Zusammenfassung
- Semi (11) aus Heven wollte schon immer zur Feuerwehr.
- Fotos zeigen ihn als Dreikäsehoch vor großen Löschfahrzeugen.
- Vor einem Jahr ist sein Traum wahr geworden. Gern erzählt Semi von der Faszination Feuerwehr.
Semi Cakir ist ein besonderer Mensch. Der Fünftklässler der Gesamtschule Hardenstein wusste schon als Knirps, was er später einmal werden will: Feuerwehrmann. Der Elfjährige aus dem Wittener Stadtteil Heven ist seit einem Jahr dabei, seinen Traum zu leben - in der Jugendfeuerwehr.

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Elf, begeistert, mutig: Semi ist alles andere als schüchtern. Beim Spatenstich für die Sporthalle im Ortsteil Vormholz ist er schnurstracks auf Bürgermeister Lars König zugegangen, um mit ihm zu sprechen. Tatsächlich hatte der Junge sofort das Ohr des Verwaltungschefs. Auch beim Gespräch am Wohnzimmertisch der Familie offenbart der wortgewandte Gesamtschüler, dass er weiß, was er will. Er begeistert sich so sehr für die Arbeit der Wehr, dass er seinen Kumpel Nevio schon mitgezogen hat. Es spricht einiges dafür, dass noch weitere Jungs folgen.
Wittens Jugendfeuer spürt Aufwärtstrend
Die Jugendfeuerwehr Witten ist ein Zusammenschluss der Einheiten Altstadt und Heven, wie Annika Strohm (34) vom Betreuungsteam erzählt. 21 Kinder und Jugendliche, darunter fünf Mädchen, kommen samstags regelmäßig zusammen – Tendenz trotz konkurrierender Angebote wie Fußball steigend. Der Feuerwehr-Nachwuchs lernt in der Hauptwache in Grundzügen, wie die Feuerwehr arbeitet. Sie lernen, fachgerecht Knoten zu knüpfen. Auch genaue Kommunikation bei Einsätzen muss geübt werden – vor allem wenn sich die Beteiligten nicht sehen können.

„Aber die coolsten Sachen, die ich gemacht habe, waren die Show-Übungen beim Feuerwehrfest“, erzählt Semi. „Da konnte man den kleinen Kindern was zeigen.“ Auch Übungen über zwölf oder 24 Stunden haben den jungen Hevener schwer beeindruckt: „Das waren Sachen außerhalb der Reihe – zum Beispiel mussten wir echtes Feuer bekämpfen oder in ein Haus, das voller Nebel war.“ Nicht nur das: „Wir hatten einen Einsatz an der Ruhr, da durften wir Sachen machen, die sonst nur die Erwachsenen übernehmen – da war ich Maschinist.“

Unter Druck arbeiten: Das kann Semi in den allermeisten Situationen. Papa Adem (40) ist Vorbild. Der Fahrdienstleiter der Bogestra in Bochum bewahrt selbst dann die Nerven, wenn andere bereits panisch reagieren: „Hier ist einer“, signalisiert Adem Cakir seinen Kollegen vor Ort in schwieriger Lage, „der kann Euch helfen – wir machen das alles zusammen. Einmal durchatmen – auf die paar Minuten kommt es nicht an. Das mache ich auch so in der Familie. Und wenn alles nicht hilft, habe ich immer noch meine Frau.“ Katharina (40) nickt. So wie Jugendfeuerwehrmann Semi auftritt, hat er viel von seinen Eltern gelernt.
Semi aus Witten bleibt cool, auch wenn es heißt wird
Cool bleiben in Druck-Situationen: Das hilft Semi beim spielerischen Lernen in der Jugendfeuerwehr. Dabei geht es längst nicht nur um graue Theorie und bunte Praxisübungen – da geht es vor allem auch ums Teambuilding. Das betont Annika Strohm. Aber wie läuft das Zusammenspiel von Mädchen und Jungs?
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„Das kommt ganz auf die Person an“, sagt Semi diplomatisch. „Es kommt auch auf die Situation an.“ „Kurze Nerven“ haben, wie Semi es nennt, Mädchen wie Jungen. Er selbst arbeitet am liebsten mit ruhigen Typen.

Gibt es so etwas wie eine Gruppenhierarchie? Semi nickt: „Ich würde sogar sagen, dass die Mädchen unter uns das Sagen haben. Wenn ein Mädchen sagt: Mach‘ das, dann machst Du das. Ich glaube, das ist Instinkt.“ Einem Jungen würde Semi in der gleichen Situation antworten: „Du hast mir gar nichts zu sagen.“ Mädchen können sich, wie Semi beobachtet, mit Worten meist besser durchsetzen.
Geht Semis Schwester ebenfalls in die Wittener Jugendfeuerwehr?
Aber insgesamt herrscht in der Gruppe eine gute Stimmung. Dafür sorgt Annika Strohm. Die Gesundheits- und Krankenpflegerin hat ein Herz für Kinder. Sie ist Teil eines 17-köpfigen Teams, das in wechselnder Besetzung mit den Kids arbeitet – ehrenamtlich.
Ob Annika Strohm künftig auch Semis Schwester Mia in der Gruppe begrüßen darf, ist ungewiss. Die Achtjährige gesteht: „Ich mache lieber Sachen, die gemütlich sind.“
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