Zusammenfassung
- Der Wittener Osman Öksüz hat seinen zweiten Automatenkiosk in Annen eröffnet
- Eigentlich wollte er über passives Einkommen etwas dazuverdienen
- Schon bald könnte er sein Konzept landesweit ausrollen
Der Wittener Osman Öksüz (36) hat vor knapp zwei Jahren seinen ersten Automatenkiosk in Witten eröffnet. Mit Erfolg. Vor kurzem kam mit einer Filiale in Annen ein zweiter Laden hinzu. Zu kaufen gibt es dort neben Snacks und Süßigkeiten auch Alltagsgegenstände: vom Ladekabel bis zur Zahnbürste. Aus seinem dritten Standbein könnte bald ein Franchise-System erwachsen. Anfragen aus Großstädten gibt es bereits.

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Das Thema „passives Einkommen“ trendet seit Jahren in den sozialen Medien. Mehr oder minder seriöse Influencer produzieren Videoclips, in denen sie schnelles Geld mit möglichst wenig Aufwand versprechen. Neben Aktiengeschäften, Investitionen in Kryptowährungen und anderen Geschäftsmodellen wird intensiv für die Vorteile von Verkaufsautomaten geworben. Der Gedanke ist einfach: Man kaufe einen Automaten, befülle ihn, stelle das Gerät an einen Ort mit Laufkundschaft und das Geld verdiene sich von ganz allein – also passiv. Klingt zu gut um wahr zu sein?
Passives Einkommen: Wittener erweitert sein Automaten-Kiosk-Konzept
Für den Wittener Osman Öksüz ist die Rechnung schon aufgegangen. Ursprünglich war sein erster Automatenkiosk „Snacksy 24/Seven“ in der Hans-Böckler-Straße nur eine „verrückte Idee“. Das sagte zumindest Bruder Mustafa bei der Eröffnung im Sommer 2023. Doch die Idee scheint sich auszuzahlen – trotz der Lage in einer Nebenstraße.
„Man glaubt es kaum, aber hier sind viele Menschen zu Fuß unterwegs“, sagt Öksüz. „Außerdem gibt es hier keine Laternen. Mein Laden beleuchtet nachts den Gehweg und man sieht ihn aus der Ferne.“ Der Vorteil zur klassischen Bude liegt auf der Hand: Öffnungszeiten gibt es nicht, die Automaten arbeiten 24 Stunden an sieben Tagen in der Woche.

Osman Öksüz orientiert sich an Trends aus Instagram und Tiktok und füllt seine Geräte mit den neusten viralen Hits. Knabbereien der mexikanischen Erfolgsmarke Takis, Hershey Schokolade aus den USA oder asiatische Softdrinks – in Witten gibt es Snacks aus der ganzen Welt. Hauptberuflich arbeitet der 36-Jährige übrigens als Metallbauer. Er hat auch noch einen Nebenjob als selbstständiger Hausmeister. Ursprünglich sollten die Automaten sein drittes Standbein werden. Aber das „dritte Bein“ könnte die anderen bald überholen.
Wittener Automatenkiosk - Bald auch in Großstädten?
Zum Start seiner zweiten Filiale gibt sich der Kioskbetreiber bescheiden. Er wolle langsam wachsen. „Erst mal gehen, bevor ich fliegen kann“, sagt er. Doch schon jetzt segeln bei ihm Anfragen aus ganz Deutschland ein: Berlin, Hamburg, Stuttgart, Frankfurt – sie alle interessieren sich für das Wittener Konzept. „Ich überlege, ein Franchise-System anzubieten“, so der 36-Jährige. Doch dafür braucht es Partner vor Ort, denen er vertrauen kann. „Ich kann ja nicht wegen einer Störung mal eben nach Berlin fahren.“
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Bevor er das Land erobert, möchte Öksüz in jedem Wittener Stadtteil präsent sein. Annen ist nach Heven nun die Nummer zwei für einen Automatenkiosk – mit einem neuen Konzept. Neben Snacks und Süßigkeiten kann man zum Beispiel auch Ladekabel aller gängigen Smartphone-Hersteller ziehen. „Ich habe mir überlegt, was die Leute spontan am Wochenende brauchen und nirgendwo bekommen“, sagt er. Oder: „Du hast Zwiebeln gegessen und später noch ein spontanes Date? Ich habe Einwegzahnbürsten da.“ Neu im Sortiment sind Duschgel und Leckerlis für Hund und Katze.
Boxautomat: Wer hat den härtesten Schlag von Witten?

Ein Gerät, das in der Innenstadt später nachgerüstet wurde, ist in Annen von Anfang an dabei: ein Boxautomat. Für Mai plant Osman Öksüz eine Art Wettboxen. Wer es in diesem Monat schafft, den höchsten „Highscore“ aufzustellen, gewinnt einen Beamer. „Den höchsten Wert hat ein Freund von mir erreicht, der ist Boxer“, sagt der 36-Jährige. Aber reine Kraft reicht für den Gewinn nicht aus. Es ist wie bei den Automaten: „Es kommt auf die Technik an.“
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