene Transportmittel aufgeteilt werden. Dazu zählten auch Elektrofahrzeuge.
- Schulwege sollen Kinder spätestens ab dem Wechsel auf eine weiterführende Schule eigenständig zurücklegen. „Eltern-Taxis“ an den Grundschulen sollten laut Stadtklima Witten durch ein „schulspezifisches Verkehrskonzept“ ersetzt werden.

>>>Quelle: Wahlprogramm Stadtklima
Die Linke
- Die Linke in Witten möchte laut ihrem Wahlprogramm für kostenlosen und barrierefreien öffentlichen Nahverkehr sorgen. Hierfür möchte man prüfen, ob die VER den Busverkehr in Witten übernehmen könne. Verbindungen in die Randbezirke sollen ausgebaut werden - insbesondere in der Nacht. Ausgediente Busse möchte man aus Umweltgründen durch E-Fahrzeuge ersetzen.
- Die Rad-Infrastruktur in der Stadt soll weiter ausgebaut und Lücken im Wegnetz geschlossen werden. Für Sicherheit sollen geschützte und baulich vom Autoverkehr getrennte Radwege sorgen. Auch das Mietradangebot möchte die Partei erweitern - insbesondere an Ausflugszielen wie dem Kemnader See. Des Weiteren setze man sich ein für die Umsetzung des bestehenden Wittener Radverkehrskonzeptes.
- Den Fußverkehr möchte die Linke durch den Schutz vor Lärm und Abgasen attraktiver gestalten. Hinzu kommen „eine ausreichende Beleuchtung“ und eine „ansprechende Gestaltung mit viel Grün“. Ältere Menschen sollen von 100 neuen Sitzbänken profitieren. Die Barrierefreiheit möchte man fördern, mit taktilen Bodenelementen und Signalanlagen an Ampeln für Sehbehinderte und Fußwegen ohne Hindernisse.
- Die Höchstgeschwindigkeit in der Innenstadt möchte die Linke auf Tempo 30 beschränken.
- Ladestationen für E-Autos sollten keine Gehwege blockieren. Dies könnte über Stationen in Straßenlaternen umgesetzt werden.
- Ein Parkleitsystem soll freie Plätze in Parkhäusern anzeigen und so den öffentlichen Raum entlasten.
- Einen Verkehrskollaps in Herbede anlässlich der anstehenden Brückensanierung soll verhindert werden. Im Austausch mit den Betroffenen soll „die bestmögliche Lösung“ gefunden und umgesetzt werden.
>>>Quelle: Kommunalwahlprogramm für Witten 2025-2030 von Die Linke
Bürgerforum
- Neue Fußgängerzonen sollen entstehen und der Bestand ausgebaut werden.
- Das bestehende Radwegekonzept möchte man beschleunigt umsetzten. Dazu zählt der Ausbau von Fahrradstraßen und -trassen, von Rad-Parkboxen sowie Sharing-Angeboten und Abstellflächen für E-Scooter.
- ÖPNV: Das Bürgerforum möchte die Zahl und Taktung von E-Buslinien erhöhen, Fahrpreise senken und Auf-Abruf-Angebote einführen. Die Straßenbahn soll mindestens bis zum Freizeitbad Heveney verlängert werden, idealerweise bis nach Herbede.
- Zwischen der Ruhr-Universität Bochum und der Technischen Universität Dortmund soll eine Seilbahn pendeln - mit den Zwischenstationen Zeche Nachtigall und Uni Witten/Herdecke.
- Für die Innenstadt sieht die Wählergemeinschaft eine Verkehrsberuhigung vor. Als Umfahrungsmöglichkeit soll ein Ringsystem dienen.
- Das Tempo auf den Straßen soll reduziert werden: maximal 120 Kilometer pro Stunde auf Autobahnen, 80 auf Landstraßen und Tempo 30 in der Innenstadt, in Stadtteilzentren und in Hauptverkehrsstraßen. Langfristiges verfolge die Partei eine verkehrsarme Innenstadt. Weiterhin angestrebt wird ein Parkleitsystem mit unterirdischen Parkhäusern. Zur Verkehrswende beitragen sollen zudem Car-Sharing-Angebote und weitere E-Ladesäulen.
- In Herbede soll ein Gewerbeabzweig vor dem Neubau der Omegabrücke umgesetzt werden. Außerdem angestrebt wird eine „angemessene Ertüchtigung der Lakebrücke inklusive Hochwasserschutz“.
>>>Quelle: Wahlprogramm der Wählergemeinschaft Bürgerforum Witten
Die Partei
- Die Partei Witten hat eine Lösung für stockenden Verkehr parat: Staus werden einfach verboten. Weil Sicherheit „sexy“ sei, wolle man zudem 30er-Zonen fördern, um Fußgänger und Radfahrer zu schützen.
- Der Hohenstein soll aus touristischen Gründen in „High Stone Park“ umbenannt und mittels einer Seilbahn erschlossen werden. Als „gemütliche“ Alternative möchte die Partei Schienen für die Befahrung mit Draisinen freigeben. Das wäre muskelbetriebener Nahverkehr, wie im wilden Westen.
- Im Nahverkehr soll eine „Schweige-Box“ für eine ruhige Fahrt sorgen. Handys von Mitfahrenden, die mit lauter Musik auffallen, sollen eingezogen werden. Nach der Fahrt soll man sie gegen eine kleine Strafzahlung auslösen können. Mit dem eingenommenen Geld soll die Stadtkasse gefüllt werden.
>>>Quelle: Die Partei - Unser sehr gutes Wahlprogramm
AfD
- Die AfD betrachtet laut Wahlprogramm den „motorisierten Individualverkehr unverändert als attraktivste Möglichkeit der Fortbewegung“. Um Staus zu vermeiden, sollen Ampeln von einer KI geschaltet werden. „Unnötige Ampeln“ sollen nachts und zu verkehrsarmen Zeiten abgeschaltet werden. Tempo 30 soll nur in Wohngebieten und vor Gefahrenstellen gelten.
- Den Regelbetrieb des „dysfunktionalen Nahverkehrs“ möchte die Partei aufrechterhalten und durch Zusatzfahrten entlasten. Bevor Neu- und Ausbauprojekte starten, sollen geplante Angebotsreduzierungen zurückgenommen werden.
- Das Radwegenetz soll ausgebaut werden. Zentrale Haltestellen und Bahnhöfe sollen gesicherte Abstellmöglichkeiten erhalten. Reine Fahrradstraßen lehnt die Partei ab.
>>>Quelle: Parteiprogramm AfD Ennepe Ruhr
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