Zusammenfassung
- Nach einem ungeplanten Ausstoß von weißem Kunststoff-Pulver in Oberhausen rät die Bezirksregierung Düsseldorf, bestimmte offenporige Gemüse- und Obstsorten vorsorglich nicht zu verzehren.
- Die Ruhrchemie-Anlage plant, die Kommunikation mit Anwohnern bei zukünftigen Vorfällen zu verbessern, nachdem der Vorfall zunächst nicht ausreichend kommuniziert wurde.
- Autofahrer wurden gewarnt, ihre Fahrzeuge schnell zu waschen, um mögliche Lackschäden durch das Kunststoff-Pulver zu vermeiden; die Kosten für eine Autowäsche werden vom Werk übernommen.
Die Beamten der Bezirksregierung Düsseldorf haben den Anwohnern der Ruhrchemie-Anlage nun doch geraten, rein vorsorglich bestimmte Gemüse- und Obstsorten nicht zu verzehren. Einen Tag nach dem ungeplanten Ausstoß von weißem Kunststoff-Pulver in die nähere Umgebung des Oberhausener Ruhrchemie-Areals besuchten Fachleute der Bezirksregierung das Werk und die angrenzenden Straßen Holzstraße und Bahnstraße.
Ruhrchemie: Anwohner äußern Bedenken wegen Kunststoff-Pulver
Am Montag schilderten dabei die Anwohner den Experten ihre Sorgen. Das Kunststoff-Pulver war am Sonntagmorgen durch Wind in nahe Gärten geweht worden - kann man denn Gemüse und Obst unbedenklich verzehren? Die Sicherheitskräfte des Chemie-Areals hatten zuvor dazu geraten, das weiße Plastikpulver auf der Ernte abzuwaschen, hielten aber sogar den versehentlichen Verzehr für nicht gesundheitsgefährdend.

Die Bezirksregierung geht aber einen Schritt weiter. Vor Ort rieten die Beschäftigten sowie Mitarbeiter des Landesumweltamtes Lanuk davon ab, offenporiges Gemüse und Obst zu verzehren - aus rein vorsorglichen Gründen. Es sei es sinnvoll, Gemüse und Obst nicht zu essen, wenn man die Partikel nur sehr schwer von ihnen abwaschen könne. Dies sei bei offenporigen Flächen sehr schwierig. Vor Ort wurden dabei Sorten wie Blattsalate, Grünkohl, Himbeeren und Maulbeeren genannt. Glatte Oberflächen können dagegen leicht abgewaschen werden.
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Die Leiter für Umwelt- und Sicherheitsfragen der Ruhrchemie-Anlagen haben bereits in ihrer ersten internen Runde am Montagmorgen erkannt, dass sie die Anwohner bei solch einem Anlage-Schaden mit eingeschalteter Warnsirene künftig schneller informieren müssen. Sie hatten nach dem sekundenschnellen automatischen Herunterfahren der Kunststoff-Produktionsanlage den Ausstoß des weißen Pulvers erst mit Anwohnern besprochen, als sich einige von ihnen danach erkundigten - etwa vier Stunden nach dem Vorfall.
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Dass sie sich bei so manchen Nachbarn damit keinen Gefallen getan haben, ist im Nachhinein klar. So schreibt eine Oberhausenerin von Misstrauen gegenüber dem Werk: „Erstmal wurde doch das Mäntelchen des Schweigens über den Vorfall gelegt.“
Weißes Plastik-Pulver ausgetreten: Kostenlose Autowäsche bei Lackschäden
Die Ruhrchemie-Leute selbst wollen noch einmal auf alle Anwohner zugehen - auch mit schriftlichen Informationen. Sollte es irgendwelche Schäden gegeben haben, so können diese gemeldet werden. Der Starkregen am Montagabend dürfte allerdings eine Menge dieses Pulvers abgewaschen haben. Sollte eine Autowäsche erforderlich gewesen sein, so wird diese vom Werk bezahlt. Aus Vorsicht hatten die Beamten den Autofahrern bei ihrem Vor-Ort-Besuch auch geraten, die Autos lieber schnell zu waschen, weil man Lackschäden doch nicht komplett ausschließen könne.





