Durch Radquerungen sollte Oberhausen fahrradfreundlicher werden. 2024 entschied sich die Stadt dafür, dass Radfahrer an 13 Knotenpunkten im Stadtgebiet Vorfahrt gegenüber dem Autoverkehr haben sollen. Entsprechende Verkehrsschilder und Fahrbahnmarkierungen weisen seit der neuen Regel alle Verkehrsteilnehmer auf das geltende Recht hin.

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Doch weil es am Überweg an der Fahnhorststraße/Richard-Wagner-Allee seit August 2025 zu sechs Unfällen mit Radfahrern, E-Scooter-Fahrern und Autos kam, entfernt die Stadt jetzt diese Querungsstelle und kehrt zur ursprünglichen Verkehrsführung zurück. Der Entscheidung finden nicht alle Oberhausener gut. Mehr als 300 Kommentare erreichen uns unter einem Facebook-Beitrag zu diesem Thema, weitere kommen auf Instagram hinzu. Wir haben ein Meinungsbild zusammengefasst.

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Als „längst überfällig“ bezeichnet eine Facebook-Nutzerin die Entscheidung. Ein anderer schreibt: „Endlich ein kleiner, aber richtiger Schritt, um diesen Wahnsinn zu beenden.“ Eine Instagram-Abonnentin schildert ihre Erfahrung mit der Radquerung: „Ich fahre da fast jeden Tag lang und ich finde die Stelle so grausig. Man hat eine super schlechte Einsicht auf der rechten Seite, wenn man von der Kapellenstraße kommt, durch die Bäume und Büsche. Dazu kommt dann noch die Baustelle. Ich habe mich schon so oft erschrocken, wenn da auf einmal ein Radfahrer herausgeschossen kam, weil ich die Person vorher schlichtweg nicht sehen konnte.“

Facebook-Meinung: Radler sollten bei Straßenüberquerungen absteigen

Eine Facebook-Nutzerin sieht es ähnlich: „Die Radquerung ist viel zu nah an der Kreuzung und den zwei Ein- und Ausfahrten der Rewemärkte. Aufgrund des Gewerbemischgebietes fahren auch sehr viele große Lkws über die Fahnhorststraße. Steht nur ein Lkw an der Ampel, wird es unübersichtlich und eng.“ Doch nicht nur an der Fahnhorststraße sind Verkehrsteilnehmer mit der Situation unzufrieden. Eine Stimme wünscht sich: „Alle Radüberquerungen in der Richard-Wagner-Allee sollten wieder weg und Radler bei Straßenüberquerungen absteigen und auf ihre eigene Sicherheit achten.“

Vorschlag eines Oberhauseners: KI und Bodensensoren für mehr Sicherheit

Einige Oberhausener liefern für die Verkehrssituation auch konkrete Verbesserungsvorschläge. „Wie wär’s einfach mal mit einem Stoppschild? Unfassbar, echt …“ oder „Es wäre gut, wenn durch Spiegel besser einsehbar wäre, ob sich Radfahrer nähern.“ Die Verfasserin dieses Kommentars erzählt, dass es selbst bei Schritttempo auf der Hagedornstraße schwierig sei, wenn ein Radfahrer mit 15 km/h ankommt. In der Praxis habe sie das sowohl als Autofahrerin als auch als Zweiradfahrerin erlebt.

Hätte man das Verkehrsproblem an der Fahnhorststraße/Richard-Wagner-Allee anders lösen können? Oberhausener machen Vorschläge.
Hätte man das Verkehrsproblem an der Fahnhorststraße/Richard-Wagner-Allee anders lösen können? Oberhausener machen Vorschläge. © FUNKE Medien NRW | Michael Bresgott

Ein Oberhausener schlägt vor, dass man in Osterfeld moderne Technik für den sicheren Verkehr einsetzen könnte: „Cool wäre doch eine Ampel, die ankommende Radfahrer erkennt. Mit Sensoren im Boden oder mit KI und Kamera. So könnten Autofahrer schnell ‚Rot‘ bekommen und die Radwege sind frei für Radfahrer.“

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Die Radquerungen erhalten zwar in den Kommentarspalten viel Kritik, doch einige Oberhausener können es nicht nachvollziehen, dass hier vermeintlich zugunsten der Autofahrer entschieden wird. „Das ist eine Skandalentscheidung. Autofahrer verstehen ,Vorfahrt gewähren‘ nicht und der Radfahrer ist schuld. Absolut lächerlich.“ Oder: „Weil Autofahrer das mit der Vorfahrtsregel nicht hinbekommen, wird also den Autofahrern wieder die Vorfahrt eingeräumt. So, so.“ Oder: „Es gibt also offiziell das Recht des Stärkeren in Oberhausen. Nicht mehr die Straßenverkehrsordnung.“

Leser spricht von „seltsamer Logik“

Ein Leser formuliert eine ähnliche Meinung in einem Leserbrief: „Sechs Mal missachten Pkw-Fahrer die Verkehrsregeln und verletzen dadurch Zweiradfahrer. An einer Stelle, die durch ‚Vorfahrt achten‘-Schilder markiert ist, an der die Querung rot markiert ist und sich unmittelbar daneben ein Zebrastreifen befindet. Wenn Autofahrer die Zweiradfahrer ‚zu spät wahrnehmen‘, sind sie schlicht zu schnell unterwegs.“

Mehr zu den Radquerungen

Derselbe Leser kritisiert, dass Alternativen, wie „Berliner Kissen“, also Bremsschwellen für Autos, abgelehnt wurden. Er vertritt die Meinung: „Täter werden belohnt, Opfer bestraft. Eine seltsame Logik – diese dann auch noch mit der ‚Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer‘ zu begründen, ist schon dreist.“