Kodi, dieses Geschäft verbinden viele mit Haushaltswaren und Angeboten. Wischmopp, Küchentücher, Bastelmaterialien bietet der Oberhausener Discounter in seinem großen Filialnetz schon seit vielen Jahren an. Gegründet wurde es bereits 1981 von der Langenfelder Spar Lebensmittelgroßhandlung Karl Koch & Sohn. Eine Erfolgsgeschichte: Nach der ersten Filiale in Düsseldorf wurden über 200 weitere eröffnet.

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Doch aus etlichen Fußgängerzonen könnte der Laden für die kleinen Dinge des Alltags verschwinden. Das Unternehmen will sich von 80 seiner 230 Filialen trennen. Dies bedeutet harte Einschnitte für die Belegschaft. 520 der noch 1720 Stellen sollen gestrichen werden. Die Abwärtsfahrt des Discounters begann bereits vor einiger Zeit. Ein Überblick.

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2015: Kodi befindet sich auf Expansionskurs. Das Unternehmen will jährlich rund 30 neue Filialen zu seinen bisherigen 250 eröffnen. Der Geschäftsführung schwebt ein Netz mit 1000 Filialen vor. Auch Umzugspläne machen die Runde. Kodi will seine Zentrale im Oberhausener Gewerbegebiet „Zum Eisenhammer“ vergrößern - und zieht auch eine Fläche in Duisburg in Betracht. In Oberhausen wächst die Sorge, dass Kodi die Stadt verlassen könnte. Oberbürgermeister Daniel Schranz will „alles tun, um das Unternehmen in Oberhausen zu halten“.

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2021: Für das Geschäftsjahr 2021 vermeldete Kodi noch ein „historisch gutes Ergebnis“, erzielte einen Umsatz von 143 Millionen Euro. „Unser Konzept ist solide und zukunftsgerichtet. Nur so ist es möglich, unerwartete Herausforderungen erfolgreich zu meistern“, erklärte damals Geschäftsführer Richard Nölle.

3. November 2023: Die Lebensmittel-Zeitung berichtet, dass Kodi einen Sanierungsexperten beauftragt habe. Dem Bericht zufolge stehe der Discounter vor einem Umbruch. Die Unternehmerfamilie Nölle möchte den Discounter zukunftsfähig machen. Einen größeren Personalabbau soll es laut des Unternehmens in der Oberhausener Zentrale aber nicht geben. Nicht ausgeschlossen scheint aber, dass bei den bundesweit rund 250 Filialen und dem dortigen Personal gekürzt wird. Auch eine Fusion mit anderen Discountern sei denkbar. Ein Sprecher der Firma will sich damals nicht äußern.

Die Zentrale von Kodi befindet sich im Oberhausener Gewerbegebiet „Zum Eisenhammer“.
Die Zentrale von Kodi befindet sich im Oberhausener Gewerbegebiet „Zum Eisenhammer“. © FUNKE/Fotoservices | Gerd Wallhorn

Mitte März 2024: Der Haushaltswaren-Discounter Kodi steckt offenbar in einer tiefen Krise. Auf Anfrage unserer Redaktion bestätigt das Oberhausener Unternehmen, an einem Restrukturierungskonzept zu arbeiten. Eine Schließung von Filialen im großen Stil sei aber nicht geplant, beteuerte damals eine Unternehmenssprecherin. Für den Handelsexperten Professor Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein bringt unter anderem der Expansionskurs des niederländischen Discounters „Action“ das Oberhausener Unternehmen in Bedrängnis. Der Konkurrenzdruck hat offensichtlich Folgen.

4. Oktober 2024: Positive Schlagzeilen für Kodi. Das Unternehmen eröffnet eine weitere Filiale in Gladbeck.

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28. November 2024: Kodi beantragt eine Insolvenz im Schutzschirmverfahren. Betroffen sind 1800 Beschäftigte. Bundesweit betreibt das Unternehmen zu diesem Zeitpunkt nur noch 238 Filialen. Das Unternehmen will einen Sanierungsplan erarbeiten, um wieder in die schwarzen Zahlen zu kommen. Zu den Gründen der Schieflage teilt Kodi mit, man spüre eine Kaufzurückhaltung der Kundinnen und Kunden. Außerdem seien Preise für Energie, Fracht und Werbung gestiegen. Für das weitere Vorgehen hat der Discounter die Restrukturierungsexperten Holger Rhode und Raul Taras, beide Rechtsanwälte und Partner der Wirtschaftskanzlei Görg sowie Unternehmensberater Thomas Monta, mit in die Geschäftsführung berufen. Die Belegschaft reagiert geschockt auf die Nachricht.

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6. März 2025: Das Insolvenzverfahren ist offiziell eröffnet. Zehn Interessenten sollen sich gemeldet haben. Wie es mit den Filialen und der Belegschaft weitergeht, ist noch offen. „Es sieht aber sehr gut aus“, betont der Sprecher.

26. März 2025: Das Unternehmen plant, 80 seiner bundesweit rund 230 Filialen zu schließen und will sich von 520 der noch 1720 Beschäftigten trennen. In einer Pressemitteilung heißt es, dass sich ein Konsortium um den Kodi-Gesellschafter Richard Nölle darauf verständigt habe, 150 Filialen und etwa 1200 Beschäftigte zu übernehmen. Allerdings bemühen sich derzeit Restrukturierungsexperten und Unternehmensberater, Investoren für die Filialen zu finden, die vor dem Aus stehen. „Es gibt verschiedene Interessenten, die viele der 80 Filialen und deren Beschäftigten übernehmen wollen. Wir werden diese Gespräche fortführen“, sagt Sanierungsgeschäftsführer Taras. Er und seine Kollegen Holger Rhode sowie Thomas Montag gehen momentan davon aus, dass sich für zahlreiche Standorte Interessenten finden lassen und Arbeitsplätze erhalten werden können.