Der Oberhausener Discounter Kodi steckt schon seit langem in der Krise. Jetzt gibt es eine neue Hiobsbotschaft: Das Unternehmen will 80 seiner bundesweit rund 230 Filialen schließen. Darunter sind auch die beiden Oberhausener Geschäfte auf der Marktstraße und im Bero-Center. Die harten Einschnitte ins Filialnetz haben zur Folge, dass der Discounter auch den Rotstift bei den Stellen ansetzt. Kodi will sich von 520 seiner 1720 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter trennen. Am Verwaltungssitz im Oberhausener Gewerbegebiet „Zum Eisenhammer“ verlieren etwa 40 der rund 100 Beschäftigten ihren Job.
Rund 520 Mitarbeitern wird das Oberhausener Unternehmen Kodi kündigen
Ende November hatte das Unternehmen Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. Bei einem solchen Verfahren holt eine Firma Fachleute ins Haus, um nach Wegen aus der Krise zu suchen. In diesem Fall waren es die Restrukturierungsexperten Holger Rhode und Raul Taras, die zur Kanzlei Görg gehören, die unter anderem die Insolvenz von Galeria Kaufhof begleitet hat. Ferner ist der Unternehmensberater Thomas Montag mit im Boot. Die begannen mit ersten Sanierungsmaßnahmen und suchten nach Investoren. Zunächst meldeten sich zwölf Interessenten, am Ende waren es nur noch zwei. Als unerwartet einer der beiden absprang, begannen Verhandlungen mit dem Konsortium um Kodi-Gesellschafter Richard Nölle, das weiterhin am Ball blieb.
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Nachdem nun offensichtlich die Gespräche auf der Zielgeraden angelangt sind, gaben die Beteiligten das weitere Vorgehen bekannt. Danach will die Firmengruppe 150 Filialen und etwa 1200 Beschäftigte übernehmen. 520 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter „muss zeitnah eine Kündigung ausgesprochen werden“, heißt es in einer Pressemitteilung.
Betroffene Kodi-Filialen sollen innerhalb von zwei Monaten schließen
Wie bereits bei der Bekanntgabe des Insolvenzantrages im November hatte die Firmenleitung am Dienstagabend (25.3.) nach Dienstschluss eine Videoschalte mit den Beschäftigten an den einzelnen Standorten organisiert. Nach Informationen dieser Redaktion soll dabei der Umfang der Filialschließungen und des Stellenabbaus erläutert worden sein. Für welche Filialen aber ganz konkret bevorsteht, blieb wohl während der Runde noch offen. Diese Aufgaben sollen am heutigen Mittwoch (26.3.) Regionalleiter übernommen haben. Um schnellstmöglich die Ausgaben zu verringern, sollen die Filialen innerhalb von etwa zwei Monaten schließen. Im Zuge einer Insolvenz gelten gegenüber den Vermietern nicht mehr die üblichen Kündigungsfristen, erläuterte ein Unternehmenssprecher der Redaktion.
Es gibt aber trotz und alledem noch Hoffnung. Denn die Fachleute, die an der Kodi-Spitze derzeit mitwirken, sehe gute Chancen, Investoren für zahlreiche Filialen zu finden, die vor dem Aus stehen. „Es gibt verschiedene Interessenten, die viele der 80 Filialen und deren Beschäftigten übernehmen wollen. Wir werden diese Gespräche fortführen“, sagt Sanierungsgeschäftsführer Taras. Auf der Einkaufsmeile Königsstraße im benachbarten Duisburg ist das bereits geglückt. Dort lief der Mietvertrag aus und in die Räume zieht ein Markt für asiatische Spezialitäten. Für welche weiteren Standorte sich Interessenten gemeldet haben, dazu gibt Kodi im Moment aber keine Auskunft.
Discounter kämpft schon seit vielen Monaten mit massiven Umsatzverlusten
Dunkle Wolken zogen über Kodi vor etwa einem Jahr auf. Damals war bereits von großen Umsatzverlusten die Rede. Um gegenzusteuern, hatte der Discounter bereits einige Filialen im Süden Deutschlands geschlossen, feilte aber zugleich an dem Auftritt der Filialen. Doch das Unternehmen hatte weiterhin mit neuen Konkurrenten zu kämpfen. Der Discounter Action, ursprünglich in den Niederlanden beheimatet, die Filialkette Pepco, die aus Polen stammt, verschärften ebenso wie Woolworth mit neuen Filialen den Konkurrenzdruck. Zudem sind es auch die chinesischen Onlineplattformen Temu und Shein, die den deutschen Markt massiv unter Druck setzen.







