Zusammenfassung
- Gute Nachbarschaft sorgt für ein gutes Lebensgefühl.
- In Witten gibt es sie sowohl in der Innenstadt als auch in Vororten.
- Die Polizei sieht in guter Nachbarschaft auch Schutz vor Kriminalität.
Das Wir-Gefühl in Witten wird sehr unterschiedlich bewertet. Für den WAZ-Stadtcheck haben zahlreiche Menschen Klartext gesprochen. Manche fühlen sich einsam. Andere loben das Vereinsleben. Wie wichtig Nachbarschaftsinitiativen für das Zusammenleben im Stadtteil oder Viertel sind, zeigen drei Beispiele, die Hoffnung machen.

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Der Stadtteil Buchholz gilt als Schlafstadt in unmittelbarer Nähe zu Großstädten wie Bochum oder Wuppertal. In den vergangenen Jahren sind junge Familien zugezogen. Was bisher fehlte, war ein Verein, der das Dorfleben stärkt. So haben es Olaf Kurz und Yannic Cocu gesehen – für sie ein Grund, Gleichgesinnte um sich zu scharen. Das Ergebnis ist der neue Verein „Hammertaler Puls“. Er ist inzwischen im Vereinsregister eingetragen. Im vorigen Herbst hat der Verein mit der Premiere des Events „Hammertaler Winter“ ein Ausrufezeichen gesetzt.
Neuer Verein Hammertal lässt Wittens Stadtteil Buchholz aufblühen
In diesen Tagen unterstützt der Verein Doris Panniger und ihre Ehrenamtstruppe der OGS. Das Team und rund 15 Grundschulkinder ackern in einem Gemeinschaftsgarten am Friedhof. Mehr noch: „Inzwischen kommen auch ältere Bewohner, die sich Gurken holen, um sie zuhause zu fermentieren.“ Neues Dorfleben reift.
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Das Marienviertel hat, wie weitere Innenstadtbezirke, mit gesellschaftlichen Problemen zu kämpfen. Viele Familien tun sich schwer damit, ihren Kindern in der Schule zu helfen. Mal fehlt es an Platz, mal an Zeit, mal an Sprachkenntnissen. Die Caritas weiß um die Schwierigkeiten. Sie hat Ehrenamtler gewonnen, die Hausaufgabenhilfe leisten – wie Stadtteilmutter Rim Alabdallah oder Mendo Shahin, der erst vor zwei Jahren aus Syrien als Geflüchteter kam. Donnerstags hat er frei. Dann hilft er Kindern. In den Ferien wird nicht gelernt. Da wird gebastelt. Jüngst lautete das Thema „Fische“.
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Vom Marienviertel nach Annen. Am Pestalozziplatz hat es kürzlich gebrannt. Grund ist ein technischer Defekt in einem Gartenhaus gewesen. Mit fatalen Folgen: Am Ende sind drei Häuser der Vivawest schwer beschädigt worden. Drei Mietparteien haben von jetzt auf gleich neue Unterkünfte gebraucht.
Nach Brand am Pestalozziplatz in Witten: Nachbarn helfen mit Notquartieren
Schneller als Vermieter und die Stadt Witten hat eine funktionierende Nachbarschaft reagiert, nicht zuletzt dank einer Whatsapp-gruppe. Nachbarn haben die Betroffenen schnell in ihren Mansardenwohnungen einquartiert. Ein Betroffener, Cedric Hohlbein, hat bei dem Feuer wie berichtet fast alles verloren. Für ihn ist Kleidung und, mehr noch, Geld gespendet worden. Vorübergehend wohnt er wieder bei seiner Mutter Nicole.

Gute Nachbarschaft wirkt zudem wie ein Schutzschild ums Viertel. Polizeisprecher Frank Lemanis: „Wenn Nachbarn aufeinander achten, Leerstände im Blick behalten und auch mal das Licht brennen lassen, wo es sein muss, dann sind wir als Polizei nur noch die zweite Schutzlinie. Die erste sind in der Regel immer die Menschen vor Ort.“ Sein Fazit: „Eine gut vernetzte Nachbarschaft ist für Einbrecher ein Albtraum.“
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