Zusammenfassung
- Vandalismus an Wahlplakaten der CDU und SPD in Witten erreicht eine neue Dimension, mit gezielten und politisch motivierten Angriffen.
- CDU und SPD betonen, dass solche Zerstörungen das Fundament der demokratischen Kultur angreifen und nicht Teil eines politischen Diskurses sind.
- Die Beschädigung der Plakate verursacht finanzielle Verluste und erhöhten Zeitaufwand für die Kandidaten, die ihre Plakate wiederholt aufhängen müssen.
Viel ist auf dem Wahlplakat nicht mehr zu erkennen. Nur wer genau hinsieht, kann sehen, dass es sich um eines der CDU handelt. Insgesamt wurden vier Großplakate am Bommerfelder Ring so zerstört. „Das ist eine neue Dimension“, sagt Wahlkampfmanager Tobias Grunwald. „Normalerweise werden Plakate beschmiert oder etwas zerrissen, so dass wir sie noch retten können.“

Täglich (außer Samstag)
Witten-Newsletter: Jetzt kostenlos anmelden!
Nachrichten, Service, Reportagen: Jeden Tag wissen, was in unserer Stadt los ist.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
Zwar seien im ganzen Stadtgebiet Plakate beschädigt worden, doch nirgends so sehr wie in Bommern.„Solche Zerstörungsakte sind kein politischer Ausdruck, sondern schlichter Vandalismus“, erklärt der Wittener CDU-Stadtverbandsvorsitzende Ulrich Oberste-Padtberg. Und: „Unterschiedliche Meinungen gehören zur Demokratie - Zerstörung nicht.“
CDU in Witten wehrt sich

Die CDU Witten hat Anzeige bei der Polizei erstattet. Schon im vergangenen Wahlkampf wurden Plakate zerstört. Damals sei es gelungen, Täter zu ermitteln, heißt es. „Wer Plakate zerschneidet, führt keinen politischen Diskurs. Er greift das Fundament unserer demokratischen Kultur an“, sagt Ratsherr Tobias Grunwald. „Auch in Zeiten kontroverser Debatten darf der politische Wettstreit niemals durch Sachbeschädigung oder Gewalt ersetzt werden.“
Auch Leon Lier von der SPD hat ähnliche Probleme. Er habe neulich Wahlplakate an Strommasten aufgehängt, extra hoch, sodass sie nur mit einer Leiter erreichbar waren. „Eine Stunde später fahre ich dort vorbei und es hängen nur noch die Kabelbinder. Alle Plakate waren weg“, so der Kandidat. „Die Plakate hingen so hoch, das geht nur mit Gerät“, ergänzt er und geht deshalb davon aus, dass die Attacke gezielt und politisch motiviert sei, kein plumper Vandalismus.

Zerstörte Wahlplakate kosten Zeit und Geld
„Man wirbt für ein offenes Gespräch und dann passiert sowas“, bedauert Lier. Vandalismus verändere die politische Kultur. Darüber hinaus kommen noch zwei weitere Komponenten hinzu. Zum einen kostet jedes Wahlplakat Geld, zum anderen verlieren die Kandidaten viel Zeit dadurch, Plakate immer wieder neu aufzuhängen.





