Zusammenfassung
- Das Nachbarschaftsfest im Wittener Wiesenviertel trotzte dem schlechten Wetter
- Sessel und Bänke verwandelten die Straße in ein großes Wohnzimmer
- Schon jetzt fordern Besucher eine Wiederholung im kommenden Jahr
Au backe, war das frisch. Und teilweise nass. Die hartgesottenen Wiesenviertelbewohner nahmen es sportlich. Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Oder: ein Nachbarschaftsfest, das nach der Schönwetterperiode in die Kalt- und Regenfront geriet.

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Die Kinder wärmten sich auf Pedalos, die Großen mümmelten sich in dickes Winterzeug und setzten die Mütze auf. Wer sich schon besser kannte, konnte sich ja vielleicht auch ankuscheln. „Tischlein deck dich“, so das Motto der Freitagsveranstaltung mitten im Kiez auf der Wiesenstraße, suchte ja das Gemeinschaftsgefühl.
Nachbarschaftsfest: Wittener Wiesenviertel wird zum großen Wohnzimmer
Bei Live-Musik, Spiel und Kreativem, leckeren mitgebrachten Speisen wie selbst gebackenen Muffins, herzhaften Blätterteigtaschen, Käsespießen, Bulgursalat, Weintrauben und Wassermelonen oder vom Raum-Café zubereiteten Bowls kamen Menschen aller Altersgruppen zusammen. Sie begegneten sich jenseits der alltäglichen Kneipenkultur und wollten das immer stärker studentisch geprägte Viertel so noch enger zusammenwachsen lassen. Dank der engagierten Nachbarschaft wurde die Straße für einen Tag zum Wohnzimmer – mit Sesseln und Bänken von Anwohnern und Gastronomiebetrieben, die zum gemütlichen Verweilen und Picknicken einluden.

Die Veranstalter hatten sich zum Ziel gesetzt, nicht nur die direkten Anwohner, sondern möglichst viele Menschen aus der Umgebung zusammenzubringen. Schon am frühen Nachmittag füllte sich die zwischen Casino- und Steinstraße abgesperrte Wiesenstraße. Der erst kürzlich gegründeten Wiesenviertelchor gab Sangesgut zum Besten. Es folgten weitere Live-Acts mit Musik.
Nachbarschaftsfest in Witten: Wiesenviertelfest in klein
„Ich sehe hier Gesichter, die ich noch gar nicht kenne“, freute sich Anna Hürten vom Wiesenviertelverein, der dieses Nachbarschaftsfest erstmals auf die Beine gestellt hatte. Die Idee dazu entstand vor dem Hintergrund, dass sich das jährlich stattfindende Wiesenviertelfest im Sommer inzwischen zu einem Event gemausert hat, das Tausende von Menschen anzieht. „Wir haben daher ein Format gesucht, das kleiner und nachbarschaftlicher ist und in dem die Leute zusammen sein und sich unterhalten können“, so Hürten. Das ist gelungen.

Wo sonst Autos parkten, rückte man diesmal auf Bänken zusammen. Die ein oder andere Tischgemeinschaft war wie zufällig zusammengewürfelt. „Wir kennen uns nur teilweise“, sagte Hanna Schönberg, die sich an einem Sechsertisch wiederfand. Die 35-Jährige freute sich, neue Menschen in ungezwungener Atmosphäre kennenzulernen. Händler (“Naturtuche“) und Bewohner Michael Kapmeyer (46) mag besonders die Stimmung in dem Quartier: „Man wird ganz schnell Wiesenviertler.“
Nachbarschaftsfest im Wittener Wiesenviertel: Besucher wollen mehr
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„Hallo, Jürgen!“ schallte es denn auch mal laut über die Straße. Viele junge Familien genossen die lockere Atmosphäre. Für die Kinder gab es Spiel- und Bastelmöglichkeiten und Popcorn sowie Zuckerwatte gratis. Die Organisatoren waren mit der Nachbarschaftsfestpremiere zufrieden. „Unser Ziel war es, die Menschen näher zusammenzubringen. Ich denke, das hat sehr gut funktioniert“, so Anna Hürten vom Wiesenviertelverein.

Viele Besucher wünschen sich schon jetzt eine Wiederholung im nächsten Jahr. Vorher steht am 23. August das große Wiesenviertelfest an. Dann dürften wieder Tausende durch die Straßen ziehen. Es sei denn, der Spätsommer überrascht mit Mützenwetter wie an diesem Freitag spät im Mai.
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