Zusammenfassung
- Das Renaturierungsprojekt der Emschergenossenschaft in Witten und Dortmund investiert 14 Millionen Euro in Hochwasserschutz und Naturschutz durch die Umgestaltung des Grotenbachs und Kirchhörder Bachs.
- Der Grotenbach wird in ein neues, kurvenreiches Bett verlegt, um eine naturnahe Wiesenlandschaft zu schaffen, während das alte Flussbett als Regenrückhaltebecken dient.
- Bis 2028 sollen insgesamt sechs Kilometer Bachlauf renaturiert werden, wobei die neue Auenlandschaft am besten vom neuen Radweg entlang der alten Trasse beobachtet werden kann.
Nicht erst seit der Jahrhundertflut im Jahr 2021 weiß man, wie wichtig Hochwasserschutz sein kann. Das neue Projekt der Emschergenossenschaft in Witten und Dortmund schützt nicht nur vor Überschwemmungen. Es geht vor allem um Naturschutz. Statt in einem schnurgeraden Kanal mit Ecken und Kanten wird sich der Grotenbach bald kurvenreich über eine Wiesenlandschaft schlängeln. Dafür und für weitere Maßnahmen am Kirchhörder Bach in Dortmund werden 14 Millionen Euro investiert.
Der Grotenbach verläuft parallel zur Brauckstraße. Von dort fließt das Gewässer nach Persebeck und vereint sich in Hombruch mit dem Kirchhörder Bach zum Rüpingsbach. Die Arbeiten, die Mitte Juli starten, sind also ein Gemeinschaftsprojekt. Auch die Stadt Dortmund profitiere von der Renaturierung und dem vorgelagerten Hochwasserschutz. „Jeder Liter Wasser, der in Witten verbleibt, trägt dazu bei, dass wir in Dortmund sicherer sein können“, sagt der Dortmunder Stadtrat Arnulf Rybicki. Damit das klappt, muss in Witten einiges passieren.
Grotenbach in Witten: Vom Köttelbecken zum Naturraum
Den Grotenbach mit seinem zackigen Verlauf würden die meisten Wittener wohl nicht als Bach erkennen. Er ist schmal, und sein Bett schneidet tief in das Erdreich. Am Tag der Begehung herrschen weit über 30 Grad. Nennenswerter Niederschlag lässt schon länger auf sich warten, und der Bach gleicht eher einem Feldgraben. „Köttelbecke“, so nennen eingefleischte Ruhrgebietler derartige Kanäle. Tatsächlich wurden früher Abwässer aus Industrie und Privathaushalten in das Gewässer geleitet. Doch das passiert zur Freude der Natur schon länger nicht mehr. Mittlerweile fließt Abwasser durch unterirdische Rohre, parallel zum Bachverlauf.

Nun stehe mit der Renaturierung der zweite Schritt an, sagt Frank Obenaus, technischer Vorstand der Emschergenossenschaft. Etwa auf Höhe des Amazon-Logistikzentrums wird der Grotenbach in ein neues Bett verlegt. Dafür hat die Genossenschaft extra das Gelände nördlich des Zentrums erworben. Dort werden Baumaschinen ab Mitte Juli auf einer Strecke von etwas mehr als einem Kilometer einen naturnahen Bachlauf formen, an und in dem sich neues Leben ansiedeln soll. Auch die etwa dreieinhalb Kilometer Strecke bachabwärts wird renaturiert. Dort orientiert sich der neue Bachverlauf allerdings an der alten Trasse. Schon am Tag der Besichtigung beäugt ein Fischreiher die Machenschaften am Ufer aus sicherer Entfernung.
Wittener Baurat: Das können Betriebe gegen Hochwasser tun
Das Köttelbecken auf Höhe von Amazon, also der bisherige Grotenbach, bleibt in der bisherigen Form bestehen. Es bekommt aber eine neue Aufgabe: Aus der alten Flusstrasse wird ein Regenrückhaltebecken. Im Verbund mit den großzügigen Flächen rund um das neue Ufer sorgt es für den Hochwasserschutz vor Ort. „Schon jetzt führen viele Betriebe ihr Regenwasser in den Grotenbach ab“, sagt Stadtbaurat Stefan Rommelfanger. „Wir würden uns wünschen, dass es noch mehr tun, denn das entlastet unser Kanalsystem.“
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Betreten dürfen die Wittener den neuen Naturraum nicht. Schließlich soll sich die Natur frei entwickeln. Beobachten lässt sich die Auenlandschaft am besten vom neuen Radweg aus, der entlang der alten Trasse verläuft. Dort befindet sich schon heute ein Betriebsweg der Emschergenossenschaft, den man für die Wittener öffnen wird. Insgesamt werden in Witten und Dortmund rund sechs Kilometer Bachlauf renaturiert. Kosten soll die Aktion rund 14 Millionen Euro. Die Arbeiten sollen Mitte des Jahres 2028 abgeschlossen werden.
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