Zusammenfassung

  • In Oberhausen empfehlen Behörden, sich für Katastrophen wie Stromausfälle mit Vorräten und geeigneten Geräten vorzubereiten
  • Bei längerem Ausfall richten die Behörden 14 Notruf- und Informationspunkte im Stadtgebiet ein
  • Beide Kirchen in Oberhausen unterstützen im Notfall und wollen ihre Räume für Betroffene öffnen sowie eine Grundversorgung gewährleisten

Keinen Strom, keine Heizung, kein Warmwasser – tausende Menschen in Berlin mussten wegen eines Anschlags auf das Stromnetz über Tage in ihren kalten Wohnungen ausharren. Ihre Notsituation brachte das Thema Stromausfall (Blackout) bundesweit auf den Tisch. Was in der Hauptstadt geschah, könnte schließlich überall passieren. Auch in Oberhausen? Die Stadt hat sich bereits auf den Ernstfall vorbereitet. Doch auch Bürgerinnen oder Bürger sollten aktiv werden.

Oberhausen bereitet sich auf mögliche Blackouts vor

Denn es muss nicht beim Stromausfall bleiben, Katastrophen kann es – leider – einige geben, beispielsweise Überschwemmungen oder Cyberattacken. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) empfiehlt deshalb, sich grundsätzlich auf Notsituationen vorzubereiten. Dazu zählen ein mehrtägiger Vorrat an Lebensmitteln, aber auch autarke Kochmöglichkeiten (Gaskocher) sowie Licht- und Wärmequellen (Kerzen, Gasheizer). Das BBK hat umfangreiche Broschüren mit Tipps und Hinweisen veröffentlicht. Auf der Website des Bundesamtes befindet sich außerdem eine Checkliste für die richtige Vorsorge.

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Aber aufgepasst: Wer jetzt zum nächsten Baumarkt düst, um sich mit Gaskartuschen, -kochern und -heizungen einzudecken, beweist zwar Eifer, kann aber auch schnell ins falsche Regal greifen. Beim Besuch in einem Oberhausener Baumarkt zeigt sich nämlich, dass man dort zwar gasbetriebene Heizstrahler kaufen kann. Doch diese dürfen unter keinen Umständen in geschlossenen Räumen verwendet werden. Es droht Brand- und Rauchgasgefahr! Interessenten sollten sich daher gut informieren, das Fachpersonal fragen und nur Geräte verwenden, die für den Innenraum zugelassen sind.

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Die Stadt Oberhausen bietet ebenfalls Hinweise und Ratschläge an, wie man am besten vorsorgt. Unter der „Hilfe zur Selbsthilfe“ können sich Bürgerinnen und Bürger auf www.oberhausen.de online informieren. Natürlich hat das Rathaus bereits einen Krisenplan ausgetüftelt.

Notrufpunkte liegen maximal zwei Kilometer entfernt

In einer Notsituation würden die Behörden in Oberhausen insgesamt 14 Notruf- und Informationspunkte (NIP) einrichten. Die NIPs sind dabei so über das Stadtgebiet verteilt, dass sie für alle Bürger maximal 2000 Meter entfernt und somit gleichermaßen gut erreichbar sind. So beabsichtigt die Stadt, die Kommunikation aufrechtzuerhalten. Vor Ort können Betroffene Notrufe absetzen, wenn die Katastrophe auch das Telefonnetz beeinträchtigt.

Sollte die Krisenlage länger als vier Stunden andauern, werden vier NIPs in den Stadtteilen Schmachtendorf, Sterkrade, Osterfeld und Mitte zu sogenannten Leuchttürmen. Anders als die übrigen Notruf- und Informationspunkte sind sie nicht unter freiem Himmel, sondern in Gebäuden gelegen. Hier können Angehörige auch Vermisste melden und erhalten Erste Hilfe. Zusätzlich gibt es Lademöglichkeiten für Handys.

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Das größte Problem bei einem Stromausfall im Winter können die Notruf-Punkte ohnehin nicht lösen: der Ausfall der kompletten Heizungssysteme. Wenn vor allem Kranke und Ältere in eiskalten Wohnungen aushalten müssen, dann kann das lebensgefährlich werden. In Berlin flohen viele Betroffene daher aus ihren erkalteten vier Wänden und kamen bei Angehörigen unter. Doch was, wenn man auf diese Hilfe nicht zurückgreifen kann und die städtischen Strukturen an ihre Grenzen kommen?

Großübung von Feuerwehr und Hilfsorganisationen in Oberhausen
Die Notruf- und Informationspunkte (NIP) sollen in Oberhausen für die meisten Bürger gut erreichbar sein.© FUNKE Foto Services | Michael Dahlke

Kirchen unterstützen Bedürftige in Oberhausen

Dann könnten die Oberhausener Kirchen einspringen. Beide Konfessionen signalisieren ihre Hilfsbereitschaft, sollte es in der Stadt zu einer Notsituation kommen. „Das ist völlig selbstverständlich“, sagt Superintendent Joachim Deterding gegenüber der Redaktion. „Es gibt zwar keinen echten Notfallplan, aber auf jeden Fall unsere Bereitschaft, die Räume für Betroffene zu öffnen.“ Hier könnten sich die Menschen zunächst warmhalten. Im zweiten Schritt würde man sich dann um warme Mahlzeiten kümmern.

Auch Propst André Müller stellt klar: „Die katholische Kirche würde im Falle einer Krise selbstverständlich Hilfsangebote zur Verfügung stellen.“ Neben den Gemeindeheimen würde man außerdem „ein Netzwerk von Haupt- und Ehrenamtlichen aktivieren, um zu einer Grundversorgung der betroffenen Menschen beizutragen“.