Zuletzt kam es im Brombachsee in Bayern zu einem zweiten Wels-Angriffs auf einen Badegast, nachdem bereits vor einigen Tagen mehrere Seebesucher von einem solchen Raubfisch verletzt wurden. Die Attacken befeuern Gruselgeschichten vom Riesen-Wels, der kleine Hunde frisst und Kinder unter Wasser zieht. Grund genug, einmal in die heimischen Gewässer in Witten und Umgebung zu blicken. Ein Anruf bei der Ruhrfischereigenossenschaft bestätigt: Ja, in der Ruhr gibt es Welse. Und nicht nur das: Die Klimakrise führt zu steigender Wassertemperatur im Fluss. Und das sorgt für bessere Fortpflanzungsbedingungen – also zu tendenziell mehr Welsen in der Ruhr.

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Der Wels gehört zu den größten Süßwasserfischen der Welt. Durchschnittlich wird er zwischen 60 und 120 Zentimeter, er kann aber auch deutlich größer werden. „Auch bei uns in der Ruhr gibt es durchaus zwei Meter-Fische“ sagt Stefan Jäger, Geschäftsführer der Ruhrfischereigenossenschaft. Der Wels ist ein „opportunistischer Raubfisch“, auch Wasservögel und kleine Wirbeltiere können auf seiner Speisekarte stehen. „Fischer haben auch in der Ruhr schon beobachtet, wie Welse beispielsweise junge Vögel gefressen haben“ so Jäger.
Ruhr in Witten: Wels-Angriffe auf Menschen sind nicht bekannt
Aber wie gefährlich kann ein Wels dem Menschen werden? Stefan Jäger gibt hier eine klare Entwarnung. „Angriffe auf den Menschen sind in der Ruhr nicht bekannt.“ Auch dass es dazu kommen kann, bezweifelt er stark. Das liegt bereits an der Physis des Welses. Der hat nämlich keine richtigen Zähne, um zuzubeißen, sondern nur sehr kleine, die sich eher wie Schmirgelpapier auf der Haut anfühlen.
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Der altbekannte urbane Mythos vom Wels, der kleine Hunde oder gar Kinder unter Wasser zieht, stimme ebenso wenig. Solche Fälle seien weder bekannt noch wahrscheinlich. Wer aber ganz sicher sein will, sollte sich am besten an die Gesetze halten und nicht in die Ruhr steigen. Denn zumindest einen kleinen Anstupser kann ein Wels sehr wohl verpassen. „Wer die Überraschung vermeiden möchte, sollte es einfach lassen.“
Experte erklärt Wels-Angriff
Wie kam es also zu den medial ausgeschlachteten Angriffen im Brombachsee? „Das Verhalten war arttypisch. Der Wels hat seinen Brutplatz verteidigt“ erklärt Jäger. Damit stellt sich eher die Frage, wer der wahre Eindringling hier ist. Der Mensch, der in einem fremden Lebensraum der Hitze entgehen will oder der Fisch, der seine Eier schützt.

Für den Wels im Brombachsee wurde gegen seine Gunst entschieden und er landete in einem lokalen Restaurant auf dem Teller. Genau wie viele seiner Artgenossen in der Ruhr, wo der Wels eigentlich nur dann mit Menschen in Kontakt kommt, wenn er zum Abendessen für Angler wird.
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